Test Seagate FreeAgent GoFlex 1 TB Ultra-Portable Drive

Von: Tobias Winkler, 21.08.2010

Schnittstellenkünstler.

Seagate hat seine Produktlinie der externen 2,5“ Festplatten renoviert und sich gleich Gedanken zum Schnittstellenkonzept gemacht. USB 3.0, eSata, Firewire 800, USB 2.0 und LAN decken ein breites Spektrum ab. Wie das funktioniert, haben wir uns genauer angesehen.

Bild: Seagate
Bild: Seagate

Seagate bricht mit der traditionellen Beschränkung externer Festplatten auf eine oder mehrere bestimmte Schnittstellen. Mit dem Kauf des Speichers musste man sich bisher immer auf eine bestimmte Verbindungsmöglichkeit festlegen oder aber für mehrere Schnittstellen in einem Gerät einen gehörigen Aufpreis zahlen. Seagate geht nun einen neuen Weg und zieht sich zunächst auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zurück. Die Gehäuse bieten nunmehr das, was man von internen Laufwerken her gewohnt ist. Stromanschluss und Sata-Port. Theoretisch könnte man diese so auch intern in einem Desktop-Rechner verwenden. Für den externen Gebrauch hat Seagate eine durchdachtes Adapterkonzept entwickelt, das auf die oben genannten Schnittstellen aufsetzt.

Zum Standard-Lieferumfang gehört die USB 2.0 Schnittstelle, die sich je nach Bedarf um optionale eSata (powered eSata mit Stromversorgung über USB), Firewire 800, USB 3.0 eine USB 2.0 Auto Backup Version oder einen Gigabit-LAN Dock ergänzen lässt. So kann man sich ganz gezielt seine benötigten Schnittstellen anschaffen und an allen FreeAgent Goflex Ultraportable Festplatten nutzen. Das ist in der Anschaffung je nach Bedarf vielleicht etwas teurer als gewohnt, bei mehreren Laufwerken dürfte sich das System jedoch schnell rechnen. Nachteil: Man ist mit diesem Konzept an Seagate als Hersteller gebunden.

Allgemeines

glossy Lack sehr schick aber auch sehr empfindlich
glossy Lack sehr schick aber auch sehr empfindlich
Gummifüße an der Unterseite könnten ein Verrutschen besser unterbinden
Gummifüße an der Unterseite könnten ein Verrutschen besser unterbinden

Grundsätzlich ist die Serie in vier verschiedenen Farben erhältlich. Schwarz, rot, blau und silber. In allen Farben ist derzeit nur die 500 GB Variante lieferbar, die 320 GB gibt es auch in silber, 750 GB und 1 TB Modelle sind wie bei unserem Testmodell derzeit auf ein Hochglanz-Schwarz beschränkt. Nachteil dieser Oberflächenlackierung ist die schnelle Verunstaltung mit Fingerabdrücken, Staub und Mikrokratzern selbst bei sehr sorgfältiger Handhabung. Ebenso wenig gefällt das Fehlen von Gumminoppen an der angerauten Unterseite, die ein Verrutschen des Laufwerks, insbesondere auf glatten Oberflächen, deutlich besser verhindern könnten. Seagate gibt für unser 1 TB Testmodell (nur Festplatte) ein Gewicht von 280g an, wir haben zusammen mit Adapterkabel 300g gewogen. Die Maße liegen für das etwas höher gebaute 1 TB Modell (Festplatte mit 12,5 mm Bauhöhe) mit 134 mm (L) x 89 mm (B) x 22 mm (H) im üblichen Rahmen.

Gut gefällt das Herzstück der GoFlex Modellserie. Zum einen sind die Schnittstellen am Heck relativ gut geschützt und zum anderen sind die Adapterkabel sehr robust und griffsicher konstruiert. Das weckt Vertrauen in die Langzeithaltbarkeit und ermöglicht ein unproblematisches Anstecken und Abziehen am Gehäuse. Eine Arretierung erfolgt durch die Schnittstelle selbst und die Form des Adapters, zusätzliche Schieber oder Knöpfe sind nicht vorhanden. Zwei eingelassene Status-LEDs geben Aufschluss über den Betriebs- und Verbindungszustand. Die Kabel haben eine Länge von etwa 43 cm und entsprechen damit dem, was man sonst von mobilen 2,5“ Festplatten gewohnt ist.

