Notebookcheck

Kolumne: Ich und mein Windows 7

von Florian Wimmer 12.11.2009

Teil 2: Drauf damit oder "Die Installation"

Unser Autor und sein (eigentlich zu alter) Laptop sind immer noch unterwegs, um Windows 7 zu erkunden. Die Erkenntnis des zweiten Teils: Das ist ja einfach!

Ob das gut geht?
Ob das gut geht?

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Ich hab's getan. Eines Abends saß ich vor meinem Laptop und dachte, jetzt tu ich's einfach. Also schnappte ich mir mein IBM Thinkpad mit 1,6 GHz Pentium M-Prozessor, 512 MByte RAM und, ohje wie winzig, 60 GByte Festplatte sowie die grüne Schachtel mit den abgerundeten Kanten.

Scheint echt zu sein...
Scheint echt zu sein...

Darin ruhen zwei DVDs, ebenfalls grün und mit viel Glitzerkram außenrum, in dem bei Bewegung die Wörter „Microsoft“ oder „Genuine“ oder natürlich „Windows 7“ auftauchen und wieder verschwinden. Also scheint es doch tatsächlich auch für den günstigen Preis eine echte, aus Redmond lizensierte Fassung zu sein, die ich erstanden habe.

Ist Windows 7 ein riesiger Datenwust? Oder warum liegen sonst zwei DVDs in der Plastikbox? Nein, keine Sorge, das liegt einzig und allein daran, dass Microsoft mit der Zeit geht und sowohl die 32- als auch die 64-Bit Version von Windows 7 Home Premium in die Schachtel legt. Das finden wir doch mal nett. Außerdem fühlt man sich endlich mal den Losern überlegen, die ihr Betriebssystem zusammen mit ihrem Fertigsystem bekommen haben und sowieso keine Ahnung haben und wahrscheinlich auch noch schlechten Atem. Naja, an irgendwas muss man sich schließlich erfreuen... Jedenfalls: Danke, Microsoft, dass ihr auch mal was gratis und ohne Haken beilegt! Wow, ich hätte nie gedacht, dass ich das nochmal sage...

Hoffentlich verwendet der Softwaregigant diese so leichtfertig dahin geschriebene Danksagung nicht als Packungsaufdruck zu Werbezwecken (Was sagt die Presse zu unserem neuen Superprodukt: Bild - „Geil“, notebookcheck.de - „Danke, Microsoft […] !“)... Schließlich hab ich das fertige Produkt ja noch nicht mal installiert. Aber ich mache mich jetzt mal dran.

Natürlich ist die Installation eines neuen Betriebssystems keine Sache, die man mal eben in 5 Minuten erledigt und leider auch keine sonderlich spannende. Deshalb werf ich schon mal 'ne DVD in den Player und stelle das Popcorn für einen gemütlichen Filmabend bereit, während im Hintergrund mein Thinkpad sich tausende Betriebssystemsbestandteile einverleibt.

Wobei, so bald wird das wohl nichts mit dem gemütlichen auf die Couch legen: Schließlich muss man dem Betriebssystem ja noch sagen, wo man es haben will, wie man heißt, bestätigen, dass man auch ja kein Softwarepirat ist und natürlich unterschreiben, dass man auch alle zukünftigen Microsoft-Betriebssysteme kaufen wird... So hab ich mir das zumindest vorgestellt.

Doch es kam ganz anders:

22:04 Uhr: Mit einem leisen „Klack“ öffnet sich die eigenwillig geformte Schachtel, in der Microsoft die Software bereitstellt. Ich entnehme die „32-Bit-Software“-DVD, die übrigens mit Windows ® Anytime Upgrade ausgestattet ist (was auch immer das sein mag) und die ich weder verleihen noch kopieren darf. Da nichts davon drauf steht, dass ich sie nicht in mein DVD-Laufwerk legen darf, mach ich das einfach mal.

22:05 Uhr: Da ich Windows XP gerne behalten würde (Nostalgie, Paranoia, was auch immer), habe ich in weiser Voraussicht schon eine zweite Partition auf der Festplatte angelegt und kann das Installationsprogramm jetzt bequem aus Windows heraus starten. Ein schickes, buntes Fenster geht auf und fragt mich, ob ich die Software jetzt installieren möchte. Na, da sag ich doch mal „Ja“.

22:06 Uhr: Nach einigem Kopieren und Dateien entpacken zeigt mir Windows einen ellenlangen Lizenzvertrag, dem ich zustimmen muss (Das mache ich natürlich ungelesen, wer vertraut Microsoft nicht?). Danach will Windows noch wissen, ob ich den Loser-Weg gehen will, oder ob ich ein richtiger Mann bin und einige Dinge selbst festlegen will (zugegebener Maßen wählt Microsoft hier andere Worte). Da ich ein echter Mann bin, sage ich, dass ich gerne die „Benutzerdefinierte Installation“ hätte und klicke auf „Weiter“. Dann wähle ich die zweite Partition aus und, oh Wunder: Windows beginnt mit der Installation! Keine Nachfragen mehr, kein Generve. Bedröppelt und völlig perplex, wie einfach das war, sitze ich erst mal drei Minuten in Schockstarre vor dem Laptop...

