Mit Satellitenkommunikation: SOS-Funktion kommt in Kooperation mit Garmin auf Android-Smartphones, den Anfang macht kostenfrei das Pixel 9
Google integriert eine SOS-Satellitenfunktion in Android (Bildquelle: Garmin, Symbolbild)
Nutzer eines Pixel 9 können auch unabhängig von der Verbindung zu einem Mobilfunk- oder WiFi im Notfall Hilfe erhalten. Die Kommunikation erfolgt über eine Satellitenverbindung und erfordert dann im Regelfall nur eine (gedachte) Sicherverbindung.
Garmin hat eine Kooperation mit Google angekündigt. Konkret findet eine Integration des Garmin-Notfall-Kommunikationssystem in das Android-Ökosystem statt. Zuerst kommen Garmin-Angaben zufolge Nutzer eines Pixel 9 in den Genuss der neuen Funktion. Zudem gibt es eine weitere, harte Einschränkung: Die Funktion wird vorerst nur in den USA verfügbar sein. Garmin weist ausdrücklich darauf hin, dass es diese Integration ermöglicht, diese von einem WiFi- und Mobilfunknetzwerk unabhängige Kommunikationsart auch auf weitere Android-Smartphones zu bringen. Eine konkrete Ankündigung für kommende Geräte steht aber noch aus.
Wird die entsprechende Funktion ausgelöst, landen Anrufer nicht bei einer zuständigen, staatlichen Stelle, sondern beim Garmin Response Center. Dabei handelt es sich um eine logischerweise rund um die Uhr besetzte Rettungszentrale, welche dann in der eigenen Sprache vielleicht sogar am Telefon schon erste Hinweise geben kann und dann mit Behörden und Rettungsdiensten in Kontakt tritt. Die Kommunikation kann während der Rettungsmaßnahme aufrechterhalten werden.
Garmin nutzt das Iridium-Satellitennetzwerk, welches grundsätzliche eine weltweite Abdeckung bietet, eine Sichtverbindung zum Himmel ist aber freilich erforderlich. Eine solche Notruf-Funktion kann Leben retten und ist etwa für Wanderer in Regionen mit begrenzter Netzabdeckung oder auch Segler relevant, etwa Piloten können ebenfalls von der Technik profitieren. Apple bietet eine solche Funktion schon länger an. Garmin und Google rufen für das Feature zumindest in den ersten zwei Jahren nach der Aktivierung des Endgeräts keine Kosten auf, Apple hat den inkludierten Zeitraum bereits verlängert. Zum Vergleich: Für ein InReach-Abo werden im Monat weit über 10 Euro aufgerufen.
Silvio Werner - Senior Tech Writer - 16184 Artikel auf Notebookcheck veröffentlicht seit 2017
Ich bin seit über zehn Jahren journalistisch aktiv, den Großteil davon im Bereich Technologie. Dabei war ich unter anderem für Tom's Hardware und ComputerBase tätig und bin es seit 2017 auch für Notebookcheck. Mein aktueller Fokus liegt insbesondere auf Mini-PCs und auf Einplatinenrechnern wie dem Raspberry Pi – also kompakten Systemen mit vielen Möglichkeiten. Dazu kommt ein Faible für alle Arten von Wearables und insbesondere für Smartwatches. Hauptberuflich bin ich als Laboringenieur unterwegs, weshalb mir weder naturwissenschaftliche Zusammenhänge noch die Interpretation komplexer Messungen fern liegen.