An Adapterkabeln haben wir für den Test bis auf Firewire 800 alle Varianten zur Verfügung. Die USB 2.0 Autobackup-Funktion beleuchten wir jedoch erst im bald folgenden Test der 320 GB Version und die Gigabit-LAN Dockingstation ebenfalls in einem weiteren separaten Bericht.

Ansonsten haben wir die Schnittstellen an verschiedenen Notebooks ( HP Probook 6545b, HP Mini 5101, Lenovo Thinkpad W701) und einem Desktoprechner mit MSI 880GMA-E45 Board (nur USB 2.0 und USB 3.0) getestet. Auch kam eine USB 3.0 ExpressCard/34 von Raidsonic zum Einsatz.

Wie erwartet verwendet Seagate in seiner 2,5“ FreeAgent GoFlex Ultraportable Drive ein Laufwerk aus eigenem Hause. Wir haben die ST91000430AS ermittelt, die es einzeln hierzulande noch nicht zu kaufen gibt. Nähere technische Daten konnten wir somit nicht feststellen, lediglich die 16 MB Cache sind uns nicht verborgen geblieben.

Performance

USB 2.0

Mit USB 2.0 Kabel, welches jeder 2,5“ GoFlex beiliegt, haben wir eine maximale Übertragungsrate von 30,8 MB/s und eine durchschnittliche Übertragungsrate von 29,3 MB/s ermittelt. Das sind für USB 2.0 übliche Werte, die gerade von Notebooks nur selten erreicht werden. Die Stromversorgung gelang hier sowohl an den Mobilrechnern als auch am Desktop-PC sehr zuverlässig.

USB 3.0

Mit angestecktem USB 3.0 Adapter konnten wir an dem MSI Mainboard die Leistungsfähigkeit der Seagate ST91000430AS ausreizen und erzielten mit 87 MB/s im Maximum und 67,7 MB/s im Durchschnitt ein ansehnliches Resultat, vor allem, wenn man Baugröße und Speicherkapazität mitberücksichtigt. In diesem Punkt sind so manche 320 GB Festplatten, die wir in aktuellen Notebooks vorfinden, deutlich langsamer. Siehe dazu auch unsere umfangreiche HDD Benchmarkliste. An einer Raidsonic ExpressCard USB 3.0 Erweiterung erzielte die Seagate mit 87,7 MB/s im Maximum und 67,9 MB/s im Durchschnitt nahezu identische Werte. An der Thinkpad W701 Workstation limitiert die USB 3.0 Schnittstelle die maximale Übertragung auf 76,9 MB/s. Im Durchschnitt ist der Unterschied mit 65,2 MB/s nicht mehr ganz so groß.

Hinsichtlich der Stromversorgung stellten wir wie schön öfter bei USB 3.0 fest, dass die Festplatten je nach Schnittstelle nicht immer zuverlässig funktionieren. Die USB 3.0 ExpressCard von Raidsonic lieferte erst mit USB 2.0 Stromversorgung genügend Energie. An USB 2.0 Ports, die laut Spezifikation deutlich weniger Strom liefern sollten, funktionierte die Festplatte hingegen auch mit USB 3.0 Kabel problemlos. Das haben wir beispielsweise bei der Verbatim Store`n`go 500 GB USB 3.0 auch schon anders erlebt. Am USB 3.0 Anschluss des Lenovo Thinkpad W701 stellten wir ebenfalls ein einwandfreies Funktionieren fest.

eSata

Im nächsten Test haben wir uns der eSata Schnittstelle gewidmet. Diese ist beim eSata Adapter der GoFlex als powered eSata ausgeführt. Bedeutet, dass diese nur an USB/eSata Kombianschlüssen funktioniert, da USB hier die Stromversorgung übernimmt. An herkömmlichen eSata-Ports tut sich also nichts. Wir haben für diesen Test lediglich das Lenovo Thinkpad W701 zur Verfügung gehabt, da dem Celsius H700 die USB-Stromversorgung fehlt und damit die Festplatte nicht in Betrieb genommen werden konnte. Am Thinkpad erreichten wir nicht weit von der USB 3.0 Performance entfernt 78,9 MB/S als maximalen Ausschlag und 66,1 MB/S im Mittel. Auch hier zeigt sich anhand der Grafik und der Vergleichswerte, dass die eigentliche Festplatten-Leistung durch einen der eSata Controller beschränkt wird. Ob dies nun am Thinkpad, wie bei USB 3.0 festgestellt, oder am Seagate-Controller liegt, konnten wir mangels Vergleichsmöglichkeiten nicht ermitteln.

