Notebookcheck

NBC von Ort: HP sagt dem Glanz Adieu

von Florian Wimmer 04.03.2010

Neuer Look und neue Technik.

Das neue Produktdesign von HP setzt verstärkt auf die sogenannten Imprints und immer weniger auf glänzend lackierte Oberflächen - Das ist eine Erkenntnis aus der Vorstellung von HPs neuem Line-Up, die in München stattfand. Was wir sonst noch vor Ort für Sie herausgefunden haben, lesen sie in unserem Artikel.

HP will weg von Hochglanzoberflächen, auch günstige Notebooks sollen aber gut aussehen.
HP will weg von Hochglanzoberflächen, auch günstige Notebooks sollen aber gut aussehen.

HPs Notebooks zeichneten sich in den letzten Jahren immer mehr durch ihr eigenständiges Design aus, dass vor allem darauf basierte, dass man Muster auf die Oberfläche druckte und dann mit einer Versiegelung überzog. Scheinbar mit großem Erfolg, denn HP will auch bei vielen kommenden Modellen an dieser Design-Idee festhalten. Natürlich vor allem im Consumer-Bereich. Welche neuen Modelle uns in nächster Zeit erwarten, dass erklärten die Damen und Herren von HP auf einem Pressevent in München.

Zuerst ging man auf die allgemeinen Markttrends ein, die HP im Moment als besonders wichtig erachtet: Die Amerikaner setzen im Moment besondere Hoffnungen auf das Design der Produkte und neue Konzepte wie den „Slate“, der im Juni erscheinen soll. Mit ihm will man Apple und seinem iPad Konkurrenz machen. In diesem Zusammenhang sprach man auch von einer ominösen Killerapplikation, die das Gerät befeuern soll.

Mini-Nachrichten bei den Consumer-Geräten

Das Mini 210 kommt in vier Farben und mit Atom-CPU.
Das Mini 210 kommt in vier Farben und mit Atom-CPU.

Mit dem Mini 210 kommt ein neues Modell für HPs Netbook-Familie, die exklusiv auf Intels Atom-Prozessor setzt. AMDs neue Netbookplattform wird noch nicht unterstützt. Genauer kommt ein Intel Atom N450-Prozessor zum Einsatz, der mit 1,66 GHz taktet. Als besonderes Highlight nannte HP noch die „Islandstyle“-Tastatur, die eckige Tasten mit einem Chiclet-Layout kombiniert. Der 10,1 Zöller steht in vier verschiedenen Farben, nämlich Rot, Blau, Schwarz und Silber bereits in den Läden. 

Hatte man bisher bei HP im unteren Preissegment eher auf die Untermarke Compaq gesetzt, wird es ab jetzt auch Notebooks in diesem Bereich geben, die das HP-Firmenlogo tragen: Während der HP G61 bereits seit Januar erhältlich ist, kommen im April zwei neue Geräte auf den Markt, die auch schon die Richtung für HPs neue Design-Linie zeigen sollen. Das HP G62 soll den 15,6 Zoll-Bereich aufmischen, während das G72 mit 17,3 Zoll auf Kundenfang geht.

Während das G61 noch im glänzend-schwarzen Look daherkam, werden sowohl das G62 als auch das G72 in der neuen Farbe „Biscotti“ daherkommen. HP überzeiht das am ehesten als beige zu bezeichnende Gehäuse mit einem eingeprägten Muster aus Dreiecken, das lässt die mit Preisen ab 549 Euro recht günstigen Notebook ungewöhnlich edel wirken.

Ausgestattet sind die beiden Laptops mit aktuellen Core i3-Chips von Intel, DDR3-Speicher bis zu 4 GByte sowie entweder einem Intel Graphics Media Accelerator oder einer eigenständigen ATI Radeon 5430 HD-Grafikkarte. Natürlich sind die bei HP allgegenwärtigen Altec Lansing-Lautsprecher an Bord, ebenso wie ein Lightscribe DVD-Brenner, mit dem sich spezielle Rohlinge per Lasergravur beschriften lassen.

Technikupdates

Das dv3 bekommt eine umschaltbare Grafiklösung.
Das dv3 bekommt eine umschaltbare Grafiklösung.
Beim Envy 15 setzt HP im neuen Jahr auf USB 3.0 und ebenfalls neue Grafikkarten.
Beim Envy 15 setzt HP im neuen Jahr auf USB 3.0 und ebenfalls neue Grafikkarten.

