Notebookcheck

Test Bluetooth Headsets bis 100.- Euro

Teil 2: Kabellos und mobil. Nach dem Vergleichstest einzelner herkömmlicher Budget Headsets sehen wir uns im Rahmen folgenden Berichtes eine Auswahl gängiger Bluetooth Headsets näher an. Nicht nur bei Handys, auch bei Notebooks kommen die kompakten Headsets dank zunehmender Internet-Telefonie immer mehr in Mode.

Folgende Bluetooth-Headsets werden im folgenden Test mit dem Dell Latitude E4300 Notebook (Dell Wireless 365 Bluetooth 2.1) abgehandelt:

Gear4 BluPhones

Gear4 BluPhones


Dass die BluPhones von Gear4 nicht unbedingt zu den günstigsten Vertretern der Bluetooth Headsets gehören, wird schon an der sylischen Verpackung ersichtlich. Charakteristisch für die BluePhones sind die beiden Kopfhörerteile, die über eine fexible Spange verbunden sind, welche über die Ohren um den Hinterkopf läuft und somit für ausreichend Halt sorgen will.

Im Test erwies sich diese Technik als nur bedingt effektiv. So sitzt das Headset nur relativ locker am Kopf, woran auch die beiden alternativen Ohrstöpsel mit unterschiedlicher Größe, nichts ändern können. Zumindest kann aber ein mögliches Verlieren der BluPhones durch Kopfschütteln so gut wie ausgeschlossen werden. Dafür eignet sich das Headset durchaus auch für Brillenträger.
Zum Anlegen des Headsets sind aber in jedem Fall zwei Hände nötig, um den vorgespannten Bügel richtig in Position zu bringen. Eine Anpassungsmöglichkeit bei unterschiedlicher Kopfform wird abgesehen von einer höheren Spannung des Bügels nicht gewährleistet.

Die kompakten und robusten Headphones mit kleineren Verarbeitungsschwächen hinsichtlich einzelner Spaltmaße, lassen sich über die Multifunktionstaste und die beiden Lautstärketasten vergleichsweise einfach bedienen. Das Pairing (Verbinden mit Bluetooth Modul) klappte ebenso relativ rasch (drücken der Multifunktionstaste im deaktiviertem Zustand für rund 6 Sekunden). Störend fiel allerdings das Piepen als Feedback bei Anpassung der Lautstärke auf.

Im Test hinsichtlich Audio Wiedergabe konnte ein stets vorhandenes leises Hintergrundrauschen beobachtet werden. Außerdem wurde eine ungleiche Beschallung des linken und rechten Ohres aufgrund der teilweise nicht Platzierung am Kopf auffällig.
Deutlich besser schneiden die Bluephones bei Telefonie ab, wobei eine Abschirmung gegen Umgebungsgeräusche kaum gewährleistet wird, da das Mikro direkt in die Kopfhörer integriert ist.

Fazit

Die BluPhones von Gear4 eignen sich in erster Linie für den Indoor-Einsatz vor dem PC. Eingesetzt werden sollten Sie hauptsächlich für Telefonie, da die Qualität der Musikwiedergabe selbst mit günstigen Kabel-Headsets nicht mithalten kann.
Auch die Reichweite des Headsets hielt sich im Test in Grenzen. Bei freier Sicht zur Sendequelle waren bereits nach 5-6 Metern erste Störungen festzustellen. Trennt man die direkte Sichtverbindung etwa durch eine leichte Zwischenwand so ist bereits nach wenigen Metern Schluss.

Key-Facts (lt. Hersteller)

5h Wiedergabe/Sprechzeit, 60h Standby, 10m Reichweite, Gewicht 26g, Ladenpreis: ab 53,45.- € -> Herstellerinformationen -> Preisvergleich

Gear4 BluPhones
Gear4 BluPhones
Gear4 BluPhones
Gear4 BluPhones

Philips SHB 9000

Philips SHB 9000


Mit einem Ladenpreis ab ca. 75.- Euro ist das Philips SHB 9000 das teuerste Bluetooth Headset im Test, dementsprechend hoch auch die Erwartungen an das Gerät. Das SHB 9000 zeigt eine klassische Kopfhörer Form, und fällt vor allem durch seine großzügigen Ledereinsätze im Bereich des Bügels und der Polsterungen der Ohrhörer auf. Trotz dieser Komfort-Ausstattung sitzt das Headset überaus fest am Kopf, fällt aber auch bei längerem Einsatz nicht unangenehm auf. Allerdings ist das SHB 9000 für Brillenträger nur bedingt geeignet, da es zu unangenehmen Druckstellen im Bereich der Brillenbügel kommen kann.

