Notebookcheck
18.12.2009 19:53

Cherrypal: 99-Dollar-Notebook „Africa“ ein Fake?

Kategorie: Markteinführung von Notebooks
Von: Ronald Tiefenthäler

Cherrypal will nach eigenen Angaben ein Mini-Notebook mit Minimalausstattung und 7-Zoll-Display für 99 US-Dollar anbieten. Reales Angebot oder Fake?

Cherrypal | Ist das Africa wirklich erhältlich?

Cherrypal | Ist das Africa wirklich erhältlich?

Cherrypal | Mehr Schein als Sein?

Cherrypal | Mehr Schein als Sein?

Sowohl in „ärmeren“ Ländern als auch in „reicheren“ Staaten sind mobile Rechner mit Zugang zum Internet nicht für jeden erschwinglich. IT-Entwicklungshilfeprojekte wie „One Laptop per Child“ (OLPC) wollen auch Kindern in sogenannten Entwicklungsländern den modernen Zugang zu Bildung erleichtern.

Offenbar will auch Cherrypal aus Hong Kong nun offenbar diese Idee vermarkten. Cherrypal schreibt die Idee für das Billignotebook „Africa“ aber einem gewissen Philip Kyei Appiah zu, der nach eigenen Angaben Gründer der PAAJAF Foundation sein soll.

PAAJAF sei eine humanitäre Organisation in Accra, Ghana. Die Webseite der „Organisation“ bietet aber lediglich eine Postfachadresse und bei vielen Seiten fehlt die korrekte Verlinkung. Eine Kontoangabe zum Spenden ist freilich vorhanden, eine konkrete Vorstellung der Verantwortlichen hingegen nicht.

Aber auch bei Cherrypal sind wohl Zweifel hinsichtlich der Motivation für das Billignotebook berechtigt. Cherrypal gehört nach eigenen Angaben zu Tristate Lifestyle Brands, einer kleinen Gruppe „innovativer“ (lies „erfindungsreicher“) Marken im Herzen Kowloons, Hong Kong. Soweit so gut.

Für wie seriös man allerdings die weiteren „Aktivitäten“ der Gruppe erachtet, soll jeder Leser selber entscheiden. Jedenfalls werben die findigen „Lifestyler“ auf fairthinker.com auch mit Reichmacher-Slogans wie „Cyber wealth for everyone – Legitimate Internet Income Opportunities“ und auf larrydating.net respektive larrydating.com, larrykiss.org auch gleich noch mit einem Dating-Service in Beverly Hills, USA namens „SugarRomance Lifestyle Dating“.

Zum angepriesenen Notebook Africa: Das Basisgerät soll es zum Verkaufspreis von 99 US-Dollar geben. Das sind umgerechnet rund 69 Euro. Eine aufwändige Ausstattung ist für diesen Preis selbstverständlich nicht möglich. So soll das Africa auch lediglich einen langsamen 400-MHz-Prozessor und 256 MByte Arbeits- und 2 GByte Flash-Speicher bieten. Das 7-Zoll-Display muss mit einer Auflösung von 800 x 600 Bildpunkten auskommen.

So versäumt es Cherrypal dann freilich auch nicht, gleich noch auf das deutlich teurere 13,3-Zoll-Notbook Bing mit Atom-N280-Prozessor und Windows XP hinzuweisen. Das Bing sei mit knapp 400 Dollar doch eine deutlich bessere Wahl als das schnöde Africa. Alles klar? Bling!

1 Kommentare zum Artikel

Thema lesen / Antworten

#1 Re: Cherrypal: 99-Dollar-Notebook „Africa“ einHIHEEL, 13:45 10.01
http://www.google.com/search?q=cherrypal+scam

Sieht nicht gut aus......
Alle 1 Beiträge lesen / Antworten


Neueste News-Artikel

 

Autor: Notebookcheck, 11.09.2005 (Update:  9.03.2010)