Smarte Produkte sind auf dem Vormarsch - zumindest liest man das in den letzten Jahren immer wieder von verschiedensten Quellen. Das mag für viele Geräte durchaus stimmen, kommen doch immer mehr per Sprachbefehl und über lokale Systeme steuerbare Produkte auf den Markt.
Auch die Hersteller von Durchlauferhitzern haben das Marketing-Potenzial von "smart" erkannt. Der Markt ist voll von "Connected"-Versprechen, doch schaut man unter die Haube vieler aktueller Modelle von großen Marken wie Stiebel Eltron, Vaillant oder AEG, so findet man oft nur smarte "Lite"-Funktionen.
Nur Bluetooth- und Funk-Fernbedienung?
Oft beschränken sich die smarten Fähigkeiten des Durchlauferhitzers darauf, dass diese die Einstellung der Wunschtemperatur über Funk oder Bluetooth ermöglichen. Teilweise lediglich mit klassischer Fernbedienung, andere ermöglichen auch die App-Steuerung mit dem Smartphone. In beiden Fällen besteht der Vorteil darin, diese Einstellung nicht direkt am Gerät vornehmen zu müssen. Das ist insbesondere dann praktisch, wenn dieses versteckt oder schwer zugänglich montiert ist. In allen anderen Fällen ist der Nutzen aber relativ beschränkt: Bluetooth hat nur eine geringe Reichweite, ob die Wunschtemperatur dann direkt am Gerät verändert wird oder ob man das Smartphone mit nassen Fingern bedienen muss, ist dann schon relativ egal.
Einige neue Modelle, insbesondere die Flaggschiff-Varianten, bieten jedoch auch WLAN-Verbindungen. Doch oft kommunizieren die Geräte dann lediglich mit der Hersteller-Cloud und können über die eigene App bedient werden, eine Einbindung in lokale Netzwerke oder Smart Home-Systeme wie Home Assistant ist nicht möglich. Das verhindert die Erstellung von Automatisierungen und das Einbinden in ein zentrales Energiemanagement-System.
Ausnahmen sind teuer und rar
Dass es zumindest nicht unmöglich ist, echt smarte Funktionen in einem Durchlauferhitzer zu verbauen, zeigt der Hersteller Clage. Die Modelle DSX Touch (ab rund 700 Euro bei Geizhals) bzw ISX (mindestens 1000 Euro) lassen je nach Gerät die Einbindung über REST-API oder Modbus in das eigene Smart Home-System zu. So lassen sich dann Daten wie der aktuelle Durchfluss, Ein- und Auslauftemperatur, aktuelle Leistung oder Stromverbrauch auslesen, auch das Einstellen der Temperatur und das Aktivieren von werkseitig integrierten Funktionen wie einer "Füllmengen-Automatik" (erhitzt eine vordefinierte Wassermenge und schließt anschließend das Ventil) sind möglich.
Darüber hinaus könnten auch andere Automatisierungen realisiert werden, etwa Lastspitzenkappung durch geringfügige Reduktion der Temperatur und Durchflussmenge oder ein automatischer Lastabwurf. Um rund 1000 Euro sind diese Geräte aber auch mindestens doppelt so teuer wie andere Komfort-Durchlauferhitzer.
Fazit
Wer einen wirklich smarten Durchlauferhitzer will, muss beim Kauf extrem genau hinschauen. Von Werbebegriffen wie "smart" oder "connected" kann nicht automatisch auf tatsächliche Smart Home-Funktionen geschlossen werden. Wird hingegen Modbus oder eine andere offene Schnittstelle erwähnt, darf das Bastlerherz höherschlagen - der Bastler selbst muss bis dato aber meist unnötig tief in die Tasche greifen.
Quelle(n)
Eigene Recherche, Stiebel Eltron, Clage