Das weiche Lederimitat trägt durchaus zur optischen Wertigkeit des Headsets bei. Bei genauerer Betrachtung können allerdings auch feine Spritzgussgrade der Kunststoffteile gefunden werden, auf die man in dieser Preisklasse gerne verzichten würde.
Die einzelnen Buttons zur Regelung der Lautstärke und der Multifunktionsknopf fallen beim Philips SHB 9000 überaus großzügig aus, und lassen sich zielgenau bedienen. Auch ein Navigieren in der Playlist mit den zugehörigen Tasten war bei Audio-Wiedergabe ohne Probleme möglich.

Die Abschirmung gegenüber Umgebungsgeräuschen kann hinsichtlich der Kopfhörer als überaus gut beschrieben werden. Verantwortlich dafür ist vor allem der straffe Sitz des Headsets als auch die weiche Polsterung der beiden Ohrteile.
Das Mikrofon befindet sich allerdings auch hier direkt in den Kopfhörern integriert, und überträgt auch nicht gewollte Umgebungsgeräusche bei Telefonie.

Bereits via Bluetooth konnte das Philips SHB 9000 die beste Audio-Wiedergabe der getesteten Modelle erreichen. Dennoch kommt es hin und wieder zu den BT-typischen Störgeräuschen. Um mit dem Headset auch einen anspruchsvollen Musikgenuss zu gewähren, kann das Gerät alternativ auch mit einem im Lieferumfang enthaltenen Kabel direkt an den 3.5mm Audio Ausgang ihres Notebooks angeschlossen werden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Kristallklarer, fülliger Sound.

Fazit

Nicht nur hinsichtlich Optik und Haptik entsprach das Philips SHB 9000 unseren Anforderungen. Der gute Sitz sowie eine gute Audioqualität bei Musikwiedergabe und Telefonie, nicht zuletzt auch aufgrund der optionalen Kabelverbindung mit dem Notebook, sprechen für das Gerät.
Auch die vom Hersteller angegebene Reichweite konnte im Test bestätigt werden. Während in Innenräumen auch leichte Zwischenwände mit nur geringen Störungen verkraftet werden, betrug die Reichweite mit freier Sicht auf die Sendeeinheit rund 15 Meter, ab wo erste Störungen bemerkbar werden.

Key-Facts (lt. Hersteller)

17h Wiedergabe/Sprechzeit, 400h Standby, 15m Reichweite, Gewicht 155g, Ladenpreis: ab 73,42.- € -> Herstellerinformationen -> Preisvergleich

Philips SHB 9000
Philips SHB 9000
Philips SHB 9000
Philips SHB 9000

Microsoft LifeChat ZX-6000

Microsoft LifeChat ZX-6000


Schon beim Auspacken des Testsamples wird klar, dass sich das LifeChat ZX-6000 Headset von Microsoft deutlich von allen anderen getesteten Headsets unterscheidet. Verantwortlich dafür ist vor allem die überaus eigenwillige Form des Gerätes, die mit einer fragwürdigen Befestigungsmethode am Kopf einhergeht.

Im Detail wird eine ovale Gummischlaufe, von welcher eine alternative zweite Variante im Lieferumfang enthalten ist, über das entsprechende Ohr gelegt. Das Headset baumelt letztlich ähnlich diversem Weihnachtsschmuck am Ohr und schallt in Richtung Gehörgang.

Problematisch war auch bereits das Öffnen der hermetisch verschweissten Verpackung, die eine völlige Zerstörung dieser mit einschließt. Das Gerät selbst macht abgesehen von dem futuristischen Design einen überaus hochwertigen und kompakten Eindruck.

Dem Microsoft LifeChat ZX-6000 liegt außerdem auch eine eigene Sende/Empfangseinheit bei, die mittels USB an das Notebook angeschlossen wird. Ebenso muss eine eigene Software installiert werden, die eine rasche und einfache Installation der Headsets ermöglichte. Ein Pairing ohne der mitgelieferten Sende/Empfangseinheit scheiterte leider im Test.

Zur Bedienung des Headsets wird auch beim ansonsten sehr eigenwilligen ZX-6000 Headset die übliche 3-Knopf Variante angeboten. Während die Steuerung der Funktionen damit überaus unproblematisch ablief, war der separate On/Off Button an der Innenseite des Gerätes mitunter deutlich mühsamer zu drücken.

