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Astronomen entdecken hellsten schnellen Radioblitz aller Zeiten, 130 Millionen Lichtjahre entfernt

Das CHIME Teleskop (Bildquelle: CHIME, Andre Renard, Dunlap Institute for Astronomy & Astrophysics, University of Toronto)
Das CHIME Teleskop (Bildquelle: CHIME, Andre Renard, Dunlap Institute for Astronomy & Astrophysics, University of Toronto)
Einem Forscherteam ist es gelungen, den bisher hellsten schnellen Radioblitz aufzuzeichnen. Dieses nur Millisekunden andauernde Phänomen stammt aus einer nahegelegenen Galaxie und verschafft Astronomen eine außergewöhnliche klare Sicht auf diese kosmische Erscheinung.

Ein internationales Team von Wissenschaftlern, darunter Physiker des MIT, hat einen extrem hellen schnellen Radioblitz (auch "FRB" oder "Fast Radio Burst" genannt) registriert. Er stammt aus einer 130 Millionen Lichtjahre entfernten Spiralgalaxie im Sternbild Ursa Major. Der am 16. März 2025 entdeckte Blitz ist einer der am nächsten gelegenen und der hellste jemals aufgezeichnete FRB, weshalb ihm der Spitzname RBFLOAT (Radio Brightest Flash of All Time) verliehen wurde.

Die im "Astrophysical Journal Letters" veröffentlichte Entdeckung ist die erste, die mit dem neu aufgerüsteten Teleskop namens "Canadian Hydrogen Intensity Mapping Experiment" (CHIME) gemacht wurde. Durch die Erweiterung um drei Ausleger-Stationen in Nordamerika kann das System nun die Herkunft dieser mysteriösen Blitze extrem genau bestimmen.

Damit konnten die Forscher den Blitz nicht nur der Galaxie NGC 4141 zuzuordnen, sondern auch einen bestimmten Ort am Rand der Galaxie feststellen, knapp außerhalb eines aktiven Sternentstehungsgebiets. Dieser Standort liefert einen wichtigen Hinweis auf seinen Ursprung. Die führende Hypothese besagt, dass schnelle Radioblitze von jungen magnetischen Sternen, sogenannten Magnetaren, verursacht werden, die man eigentlich im Zentrum von Sternentstehungsgebieten vermuten würde. Die Position dieses neuen FRB deutet darauf hin, dass seine Quelle ein etwas älterer Magnetar sein könnte, der mehr Zeit hatte, sich von seinem Entstehungsort zu entfernen.

Kiyoshi Masui, Privatdozent in Physik am MIT, erläutert (aus dem Englischen übersetzt):

Kosmisch gesehen ereignete sich dieser schnelle Radioblitz quasi in unserer Nachbarschaft. Das verschafft uns die Möglichkeit, einen ziemlich gewöhnlichen FRB in außergewöhnlicher Detailgenauigkeit zu untersuchen.

Nach Auswertung von Archivdaten aus sechs Jahren fanden die Forscher keine früheren Blitze aus dieser Quelle. Das deutet darauf hin, dass es sich um ein einmaliges Ereignis handelt und nicht um einen sogenannten "Repeater", also einen wiederkehrenden Radioblitz. Die Nähe und Helligkeit dieses Blitzes geben Wissenschaftlern eine einzigartige Gelegenheit, die Umgebung eines nicht-wiederkehrenden schnellen Radioblitzes zu untersuchen und besser zu verstehen, was diese gewaltigen Energieblitze antreibt.

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Autor: Chibuike Okpara, 22.08.2025 (Update: 22.08.2025)