22:10 Uhr: Während immer noch Fortschrittsbalken über den Bildschirm flimmern, komme ich langsam wieder zu mir und mir wird klar, dass ich früher als erwartet mit dem Film beginnen kann. Noch etwas verdattert drücke ich die Wiedergabetaste. Weil ich mich auf eine lange Installationsnacht eingestellt habe, läuft jetzt „Der Herr der Ringe: Die Gefährten – Extended Edition“.

22:50 Uhr: Nach vierzig filmisch spannenden Minuten, von denen ich allerdings nur die Hälfte mitbekommen habe, weil ich ständig nervös zum Rechner blickte, will Windows 7 wieder was von mir haben. Einen Produkt-Key, natürlich, bitte liebes Windows, der steht doch auf dieser Karte in der Packung. Und aktivieren muss ich die Software auch, wobei das Windows inzwischen vollautomatisch übers Internet macht. Dann noch einige Sachen, wie Zeitzone, Wireless-LAN-Kennung und Benutzerdaten eingeben und das war's auch schon...

22:55 Uhr: Noch bevor Frodo Bruchtal erreicht, habe ich meine Queste längst abgeschlossen: Windows 7 ist installiert und startet zum ersten Mal betriebsfertig. Wow, das war echt einfach.

Die ersten 10 Minuten nach der Installation

Seine älteren Geschwister kennt Windows 7 scheinbar nicht beim Namen...
Seine älteren Geschwister kennt Windows 7 scheinbar nicht beim Namen...

50 Minuten sind ja nun wirklich keine schlechte Zeit, mit einem schnelleren PC kann man bestimmt noch mehr rausholen. Apropos, gibt’s da nicht so eine Leistungsbewertung, wie bei Vista?

Ja, in der Systemsteuerung finde ich den gewünschten Punkt und starte eine Leistungsbewertung meines Thinkpads. Während sich die Gefährten langsam zusammenfinden, ermittelt Windows 7 wie leistungsfähig mein Laptop... Wie, 1,0? Also, das erscheint mir schon ein sehr niedriger Wert, bei genauerem Hinsehen entdecke ich sogar: es ist der niedrigste Wert, den die Leistungsbewertung zu vergeben hat. Besonders die Grafikkarte scheint den Ansprüchen von Windows 7 nicht zu genügen.

Ich wusste ja, dass mein Thinkpad nicht den Standard in Sachen Leistung höher setzt, aber die ersten 10 Minuten, die ich mit Windows 7 verbracht habe, lief alles recht schnell und es gab keine Probleme. Da erscheint mir eine 1,0 schon etwas hart. Und eine Mobility Radeon 7500 sollte eigentlich für grundlegende Tätigkeiten auch ausreichen. Da stimmt doch was nicht. Genau, nach ein bisschen Gerätemanager durchstöbern entdecke ich, dass einfach nur der Standard VGA Grafikkartentreiber von Windows 7 installiert ist und da fällt mir auf, seit wann ist Windows denn so stumm? Kein Wilkommens Bling-Blong, kein strafendes Geräusch, wenn ich was falsch mache?

Auch dafür gibt es natürlich eine einfache Lösung: Es ist auch kein Soundtreiber installiert. Puuh, das könnte also noch etwas dauern, bis man mit Windows 7 richtig arbeiten kann. Außerdem gibt es noch Feintuning-Arbeit in Sachen Benutzerkontensteuerung, Aussehen und Einrichtung von Startmenü und Taskleiste zu machen.

Fürs Erste fahre ich Windows 7 mal wieder runter und beschäftige mich wieder mit Windows XP, meiner „früheren Windows-Version“, wie es so herzlos von Windows 7 im Boot-Menü genannt wird. Jetzt bin ich erst mal froh, dass das Ding drauf ist und noch beide Systeme funktionieren. Da kann man der Gemeinschaft des Rings auch in Ruhe beim Kampf gegen den Balrog zuschauen. Wie es mir als Umsteiger bei meinen ersten Schritten mit Windows 7 ergeht, das ist dann, wie man so schön sagt, eine andere Geschichte.

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Autor: Florian Wimmer, 12.11.2009 (Update:  9.07.2012)
Florian Schmitt
Florian Schmitt - Managing Editor Mobile
Als ich 12 war, kam der erste Computer ins Haus und sofort fing ich an rumzubasteln, zu zerlegen, mir neue Teile zu besorgen und auszutauschen – schließlich musste immer genug Leistung für die aktuellen Games vorhanden sein. Als ich 2009 zu Notebookcheck kam, testete ich mit Leidenschaft Gaming-Notebook, seit 2012 gilt meine Aufmerksamkeit vor allem Smartphones, Tablets und Zukunftstechnologien.