Neue Technik gibt es auch für fast alle anderen Consumer-Serien von HP: So erhält das Compaq CQ61 neue, schnellere Prozessoren von AMD, die Pavillion dv6 und dv7-Serien steigen auf die aktuellen Core i3 und Core i5-CPUs von Intel um und werden auf den neuen Intel HM55-Chipsatz umgestellt oder erhalten alternativ schnellere AMD-Prozessoren.

Das mit Touchscreen ausgerüstete Pavillion dv3 erhält eine runderneuerte Grafiklösung von ATI. Die Chipsatzgrafik bleibt allerdings integriert, von nun an wird man im laufenden Betrieb zwischen den beiden Grafikkarten umschalten können.

Alle Pavillion-Produkte sollen ab diesem Jahr nur noch mit modernen LED-hinterleuchteten Displays ausgestattet werden, außerdem werden alle Notebooks der Serie nur noch mit Festplatten bestückt, die eine Geschwindigkeit von 7.200 Umdrehungen pro Minute bieten. Bei der dv6 und dv7-Reihe werden erstmals auch Festplatten mit 640 GByte Kapazität verfügbar sein.

Auch bei HPs recht neuen Multimediaflaggschiffen, der Envy-Serie tut sich einiges: Das Envy15 bekommt die neue Grafikkarten-Generation der ATI 5000er-Serie verpasst, außerdem wird mit dem 15 Zöller erstmals bei HP ein Notebook USB 3.0 unterstützen. Dafür musste HP einen eigenen Chip integrieren, Intels Chipsätze unterstützen die recht neue Technologie noch nicht.

Außerdem wird HP in beiden Envy-Produkten das sogenannte Quick Web integrieren, dass man in ähnlicher Form von vielen anderen Herstellern kennt: Während des Bootvorgangs oder über eine spezielle Taste kann man in ein meist Linux-basiertes Betriebssystem wechseln, das wesentlich schneller startet als Windows und Zugriff auf beliebte Funktionen wie DVD-Wiedergabe, Websurfen oder einfache Textverarbeitung bietet.

Schlauer Touch

Ganz neu ist HPs neuer Tablet-PC genannt HP TouchSmart tm2. Mit 12,1 Zoll und einer Auflösung von 1280 mal 800 Pixeln sowie einem Aluminium-Gehäuse mit floraler Gravur überzeugt das Gerät zumindest von Außen. Ob allerdings das spiegelnde Display auf viele Freunde stößt, bleibt abzuwarten.

Innen sorgen Dual Core-Prozessoren mit niedriger Spannung aus dem Hause Intel für Leistung bei hoffentlich geringem Stromverbrauch. Eine ATI Radeon Mobility 4550 mit 512 MByte DDR3-RAM ist ebenso an Bord wie eine bis zu 500 GByte fassende Festplatte mit 7.200 Umdrehungen pro Minute. Ein Chiclet-Keyboard soll für Schreibkomfort und Stil sorgen und ein 6 Zellen-Akku laut HP bis zu 8 Stunden Laufzeit ermöglichen. Ein optisches Laufwerk ist nur extern möglich, dafür bietet HP externe DVD-Brenner mit oder ohne integriertem Blu-ray-Laufwerk im passenden Design an.

Ab 899 Euro ist der HP TouchSmart tm2 seit Kurzem erhältlich.

Der HP TouchSmart tm2 ist der neueste Tablet-PC von HP.
Der HP TouchSmart tm2 ist der neueste Tablet-PC von HP.
Den glänzenden Bildschirm muss man aber mögen.
Mal schauen, ob der glänzende Bildschirm wirklich praxistauglich ist.

Und das Business?

Natürlich soll sich nach HPs Willen nicht nur bei den Consumer-Notebooks, sondern auch bei den Business-Notebooks in den kommenden Monaten einiges bewegen.

Als besonders wichtige Technik-Trends in diesem Bereich sieht HP die Integration von USB 3.0 in seine Laptops, ebenso wie den Einsatz von Solid State-Laufwerken. Diese schützen im Gegensatz zu normalen Festplatten die sensiblen Unternehmensdaten wesentlich zuverlässiger, da sie nicht stoßanfällig sind und eine wesentlich längere Lebensdauer haben.