Verschiedene Schnittstellen verschiedener 2,5" Festplatten im Vergleich
Verschiedene Schnittstellen verschiedener 2,5" Festplatten im Vergleich

Fazit

Seagates GoFlex ist in der ersten Anschaffung nicht sehr günstig, rechnet sich aber, wenn man eine zweite oder dritte Festplatte des gleichen Systems verwendet. Das Schnittstellenkonzept ist in der Handhabung ausgereift und macht einen sehr robusten Eindruck. Die von uns verwendeten Anschlüsse limitieren die eigentliche Leistungsfähigkeit der intern verbauten Festplatten kaum und geben somit gut die Laufwerksperformance ohne Verluste weiter. Unser Testmodell mit sehr üppigen 1000 GB Kapazität liefert eine gute Geschwindigkeit, bietet dennoch kompakte Ausmaße und funktioniert an allen getesteten Schnittstellen tadellos.

Nicht so gut gefällt, vor allem im Mobilbetrieb, das Fehlen von Gummifüßen an der Unterseite, die ein ständiges Verrutschen verhindern könnten und die sehr empfindliche Piano-Lack Oberfläche, die schnell von Fingerabdrücken und sonstigen Spuren verunstaltet wird.

Wer über diese Kleinigkeiten hinweg sehen kann, bekommt die derzeit maximal verfügbare Speicherkapazität im 2,5“ Format in einer gut transportierbaren Variante mit innovativem Schnittstellenkonzept und ansprechender Leistungsfähigkeit.

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Im Test: Seagate FreeAgent GoFlex 1 TB
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Seagates Goflex Serie gibt es derzeit mit Kapazitäten von 320 GB bis 1000 GB
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Kernstück der neuen Modellreihe ist ein ausgeklügeltes Schnittstellenkonzept...
Kernstück der neuen Modellreihe ist ein ausgeklügeltes Schnittstellenkonzept...
...welches sich am Gehäuse auf Sata und Stromversorgung reduziert...
...welches sich am Gehäuse auf Sata und Stromversorgung reduziert...
erst ein Adapter bringt die benötigte USB 2.0, USB 3.0, eSata oder FW800 Schnittstelle dazu
erst ein Adapter bringt die benötigte USB 2.0, USB 3.0, eSata oder FW800 Schnittstelle dazu
Im Test haben wir eSata, USB 3.0 und USB 2.0
Im Test haben wir eSata, USB 3.0 und USB 2.0
Das 1 TB Gehäuse ist aufgrund der 12,5 mm hohen Festplatte etwas höher als das der 320 und 500 GB Varianten
Das 1 TB Gehäuse ist aufgrund der 12,5 mm hohen Festplatte etwas höher als das der 320 und 500 GB Varianten
bald im Test: Seagate FreeAgent GoFlex Net
bald im Test: Seagate FreeAgent GoFlex Net

Shortcut

Was uns gefällt

Innovatives Schnittstellensystem ermöglicht ein sehr breites Einsatzspektrum. 1 TB Speicher im mobilen 2,5" Format sind sehr üppig dimensioniert.

Was wir vermissen

Eine bessere Ausnutzung der möglichen Schnittstellengeschwindigkeiten bei USB 3.0 und eSata. Eine weniger anfällige Oberflächenlackierung mit mehr Langzeitqualität.

Was uns verblüfft

wie benutzerfreundlich und einfach das Schnittstellensystem umgesetzt ist

Die Konkurrenz

kann ähnliches derzeit nicht bieten. Wenn man sich auf bestimmte Schnittstellen beschränken möchte sind die Modelle der LaCie rugged Serie (USB 3.0 / eSata) hinsichtlich der erreichten Geschwindigkeit immer noch in der Spitzenposition.

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Autor: Tobias Winkler (Update:  9.07.2012)