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13.05.08 11:11 Alter: 52 days

Ende des Built-to-Order-Prinzips bei Dell?

Kategorie: Sonstige Notebook News

Von: Clemens Häfele

Nachdem Dell den Abbau von 8800 Stellen ankündigt hatte sind laut Konzernchef Michael Dell noch weitere Stellenkürzungen geplant, um eine Einsparung von insgesamt drei bis vier Milliarden US-Dollar in den nächsten drei Jahren zu realisieren.

Dell Computer Corporation 2001©

Dell Computer Corporation 2001©

Dell sah sich in den letzten drei Jahren mit einem Wachstumseinbruch konfrontiert. Man verlor zunehmend an Boden gegenüber der Konkurrenz. Zudem hatte das Unternehmen in den USA mit einer zunehmenden Anzahl von schlechten Meldungen bezüglich des Supports zu kämpfen. Die Ankündigung vor zwei Jahren in diesem Bereich 200 Millionen Dollar zu investieren haben bisher offenbar noch keine Früchte getragen. Im amerikanischen Index über Kundenzufriedenheit ist noch keine Tendenz zur Verbesserung zu verzeichnen.

Nachdem Michael Dell vor gut einem Jahr wieder an die Konzernspitze zurückkehrte begann das grosse Stühle rücken in den Führungsetagen. Die Anzahl der führenden Manager wurde von 20 auf 12 reduziert und Bereiche wurden umstrukturiert. Vom Stellenabbau sollen fast alle Bereiche betroffen sein - laut Michael Dell sollen die Einsparungen insgesamt über 10% der Belegschaft betreffen!

Auch wenn dieser Bereich nicht ausdrücklich erwähnt wurde, sind immer wieder Spekulationen im Umlauf dass Dell neben Verwaltung, Design, Logistik, Einkauf und Finanzabteilung auch seine Vertriebsstruktur verschlanken will. Weniger Konfigurationsmöglichkeiten und mehr 'vorgefertigte' Modelle können hier ein Lösungsansatz sein. Weniger Komponenten und Auswahlmöglichkeiten würden die Lagerhaltung sowie die Anzahl der telefonischen Beratungen verringern. Dies ist durchaus bedenklich da zumindest den amerikanischen Käufern die kundenspezifische Anpassung wichtiger ist als die Qualität und der Preis der Produkte.

Dell würde sich damit auf die selbe Ebene begeben wie diverse Konkurrenten, wo sich so mancher Kunde unter dutzenden Modellen und Modellvarianten nicht mehr zurecht findet. Es gibt zudem Bestrebungen auch in Deutschland einen Direktvertrieb über Händler zu realisieren. Die eigenen Ladengeschäfte in den USA werden zwar in den nächsten Wochen geschlossen, allerdings hat sich Dell mit dem Supermarktriesen Wal-Mart über eine Kooperation geeinigt.

Interessant sind auch Ansätze die im Ausland zu beobachten sind. So sind beispielsweise in der Schweiz online mehr Konfigurationsmöglichkeiten als in Deutschland möglich. Will man jedoch beispielsweise eine andere Tastatur als die im Internet aufgeführten, muss man alleine für die Bestellung per Telefon 100.- SFr (~ 62.- €) extra bezahlen. Ob die Kunden mit diesen Weg einverstanden sind, dass ist eine andere Frage.

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Autor: Notebookcheck, 11.09.2005 (Update: 12.06.2008)