Auch DDR3-1333er Speicher soll in vielen Modellen zum Einsatz kommen. Er ist mit einem höheren Takt ausgestattet und bietet damit einen größeren Datendurchsatz: Bis zu 10.667 MByte pro Sekunde verspricht HP. Zudem setzt HP auf die Integration von Blu-ray-Laufwerken, die Backups und große Mengen an Marketingmaterialien aufnehmen können. Auch der vor allem im professionellen Bereich wichtige Display-Port als digitaler Monitoranschluss soll in allen neuen Business-Notebooks zum Einsatz kommen.

Aber auch bei den Kernkomponenten der Laptops, den Prozessoren, setzt HP auf die neueste Technologie mit Intels 32nm-CPUs und der Tigris-Architektur von AMD.

Vor allem für große Unternehmen interessant ist der HP Power Assistant, der auf spezielle Hardware in den Notebooks zurückgreift und damit den Energieverbrauch misst. Dieser kann aufgezeichnet werden und mit unternehmsweiten System zur Energieüberwachung gekoppelt werden, so dass Manager handfeste Zahlen über den Energieverbrauch jedes einzelnen PCs bekommen und entsprechende Einsparungspotentiale erkennen können.

Pro oder Elite?

HPs Business-Notebooks teilen sich wiederum in zwei unterschiedliche Serien: Die Pro-Serie für Profis mit geringeren und normalen Ansprüchen und die Elite-Serie für Kunden, die absolute Spitzenpower in ihren Geräten brauchen.

Allerdings gibt es in der Mini-Serie auch professionelle Netbooks und Kleinstnotebooks, die sich vor allem an Anwender aus dem Bildungsbereich wenden oder als Zweitgerät genutzt werden. So bieten sie typische Business-Features wie metallverstärkte Strukturen oder spritzwassergeschützte Tastaturen und natürlich wird Sicherheit groß geschrieben.

Das HP Mini 2102 ist der typische Vertreter dieser Kategorie, ausgestattet mit einem entspiegelten 10,1 Zoll-Display, einem Intel Atom N450-Prozessor und Windows 7 Starter. Allerdings wird es nur für Schulen und Projekte zu erwerben sein.

Das HP Mini 5102 hingegen kann jeder kaufen, der mindestens 439 Euro mitbringt. Dafür bekommt man zusätzlich zu den Features des Mini 2102 ein Metallchassis, eine komplette HP Software-Suite mit allen wichtigen Sicherheits- und Komfortfeatures, eine Vollversion von Corel Office, einen Docking-Port und optional sogar einen Touchscreen. Ganz schön üppig, was HP an Business-Features in das kleine Gehäuse packt. Allerdings wird ein Test zeigen müssen, ob auch der Prozessor und der im Takt gedrosselte RAM mit all den Features klarkommen.

Das Mini 2102 ist für den Bildungsbereich gedacht...
Das Mini 2102 ist für den Bildungsbereich gedacht...
...das 5102 dagegen eher für Business-Leute, die ein Zweitnotebook suchen.
...das 5102 dagegen eher für Business-Leute, die ein Zweitnotebook suchen.

Business und Entertainment

Das 4720s ist auch ein ganz passabler Entertainer.
Das 4720s ist auch ein ganz passabler Entertainer.

In der ProBook S-Serie geht es HP darum, dem Anwender ein Notebook zu bieten, das er sowohl im Büro für die Arbeit als auch zu Hause zum Filme schauen verwenden kann. Also bieten die Modelle dieser Serie einen Intel Core i3 oder Core i5-Prozessor, Intels HM57-Chipsatz, wahlweise ein entspiegeltes oder glänzendes Display, bis zu 8 GByte RAM und wahlweise eine ATI Radeon Grafikkarte anstatt der integrierten Chipsatzgrafik.

Jeweils ab April verfügbar, gibt es mit dem ProBook 4520s eine 15,6 Zoll- und mit dem ProBook 4720s eine 17,3-Zoll-Variante des Businessnotebooks, die aber auch mit Multimediatasten für den feierabendlichen Hausgebrauch ausgestattet sind.

