Notebookcheck

Test Matrox DualHead2Go DP (DisplayPort) Edition

Klaus Hinum , 07.06.2010

Erweiterter Desktop. Zusätzliche zwei externe Monitore am Laptop gefällig? Die Matrox DualHead2Go DP Edition kann diesen Wunsch erfüllen, falls sie einen geeigneten digitalen Monitorausgang an ihrem Notebook oder PC besitzen. Die Vor- und Nachteile klären wir in folgendem Testbericht.

Matrox DualHead2Go DP Edition Expansion Module
Matrox DualHead2Go DP Edition Expansion Module

Wenn ihr Notebook oder PC über einen digitalen Monitorausgang (DVI oder DisplayPort) verfügt, können sie die DualHead2Go DP Edition verwenden, um zwei Monitore an diesem einen Ausgang zu betreiben. DisplayPort und Dual-Link DVI Anschlüsse sind im Vorteil, da sie bis zu 2x 1920x1200 ausgeben können. Für Laptops mit analogem VGA Port, gibt es auch die DualHead2Go mit VGA Ein- und Ausgängen. Diese bietet prinzipbedingt jedoch eine schlechtere Signalqualität und ist auch nicht Gegenstand dieses Tests.

Technische Daten

Auch zwei Expansion Systems können an zwei Ausgängen betrieben werden.
Auch zwei Expansion Systems können an zwei Ausgängen betrieben werden.
  • Maximal 2x 1600x1200 bzw. 2x 1920x1200 Pixeln Auflösung
  • Keine unterschiedlichen Auflösungen auf beiden Monitoren möglich
  • 2 Jahre Garantie
  • PC, Linux und Mac kompatibel
  • 1 DisplayPort Eingang – 2 DisplayPort Ausgänge
  • USB und DisplayPort zur Stromversorgung

Um festzustellen ob ihr System mit DualHead2Go kompatibel ist, stellt Matrox auf ihrer Webseite ein Kompatibilitätstool zum Download bereit.

Falls man 2 digitale Ausgänge am PC besitzt, kann man sogar 4 Monitore durch zwei Expansion Module anschließen.

Hardware

Die schlichte schwarze DualHead2Go Box hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Die in China gefertigte Metallhülle ist einwandfrei verarbeitet und auch das abgerundete Design wirkt gefällig. Durch das Metallgehäuse ist die Stabilität sehr gut. Die vier Ports sitzen sauber im Gehäuse und sind im Gehäuse verschraubt und nicht nur auf der Platine aufgelötet.

Durch die Vertiefung auf der Unterseite dient das ganze Gehäuse anscheinend auch als Kühlkörper während der Benutzung. Einen Lüfter konnte Matrox dadurch einsparen und man wird mit dem lautlosen Betrieb belohnt.

Eine LED auf dem Monitorverteiler zeigt den aktuellen Zustand (in rot oder grün).

Verschraubte Kabelbuchsen
Verschraubte Kabelbuchsen
Abgerundetes Metallgehäuse
Abgerundetes Metallgehäuse
Vertiefung auf der Unterseite
Vertiefung auf der Unterseite

Schnittstellen

USB, DisplayPort Eingang und Status LED
USB, DisplayPort Eingang und Status LED
Zwei DisplayPort Ausgänge
Zwei DisplayPort Ausgänge

Technik

Technisch splittet das Graphics eXpansion Module das angeschlossene Monitorsignal auf die beiden Monitorausgänge auf. Verwobene Soundsignale aus werden jedoch wahrscheinlich nicht weitergeleitet. Dadurch „sieht“ der Rechner die Box als einen einzigen Monitor, der die eingespielten Auflösungen zur Verfügung stellt. Die Funktion ist daher nicht vom Matrox Treiber abhängig und daher ist auch eine gewisse Zukunftssicherheit gegeben. Die maximale Auflösung ist jedoch durch den Grafikkartenausgang beschränkt. DisplayPort und Dual-Link DVI (per Adapter) können z.B. maximal 3840x1200 ausgeben und dadurch 2x 1920x1200 ermöglichen. Eine komplette Liste der möglichen Auflösungen finden Sie hier auf Matrox.com.

Gesamte Platine der DH2Go
Gesamte Platine der DH2Go
IDT VPP1101 Panel Port Chip beim Eingang
IDT VPP1101 Panel Port Chip beim Eingang
Zwei DP501HDM bei den Ausgängen
Zwei DP501HDM bei den Ausgängen

Treiber / Software

Die Treiber bieten grundsätzlich die Möglichkeit vier Auflösungen in die DualHead2Go Box einzuspielen. Diese werden dann dem Betriebssystem automatisch, wie bei einem einzelnen Monitor, als verfügbare Auflösungen übermittelt. So kann man z.B. 2x 1920x1080 @ 60 Hz in das Expansion Module hochladen. Der Rechner erhält dann das Feedback das ein Monitor mit 3840x1080@60Hz angeschlossen ist. Die DualHead2Go teilt dieses Signal dann auf beide Monitore auf (je nach Einstellung horizontal oder vertikal) und gibt sie an den Ausgängen aus.

Ein weiteres Feature der Treiber sind einige Windows Management Optionen, wie z.B. das Maximieren eines Fensters auf nur einem externen Monitor. Auch Menu- und Tooltip Spanning lässt sich z.B. in den Windows Treibern verhindern.

Der Treiber für Mac OS X beschränkt sich im Vergleich zu den Windows Treibern auf die notwendigsten Funktionen. Er ermöglicht das Ändern der in der DualHead2Go gespeicherten Auflösungen und auch der eingestellten Auflösung. Außerdem kann man per Hotkey Tool das derzeit aktive Fenster auf einen Bildschirm maximieren.

