Die erste Pebble kam im Jahr 2013 auf den Markt, allerdings war das Unternehmen nicht besonders langlebig – Pebble wurde im Dezember 2016 von Fitbit übernommen, Fitibt wurde 2019 an Google verkauft, die Pebble-Server wurden schon im Juli 2018 abgeschaltet. Damit hätte die Geschichte der Pebble beendet sein können, wäre da nicht die Community gewesen.
Die Rebble Foundation konnte den größten Teil der Software und Server-Infrastruktur sowie die iPhone- und Android-App ersetzen, sodass eine Pebble aus 2013 bis heute problemlos verwendet werden kann. Anfang 2025 hat Erig Migicovsky, der ursprüngliche Firmengründer von Pebble, schließlich angekündigt, dass Pebble zurückkehrt – Google hat sowohl den Quellcode als auch den Markennamen freigegeben, sodass das neue Unternehmen Core Devices die Produktion und den Vertrieb von Pebble-Produkten wieder aufnehmen konnte. Seitdem wurden insgesamt drei neue Smartwatches angekündigt – die Pebble 2 Duo, die Pebble Time 2 und die Pebble Round 2.
PebbleOS ist jetzt 100% Open-Source
Anders als vor einem Jahrzehnt setzen die neue Pebbles vollständig auf Open-Source-Software. Das betrifft nicht nur die Firmware der Uhren selbst, sondern auch das Entwickler-Kit und die Smartphone-App. Der App Store soll künftig Apps von unterschiedlichen Quellen vertreiben können, indem Nutzer die jeweilige Quelle einfach durch einen Link abonnieren, sodass auch das App-Ökosystem offen bleibt. Nutzende haben die freie Wahl, ob diese eine Pebble mit der offiziellen Pebble-App, oder aber mit der Rebble-App verbinden. Nichts hindert Entwickler daran, eine andere App zu programmieren, die als Steuerzentrale für die Smartwatches dient.
Dasselbe gilt für Apps und Zifferblätter. Anders als etwa bei der Apple Watch (ca. 250 Euro auf Amazon) oder der Google Pixel Watch gibt es bei Pebble keinen Freigabeprozess durch einen Gatekeeper, keine Gebühren, die Entwickler an einen Technologiegiganten entrichten müssen, und keine regionalen Einschränkungen für Features. Für Kunden bedeutet das nicht zuletzt, dass eine sehr große Auswahl an Zifferblättern und Apps verfügbar ist, vor allem im Hinblick auf den relativ kleinen Marktanteil von Pebble. Darunter finden sich auch einige Apps und Zifferblätter, die es so wohl nie in die Stores von Apple und Google schaffen würden, bis hin zu Pebblemon, einem Pokémon-Fangame im Smartwatch-Format.
Open-Source verspricht lange Lebensdauer ohne Abo
Wie die Rebble Foundation schon 2016 gezeigt hat, bedeutet dieser Open-Source-Ansatz, dass eine Pebble auch dann weiter verwendet werden kann, wenn der Hersteller der Smartwatch das Segment aufgibt oder insolvent ist. Der offene Ansatz erlaubt es, Alternativen zu wählen, statt zu einem Abonnement gedrängt zu werden, wie es Unternehmen wie Oura und Garmin verstärkt versuchen.
Open-Source bedeutet auch, dass der Funktionsumfang durch Apps erweitert werden kann, selbst in eine Richtung, die dem Hardware-Hersteller nicht passen würde. Allerdings werfen die neuen Pebble-Modelle auch die Frage auf, was eine Smartwatch denn eigentlich smart macht. Denn die Pebble Time 2 besitzt weder ein GPS-Modul noch einen NFC-Chip, weder einen SpO2-Sensor noch ein EKG, weder fortschrittliches Fitness-Tracking noch ein farbenprächtiges AMOLED-Display.
Mit einem sparsamen MiP-Display und einer Akkulaufzeit von 30 Tagen ist die Pebble Time allen voran eine Uhr, und erst in zweiter Instanz eine Smartwatch. Reicht ein App Store im Jahr 2026 noch aus, um eine Uhr "smart" zu nennen? Diese Frage dürfte Core Devices in den nächsten Monaten beantworten, wenn die Pebble Time 2 und Round 2 ausgeliefert werden.
Quelle(n)
Eigene | Core Devices | Rebble
