In der ProBook b- bzw. ProBook m-Serie für größere Unternehmen tut sich relativ wenig, außer dass die neuen Intel- bzw. AMD Prozessoren zum Einsatz kommen und erstmals auch HPs neuer LongLife-Akku verfügbar sein wird, für den HP dank neuer Technik sogar 3 Jahre Langzeitgarantie auf die Haltbarkeit des Akkus geben kann.

Ein Elite-Partner fürs Büro

Mit Top-Technik und toller Verarbeitung will HP bei Profis punkten.
Mit Top-Technik und toller Verarbeitung will HP bei Profis punkten.
Dazu gibt's Extras wie das DreamColor Display oder den Longlife-Akku.
Dazu gibt's Extras wie das DreamColor Display oder den Longlife-Akku.

Richtig große Unternehmen brauchen hoch standardisierte Laptops, bei denen die Datensicherheit auf jedem Einzelgerät gewährleistet ist. Dafür gibt es die EliteBook-Familie von HP, die sowohl klassische Office-Notebooks als auch ruggedized Laptops mit speziellen Schutzmaßnahmen für den Außeneinsatz und Tablet-PCs enthält.

An der Spitze stehen hier die mobilen Workstations der w-Serie, echte Kraftpakete, die mit den schnellsten Intel-Prozessoren und bis zu 16 GByte Arbeitsspeicher, sowie wahlweise ATI oder NVidia-Grafikkarten ausgestattet sind. Diesen Monat erscheint eine neue Version der 15,6 Zoll-Workstation: Das EliteBook 8540w. Auch in der größeren Klasse dürfte bald der 17-Zöller EliteBook 8740w anstehen, dazu gibt sich HP aber noch bedeckt.

Ab Mai ist für die Workstation auch HPs DreamColor Display verfügbar, das auf der IPS-Technik basiert und bis zu 1 Milliarde Farben bieten soll. Ein verstärktes Gerätedesign nach dem Military-Standard 810G soll garantieren, dass dem teuren Gerät auch nichts passiert, wenn Ingenieure damit über die Baustelle laufen. Trotzdem kommt das Design nicht zu kurz: Das Gehäuse in Alu und Magnesium wirkt wertig, die Status-LEDs sind vielleicht etwas zu bunt. Das könnte aber auch eine Referenz darauf sein, dass auch Grafiker die Workstations nutzen sollen.

Auch die mitgelieferte Software enthält allerlei Goodies für Unternehmen: Mittels HP SkyRoom HD können hochauflösende Video-Konferenzen veranstaltet werden, die HP Protect Tools Security Suite schützt Daten vor unerlaubtem Zugriff und Verlust, während Windows 7 Professional und ein optionales Downgrade auf Windows XP die Basis bilden.

Ein kurzes Fazit

Im Consumerbereich ist es sicher zu begrüßen, dass HP sich mit dem wertigen Design des G61 und G62 von der Masse des Notebookdesigns abhebt und neue kreative Anreize setzt, die zudem noch fingerabdruckresistent sind.

Auch erfreulich finden wir die Integration von USB 3.0 obwohl Intel als Chipsatzproduzent bei seiner aktuellen Generation versäumte, den Standard zu unterstützen. Weiterhin Nachholbedarf hätte HP noch im Netbooksegment, dort ist man noch nicht stark vertreten, andererseits bietet dieses Feld nur geringe Margen, so dass sich HP vielleicht absichtlich zurückhält.

Bei den Business-Geräten verteidigt HP seinen guten Ruf mit vielen Innovationen, die mal für kleine, mal für große Unternehmen sinnvoll sind, wenn sie auch wirklich funktionieren. Auf jeden Fall sind verlässliche Daten über den Energieverbrauch mittels des HP Power Assistant für Unternehmen eine feine Sache, ebenso wie die Planungssicherheit durch den langlebigen Akku.

Interessant für alle Business-User und ambitionierte Heimanwender ist wohl auch, dass HP mit seiner neuen Laptopgeneration auch eine neue Schnittstelle für Dockingstations einführt, so dass alte Dockingstations mit den aktuellen und zukünftigen Modellen nicht mehr verwendet werden können.

Mit neuen Modellen...
...und modernem Design...
...will HP auch dieses Jahr beim Kunden punkten.
Schlaue Details sollen ebenfalls helfen.

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Autor: Florian Wimmer,  4.03.2010 (Update:  9.07.2012)