Performance

DualHead2Go DP Edition

Um die Leistung der DualHead2Go DP Edition zu testen, haben wir sie an einem neuen 15" MBP und 17" MBP under Windows 7 und Mac OS X 10.6.3 betrieben. Weder unter Windows, noch unter Mac OS X lies sich ein Leistungsabfall im Vergleich zu einem einzelnen angeschlossenen Monitor messen. XBench und CineBench 11 erbrachten immer vergleichbare Ergebnisse und auch beim Arbeiten auf dem erweiterten Desktop konnten wir keine Einbußen feststellen. HD Videos und Spiele liefen in unseren Tests ebenso ohne merkbaren Unterschied auf dem erweiterten Desktop.

Testeindrücke und Erfahrungen

Um etwas detailliertere Eindrücke von der DualHead2Go DP Edition zu bekommen, haben wir unter MacOSX und Windows 7 einige Stunden mit zwei externen Monitoren (2x 1920x1080) gearbeitet. Gerade unter Windows war das erste Einrichten etwas umständlich und mit einigen Neustarts verbunden. Sobald man das Matrox Tool jedoch durchschaut, geht die Konfiguration schnell von der Hand.

Die Bildqualität war aufgrund der digitalen Verbindung ohne Tadel. Schärfe und Farbdarstellung waren nicht von einem direkt angeschlossenen Monitor zu unterscheiden.

Den zusätzlichen externen Monitor, den man durch die DualHead2Go gewinnt, lernt man schnell zu schätzen. Besonders professionelle Anwender (z.B. Programmierer, Architekten, Videoschnitt-Experten) profitieren von der zusätzlichen Arbeitsfläche enorm. Praktischerweise kann man unter Windows die Fenster auch nur auf einen externen Monitor maximieren. In Mac OS X gibt es hierfür nur einen Tastatur-Shortcut, jedoch gibt es in Apples Betriebssystem auch keinen dedizierten Button um Fenster bildschirmfüllend zu vergrößern. Das grüne "+" jedes Fensters soll eigentlich nur jedes Fenster so weit vergrößern wie nötig.

Der größte Nachteil ist die fehlende Möglichkeit Videos im Vollbild Modus auf nur einem externen Schirm auszugeben (ohne Klonmodus Einstellung). Besonders Youtube Videos lassen sich dadurch nicht bildschirmfüllend wiedergeben (ausser auf dem internen Notebookdisplay). Weiters waren die Fenster (Windows 7 + Mac OS X) und Auflösungen (Mac OS X) nach dem Entfernen der Box und Wiederanschließen falsch. Dies ist jedoch eher auf das Betriebssystem zurückzuführen.

Da wir für unsere MacBook Testgeräte und die externen Monitore sehr viele Adapter benötigten (MacBook: Mini Displayport -> DisplayPort, DisplayPort -> DVI, DisplayPort -> DVI -> HDMI), entstand ein beträchtlicher Kabelsalat. Dies lässt sich nur verhindern wenn man zwei Monitore mit DisplayPort Eingang besitzt.

Spiele wurden im Test entweder auf beiden Bildschirmen verteilt dargestellt (wenn das Spiel die Auflösung unterstützte oder im Fenstermodus), oder auf beiden externen Modus gleichzeitig (Klonmodus). Aufgrund des fehlenden Bezelmanagement (Rahmen werden rausgerechnet), eignet sich die DualHead2Go hierfür jedoch nicht so gut wie z.B. AMDs Eyefinity.

Crysis im automatischen Klonmodus bei geringer Auflösung
Crysis im automatischen Klonmodus bei geringer Auflösung
Crysis im Fenster auf beiden externen Bildschirmen
Crysis im Fenster auf beiden externen Bildschirmen
Crysis im Fenster auf internem und externem Bildschirm
Crysis im Fenster auf internem und externem Bildschirm
Mac OS X Desktop (1)
Mac OS X Desktop (1)
Mac OS X Desktop (2)
Mac OS X Desktop (2)
World of Goo unter Mac
World of Goo unter Mac

Fazit

Die DualHead2Go DP Edition ist mit 176,72 – 223,93 Euro (z.B. 204,14 bei Amazon) nicht gerade ein Schäppchen, für viele Notebookbesitzer jedoch die einzige Möglichkeit zwei zusätzliche Monitore zu betreiben. Im Vergleich zu USB Monitoren, ist die Performance deutlich besser und unterscheidet sich nicht von einem direkt angeschlossenen Display.  Verglichen mit einem teuren 30" Monitor mit DisplayPort Anschluss (derzeit etwa 1400 Euro), ist die Kombination von 2x 24" Monitoren und der DualHead2Go deutlich billiger und man erhält sogar etwas mehr Pixelfläche.

Einzig kommende Eyefinity Notebooks (mit DisplayPort Ausgang) und eventuell die kommenden GeForce 4x0M Grafikkarten können ähnliche Features bieten. Damit ist diese Lösung vor allem für Aufrüster interessant.

+ keine Performance Einbußen
+ zusätzlicher externer Monitor
+ gute Verarbeitung der Box
- Keine unterschiedlichen Auflösungen auf beiden Monitoren möglich
- Fullscreen Video wird immer auf beide Monitore verteilt
- Windows Treiber erfordert häufige Neustarts
- nur durchschnittliche Haptik
- Geringerer Funktionsumfang unter Mac OS X
- Bei Abschließen und Anschließen kommen die Fenster / Auflösungen oft durcheinander

 

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Autor: Klaus Hinum (Update:  6.06.2013)