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Dating-Falle: Apps wie Grindr, Lovoo, Jaumo und Tinder geben Kundendaten weiter (Update)

Dating-Falle: Apps wie Grindr, Lovoo, Jaumo und Tinder geben Kundendaten weiter.
Dating-Falle: Apps wie Grindr, Lovoo, Jaumo und Tinder geben Kundendaten weiter.
[Update] PC Magazin hat zusammen mit dem Mobile-Security-Labor Appvisory die Datensicherheit von fünf beliebten mobilen Dating-Apps getestet. Das Ergebnis ist ernüchternd: Lediglich der britische Anbieter Badoo wahrt die Datensicherheit, alle anderen Apps fallen durch.

Weltweit nutzen derzeit rund eine halbe Milliarde Abonnenten mobile Dating-Apps wie Badoo, Grindr, Lovoo, Jaumo und Tinder. Gesucht wird über das Smartphone nach der großen Liebe, neuen Bekanntschaften oder schnellen Sex. Aber Achtung: Nutzer von Dating-Apps bekommen meist gar nicht mit, dass viele angesagte Flirt-Apps persönliche Daten der Nutzer weitergeben. Am Ende verlieren die Nutzer die Kontrolle darüber, was mit ihren intimen Informationen passiert und tappen in die Dating-Falle.

Die Kollegen von PC Magazin und Appvisory haben die Datensicherheit der fünf Apps Badoo, Grindr, Lovoo, Jamo und Tinder hinsichtlich dem Schutz der Privatsphäre der User geprüft und kommen zu einem ernüchternden Ergebnis: Lediglich der britische Anbieter Badoo wahrt die Datensicherheit, alle anderen Apps fallen durch.

Bist Du damit einverstanden? Deine persönlichen Daten gehen an Werbenetzwerke und externe Firmen

Die Anmeldung bei mobilen Dating-Apps setzt die Angabe unterschiedlicher persönlicher Daten voraus. PC Magazin prüfte mit Appvisory, welche Serververbindungen die Apps herstellen und welche Informationen sie weiterschicken. Untersucht wurde jeweils sowohl die iOS- als auch die Android-Version der Apps.

Wolf Hosbach aus der PC-Magazin-Redaktion:

"Um einen passenden Partner zu finden, vertrauen Mitglieder den Dating-Diensten eine Menge persönlicher Daten, wie Namen, E-Mail-Adresse, Geburtsdatum, Geschlecht oder sogar sexuelle Vorlieben an. Wir waren regelrecht schockiert, als wir das Ergebnis der Analyse in Händen hielten: Bei vier von fünf Anbietern sind solche sensiblen Daten nicht gut aufgehoben."

Tatsächlich sammeln laut PC Magazin alle Dating-Apps Nutzerdaten und schicken diese weiter - an den eigenen Server oder an Drittanbieter. Tinder, Jaumo und Lovoo überragen gemäß PC Magazin diese Daten zwar verschlüsselt, diese ließen jedoch Rückschlüsse auf den Nutzer zu. Die Anbieter würden unter anderem die Android-ID an Analytics-Netzwerke weiterleiten, Tinder und Jaumo auch an Werbefirmen, was ein dauerhaftes Tracking ermögliche, ohne dass ein Nutzer darüber informiert sei oder dem gar widersprechen könne, so PC Magazin. PC Magazin: iOS-Versionen weisen in der Regel weniger Lücken auf, dennoch geben auch hier Grindr und Jaumo exakte Standortdaten weiter.

Badoo siegt, Information für Nutzer bleibt Mangelware

PC Magazin kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass die Dating-App-Anbieter nur bedingt über die Weitergabe von Nutzerdaten informieren. Die vier Anbieter Tinder, Badoo, Lovoo und Jaumo nennen in ihren Datenschutzerklärungen die Empfänger persönlicher Informationen gemäß PC Magazin nur sporadisch. Grindr verzichte komplett auf eine deutsche Fassung der Datenschutzerklärung.

Im Gesamtergebnis zeige sich das Londoner Unternehmen Badoo am verschwiegensten. Der mit 387 Millionen Nutzern weltweit größte mobile Dating-Anbieter überträgt laut dem PC-Magazin-Test als einzige App keine Userdaten an Werbenetzwerke oder externe Partner. Dennoch sammele der Anbieter die SSID und MAC-Adresse des WLAN-Accesspoints auf dem eigenen Server. Diese sei für die Standortbestimmung nötig, so Badoo.

Die komplette Auswertung erscheint in der nächsten Ausgabe des PC Magazins (EVT 6.7.2018) und auf www.pc-magazin.de.

[Update 26.07.2018, 15:29 Uhr] Post von Loovo:

Wir wurden von Lovoo auf eine auf eine Richtigstellung des PC Magazins für den Artikel "Love is in the Air?" in Ausgabe 8/18 hingewiesen, in der sich PC Magazin und PCgo für die unsaubere Berichterstattung entschuldigen.

Offenbar sind den Kollegen dort zwei Fehler in Bezug auf Lovoo unterlaufen, welche die Weitergabe von Nutzerdaten an Werbefirmen und Jaumo betreffen. In der Richtigstellung heißt es nun unter anderem, dass bei Lovoo die Android-ID des Nutzers zwar an ein Analytics-Netz geht, aber nicht zu Werbefirmen. Der News-Text oben wurde entsprechend angepasst.

Hier der Link zur Richtigstellung.

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Autor: Ronald Matta, 26.07.2018 (Update: 26.07.2018)
Ronald Matta
Ronald Matta - Senior Editor News - @RonaldTi
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