Notebookcheck Logo

Apple sucht wegen Speicherkrise die Zusammenarbeit mit chinesischem Chip-Hersteller auf Pentagon-Liste

MacBook Neo
ⓘ Notebookcheck
MacBook Neo
Apple versucht, von der Trump-Regierung eine Genehmigung für den Kauf von Speicherchips des chinesischen Herstellers CXMT zu erhalten, eines Chipproduzenten, der auf der Pentagon-1260H-Liste von Unternehmen steht, die nach Einschätzung des US-Verteidigungsministeriums Verbindungen zur Volksbefreiungsarmee haben, berichtet die Financial Times. Der Schritt erfolgt zwei Tage, nachdem Apple die Preise seiner Mac- und iPad-Produktlinien um 17 bis 25 Prozent erhöht hat und dies mit einer globalen Speicherknappheit begründete, die durch die Nachfrage von KI-Rechenzentren ausgelöst wird. Apple bezieht Speicher derzeit von Micron, Samsung und SK Hynix. Eine Einbindung von CXMT würde die Lieferkette diversifizieren, der Schritt stößt jedoch bereits im US-Kongress auf scharfe Kritik.

Apple hat sich bei der Trump-Regierung um eine Genehmigung für den Kauf von Speicherchips des chinesischen Chip-Herstellers CXMT bemüht, der auf der 1260H-Liste des Pentagon steht – einer Liste von Unternehmen, die nach Einschätzung des US-Verteidigungsministeriums Verbindungen zur Volksbefreiungsarmee haben. Das berichtete die Financial Times am Freitag. Apple habe die Angelegenheit erstmals vor etwa einem Monat beim US-Handelsministerium angesprochen.

Apple ist rechtlich nicht direkt daran gehindert, bei CXMT einzukaufen – die 1260H-Einstufung betrifft in erster Linie das Verteidigungsministerium selbst, nicht jedoch private Unternehmen. Ein Vorgehen ohne Genehmigung der Regierung könnte jedoch Apples Geschäftsbeziehungen mit US-Bundesbehörden im Zusammenhang mit Bundesaufträgen gefährden. Der US-Kongress hat bereits seine Ablehnung signalisiert. John Moolenaar, der die parlamentarischen Untersuchungen zum geopolitischen Einfluss Chinas leitet, bezeichnete den Schritt gegenüber der Financial Times als schwerwiegenden Fehler.

Der Bericht folgt zwei Tage nachdem Apple die Preise seiner Mac- und iPad-Produktlinien im Laufe der Woche deutlich erhöht hat – die umfangreichste Preisanpassung in der jüngeren Unternehmensgeschichte. Das MacBook Neo stieg von 599 auf 699 US-Dollar, das 13-Zoll-MacBook Air von 1.099 auf 1.299 US-Dollar, und die iPad-Pro-Modelle wurden um 200 US-Dollar teurer. Analyst Amit Daryanani von Evercore bezifferte die Preiserhöhungen auf 17 bis 25 Prozent über die Basiskonfigurationen hinweg. Die Apple-Aktie fiel an diesem Tag um 6,1 Prozent, wodurch rund 265 Milliarden US-Dollar an Marktwert verloren gingen.

Apple bezieht derzeit Speicherchips von Micron, Samsung und SK Hynix. Alle drei stehen unter Druck durch die starke Nachfrage aus KI-Rechenzentren, die zunehmend Kapazitäten aus dem Verbrauchermarkt abziehen. Laut Counterpoint Research haben sich die Speicherpreise in den vergangenen drei Quartalen vervierfacht. Die Aufnahme von CXMT als zusätzlichem Lieferanten würde Apple einen vierten Anbieter verschaffen und die Abhängigkeit von einer seit Monaten angespannten Lieferkette reduzieren.

Apple-CEO Tim Cook hat erklärt, dass die Speicherengpässe voraussichtlich noch mehrere Monate andauern werden. Die Übergabe der operativen Verantwortung an den designierten CEO John Ternus ist für den 1. September vorgesehen. Apple hat sich zu dem Bericht nicht geäußert. Auch die Trump-Regierung hat bislang keine Stellungnahme dazu abgegeben.

Google LogoAls bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Mail Logo
static version load dynamic
Loading Comments
Diesen Artikel kommentieren / Antworten
> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-06 > Apple sucht wegen Speicherkrise die Zusammenarbeit mit chinesischem Chip-Hersteller auf Pentagon-Liste
Autor: Antony Muchiri, 27.06.2026 (Update: 27.06.2026)