Eine Geräuschabschirmung des Kopfhörers ist aufgrund des überaus lockeren Sitzes des Gerätes kaum gegeben. Es bedarf schon eines manuellen Anpressens der Einheit um etwa bei lauter Umgebung die Verständigung aufrecht zu halten. Das Mikrofon befindet sich zwar auf einem Kragarm in Richtung Mund, kann aber ebenso die Mitübertragung von Umgebungsgeräuschen nicht verhindern.

Die Audiowiedergabe bei Telefonie ist als durchaus gut zu bezeichnen. Für Musikwiedergabe eignet sich jedoch auch das Microsoft ZX-6000 kaum. Hin und wieder kam es auch bei der Aufnahme von Sprache zu störenden Knarrgeräuschen.

Fazit

Design ist nicht alles. Leider, zumindest was das ZX-6000 von Microsoft betrifft. Kritik fasst vor allem der lose Sitz am Ohr aus, der einerseits zu einem ständigen Unsicherheitsgefühl führt das Headset zu verlieren, und ebenso eine schlechte Abschirmung gegen Umgebungsgeräusche bietet.
Im Indoor Betrieb können bereits wenige leichte Zwischenwände der Übertragungsqualität einen Strich durch die Rechnung machen. Outdoor oder bei direkter Sichtverbindung mit dem Basisgerät können allerdings bis zu 15 Meter bei guter Qualität überbrückt werden.
Für Romantiker und Naturfreunde, die hin und wieder auch gerne ein Kirschenpaar über ihre Ohren hängen, kommt das ZX-6000 damit wie gerufen, und kann diese auch mit guter Sprachqualität bei Telefonie zufrieden stellen.

Key-Facts (lt. Hersteller)

8h Wiedergabe/Sprechzeit, 200h Standby, 10m Reichweite, Ladenpreis: ab 41,97.- € -> Herstellerinformationen -> Preisvergleich

Microsoft LifeChat ZX-6000
Microsoft LifeChat ZX-6000
Microsoft LifeChat ZX-6000
Microsoft LifeChat ZX-6000

Hama BSH-240

Hama BSH-240


Verpackungstechnisch wesentlich konservativer als die Konkurrenten gibt sich Hama beim BSH-240 Headset. In dem schmucklosen Karton versteckt sich allerdings ein durchaus ansprechend designtes Headset, das durch seinen Klappmechanismus auch über ein interessantes Zusatzfeature verfügt.
Im entfalteten Zustand kaum von einem herkömmlichen Kopfhörer zu unterscheiden, lässt sich das Hama BSH-240 durch mehrmaliges Zusammenklappen auf ein faustgroßes Bündel zusammenfalten. Ein Transport gestaltet sich damit eventuell etwas einfacher, ein in diesem Fall praktischer Aufbewahrungsbeutel fehlt allerdings in Lieferumfang.

Obwohl die beiden Ohrteile mit ihren Hochglanzoberflächen als auch der Verkaufspreis auf eine Positionierung in der oberen Hälfte hindeuten, werden bei genauerer Betrachtung kleinere Verarbeitungsmängel ersichtlich. Dies gilt etwa für die Spritzgießgrade im Bereich des Kunststoffbügels oder aber für den Gummidummy zur Abdeckung der Ladebuchse, der bei unserem Testsample immer wieder heraus fiel.

Ähnlich den BluPhones läuft auch beim Hama BSH-240 der Bügel hinten um den Kopf des Benutzers und wird über den Ohren eingehängt. Für Brillenträger ist diese Methode im Falle des BSH-240 nur bedingt geeignet.
Je nach Kopfform bleibt das Headset gut bis mäßig an seinem Platz. Einstellmöglichkeiten für unterschiedliche Kopfformen gibt es allerdings nicht. Ein längeres Tragen im Test gestaltete sich durchaus angenehm, wobei dies mit Sicherheit auch von der individuellen Kopfform des Benutzers abhängt. Auch diversen Abwurfversuchen durch Kopfschütteln konnte das Hama BSH-240 gut widerstehen.

In der Verpackung unseres Testsamples fehlte leider eine Bedienungsanleitung. Nachdem auch im Internet auf der Hama Homepage aufzufinden war, versuchten wir Telefonisch unser Glück. Bereits nach kurzer Zeit wurden wir zu einem Techniker durchgestellt, der sowohl unsere Fragen Bezüglich Bedienung zu unserer vollen Zufriedenheit beantwortete, und uns außerdem die Anleitung in digitaler Form zukommen lies - überaus vorbildlich.

Die beiden Kopfhörer boten im Test eine einigermaßen gute Abschirmung gegen Umgebungsgeräusche. Dennoch könnte der Anpressdruck zu den Ohren durchaus noch etwas höher ausfallen.
Das Mikrofon in Form eines kleinen Bügels ist abnehmbar und wird bei Bedarf an die Ladebuchse angedockt. Damit kragt das Mikrofon zwar etwas in Richtung Schallquelle, also dem Mund aus, kann aber eine Mitübertragung von Umgebungsgeräuschen nicht verhindern.
Die Qualität der Audioaufnahme und Wiedergabe kann als durchaus gut beschrieben werden. Für Musikwiedergabe ist allerdings auch das Hama BSH-240 kaum geeignet.

Fazit

Durch die Klapplösung bietet das Hama BSH-240 einen interessanten Kompromiss zwischen Mobilität und Komfort. Damit ist für das Headset sowohl ein mobiler als auch ein stationärer Einsatz denkbar.
Die Qualität bei Telefonie stimmt, für Musikwiedergabe ist jedoch auch das BSH-240 via Bluetooth nicht geeignet. Absolut nicht nachvollziehbar war im Test die Herstellerangabe der Reichweite von bis zu 40m. Im Test traten bereits nach etwa 10-12m und direkter Sichtverbindung zum Sender erste Störungen auf.

Key-Facts (lt. Hersteller)

12h Wiedergabe/Sprechzeit, 200h Standby, 40m Reichweite, Ladenpreis: ab 38,50.- € -> Herstellerinformationen -> Preisvergleich

Hama BSH-240
Hama BSH-240
Hama BSH-240
Hama BSH-240

Plantronics Discovery 925

Plantronics Discovery 925


Zu den auf jeden Fall attraktivsten Erscheinungen im Test zählt das Discovery 925 Headset von Plantronics. Dieses wurde reduziert auf einen Ohrstecker mit einem filigranen auskragendem Mikroarm, ohne dabei allerdings zerbrechlich zu wirken. Ganz im Gegenteil, der metallische Schimmer des Headsets verleiht dem Discovery 925 eine massive Optik, die auch beim Hantieren mit dem Gerät hinsichtlich Haptik bestätigt werden kann. 

Das Plantronics Discovery 925 kommt ohne jeglichen Bügel aus, und bleibt lediglich durch ein Andrücken in den Gehörgang in Position. Um ein bestmögliche Anpassung an die unterschiedlichsten Ohrformen zu gewährleisten, legt Plantronics dem Headset sieben unterschiedlich geformte Silikon Aufsätze bei. Sofern man seinen passenden Stöpsel gefunden hat, kann dem Discovery 925 auch ein durchaus guter Halt zugeschrieben werden.

Selbst gemäßigte Abschüttel-Versuche parierte das Gerät ohne Probleme. Und auch nach längerer Tragedauer im Test fiel das Headset nicht negativ auf, im Gegenteil. Mit einem Gewicht von lediglich 8 Gramm und der absolut bügellosen Befestigung im Ohr kam es durchaus vor, das man auf den Kopf im Ohr vergaß.

Bedient wird das Discovery 925 lediglich mit Hilfe zweier Tasten. Ein zentraler Knopf für das Annehmen und Beenden von Gesprächen sowie ein kleiner seitlicher Button für die Lautstärkeregelung. Mit seiner Hilfe kann jedoch nur zwischen drei unterschiedlichen Lautstärkestufen gewählt werden. Eine Feinjustierung ist nicht möglich. Darüber hinaus läuft man stets Gefahr, bei bedienen der Taste das Headset aus dem Ohr zu schieben und dieses neu einsetzen zu müssen. Zum Einsetzen des Headsets ist mit unter schon etwas Übung notwendig.

Durch das Einsetzen des Gerätes in das Ohr verfügt das Plantronics Discovery 925 über eine durchaus gute Geräuschabschirmung, sofern man als Benutzer natürlich sein zweites Ohr geistig ignoriert oder gegebenen Falles mit einer Hand zuhält.
Die Qualität der Audiowiedergabe bzw. Aufnahme ist ebenso als durchaus gut zu bezeichnen. Für Musikwiedergabe eignet sich allerdings das Discovery 925 ebenso wenig wie auch seine Testkollegen.
Die Reichweitenangabe des Herstellers konnte im Test bestätigt werden. Ab etwa 15 Metern ist mit zunehmenden Störungen zu rechnen.

Fazit

Freunde guten Designs werden mit dem Plantronics Discovery 925 mit Sicherheit ihre Freude haben. Ebenso Brillenträger, die gerne auf einen zweiten Bügel hinter ihrem Ohr verzichten können, und von ihrem Bluetooth Headset maximale Mobilität fordern.
Apropos Mobilität: Als überaus rauchbares Feature findet man im Lieferumfang auch noch eine praktische Transportbox aus Leder, in die eine Ladestation mit eigenem Akku integriert ist. Einmal aufgeladen bietet diese einen mobilen Energiespeicher, der das Headset bei Bedarf auch unterwegs rasch wieder auftankt.

Key-Facts (lt. Hersteller)

5h Wiedergabe/Sprechzeit, 170h Standby, 10m Reichweite, Ladenpreis: ab 59,65.- € -> Herstellerinformationen -> Preisvergleich

Plantronics Discovery 925
Plantronics Discovery 925
Plantronics Discovery 925
Plantronics Discovery 925

Plantronics Voyager 520

Plantronics Voyager 520


Einen weiteren vergleichbar mobilen Vertreter der Bluetooth Headsets, mit allerdings gänzlich unterschiedlichem Gestaltungs- und Tragekonzept, bietet Plantronics mit dem Voyager 520. Befestigt wird das Headset mit einem Silikonbügel, der über dem Ohr eingehängt wird. Da dieser mittels einem Scharnier am Gerät selbst fixiert ist, kann dieser auch geklappt werden wodurch das Headset am linken als auch am rechten Ohr eingesetzt werden kann.

Der nahe liegende Verdacht, dass mit diese Lösung ein besserer Halt am Ohr erreicht werden kann als etwa beim Discovery 925, kann im Test allerdings nicht bestätigt werden. Das Headset hing nur überaus locker am Ohr und konnte schon mit unspektakulären Kopfbewegungen abgeworfen werden. Dies liegt vermutlich auch daran, dass eine Anpassung an unterschiedliche Ohrformen nicht möglich ist. Auch Brillenträger werden mit dem Voyager 520 nicht wirklich glücklich werden.
Ungeachtet dessen, kann dem Voyager 520 eine gute Verarbeitung zugeschrieben werden.

Die Steuerung der einzelnen Funktionen des Headsets läuft über nur mehr eine einzelne Taste, die je nach Dauer des Drückens in unterschiedlichen Situationen verschiedne Aktionen aktiviert. Dies erwies sich im Test allerdings als absolutes Geduldspiel, wobei auch die Piep-Töne in unterschiedlicher Höhe als Feedback kaum hilfreich waren.

Auch das Plantronics Voyager 520 konnte bezüglich der Abschirmung von Hintergrundgeräuschen nicht wirklich überzeugen. Mit verantwortlich dafür war vor allem auch der lockere Sitz des Headsets am Ohr.
Im Test hinsichtlich Sprach-Wiedergabe und Aufnahme schnitt das Voyager 520 durchaus passabel ab. Abermals praktisch auszuschließen ist die Wiedergabe von Musik, deren Qualität sich sehr in Grenzen hielt.
Als Pluspunkt ist der im Lieferumfang enthaltene USB-Bluetooth Adapter zu sehen. Eine Verbindung mit unserem integrierten BT-Test-Modul klappte allerdings auch ohne Probleme.

Fazit

Ob das Plantronics Voyager 520 nun gut auf ihrem Ohr sitzt oder nicht, ist mehr oder weniger dem Zufall überlassen. Speziell bei Außeneinsätzen sollte dies aber ein wichtiges Kriterium darstellen, sofern man sein Headset nicht schon bei einem überhasteten Seitenblick verlieren möchte.
Für den Indoor Gebrauch gelten selbstverständlich etwas entschärfte Regeln. Dennoch muss auch hier erwähnt werden, dass der Reichweitetest in Innenräumen nicht sehr überragend ausfiel. Bereits bei einer leichten Zwischenwand ist mit merklichen Störungen zu rechnen. Bei direkter Sichtverbindung zum Sender konnte mit 12-13 Metern hingegen durchaus die Herstellerangabe erreicht werden.

Key-Facts (lt. Hersteller)

8h Wiedergabe/Sprechzeit, 180h Standby, 10m Reichweite, Gewicht: 16g, Ladenpreis: ab 34,70.- € -> Herstellerinformationen -> Preisvergleich

Plantronics Voyager 520
Plantronics Voyager 520
Plantronics Voyager 520
Plantronics Voyager 520

Digitus DN3012 Headset

Digitus DN3012 Headset


Dass Bluetooth Telefonie nicht nur für Kunden mit dicker Brieftasche in Frage kommt, das beweist das DN3012 BT-Headset von Digitus. Bereits zu einem Preis von knapp 15.- Euro ist das auf die Basisfunktionen reduzierte Headset im Handel zu haben. Wenig überraschend, dass bereits die Herstellerangaben der Laufzeit von lediglich 5 Stunden bei Wiedergabe und 100 Stunden im Standbybetrieb kaum zu begeistern vermögen. Nichts desto trotz kann das günstige Headset aber mit seinen nur 7 Gramm Gesamtgewicht alle anderen getesteten Headsets deutlich hinter sich lassen.

Gehalten wird das Digitus DN3012 von einem Kunststoffbügel mit Gummiüberzug, der über das Ohr gelegt wird. Da man den Bügel auch abnehmen und umstecken kann, ist das Headset ebenso beidseitig einsetzbar. Der Bügel wirkt allerdings überaus filigran und billig, ein vernünftiger Qualitätseindruck vermag damit beim DN3012 insgesamt kaum zu entstehen.

Nicht überzeugen konnte auch der gebotene Tragekomfort. Der angebotene Bügel bot im Test kaum Halt und bereits normale Kopfbewegungen führten zuerst zu einem Verrutschen des Headsets und in weiterer Folge zu einem Verlust desselbigen. Interessanterweise war das Digitus DN3012 trotz des Bügels auch für Brillenträger angenehm zu tragen. Mangels Einstellmöglichkeiten am Headset wird auch bei diesem Gerät die Passfrage zum Glücksspiel.

Keine allzu hohen Erwartungen sollte man in dieser Preiskategorie auch an die Audio Qualität stellen. Im Test zeigte das DN3012 bei Audioaufnahme eine zu geringe Empfindlichkeit, und bei Wiedergabe ein sehr enges Klangspektrum das insbesondere die Wiedergabe von Musik völlig ausschließt. Für reine Telefonie ist das Headset durchaus geeignet, mit vereinzelten Störgeräuschen muss man sich jedoch abfinden.

Fazit

Dass es auch bei der Qualität einen offensichtlichen Unterschied zwischen den Einstiegesgeräten und den Mittelklasse Modellen gibt, das zeigte das Digitus DN3012 deutlich. Für Wenig-Telefonierer und von der Finanzkrise schwer angeschlagene Manager ist das Headset aber durchaus geeignet.
Auch die Reichweite konnte im Test mit rund 12-13 Metern bestätigt werden. Zwischenwände und diverse Hindernisse reduzieren diese aber um ein vielfaches.

Key-Facts (lt. Hersteller)

5h Wiedergabe/Sprechzeit, 100h Standby, 10m Reichweite, Gewicht: 7g, Ladenpreis: ab 13,28.- € -> Herstellerinformationen -> Preisvergleich

Digitus DN3012 Headset
Digitus DN3012 Headset
Digitus DN3012 Headset
Digitus DN3012 Headset

Anycom Milos 9

Anycom Milos 9


Durchaus positiv überraschen konnte das Milos 9 Headset von Anycom, als weiterer Vertreter der preisgünstigen Einstiegs-BT-Headsets. Trotz eines überaus günstigen Preises von unter 20.- Euro vermittelt allein schon die Verpackung und das Zubehör einen wesentlich besseren Eindruck als dies beim Digitus der Fall war. So findet man neben dem Netz-Ladegerät auch alternative Aufsätze zur Anpassung des Headsets an den Gehörgang und eine umfassende mehrsprachige Bedienungsanleitung in der schick designten Verpackung.

Identisch zum Digitus BT-Headset fällt die Befestigungs-Methodik mittels eines dünnen Kunststoffbügels über dem Ohr aus. Auch hier kann der Bügel wahlweise zum Tragen auf der rechten oder aber auch der linken Seite umgesteckt werden.
Überraschenderweise passte das Milos-9 wesentlich besser auf das Ohr des Testers als dies etwa beim Digitus DN3012 der Fall war. Dies bestätigt die Annahme, dass über den individuellen Tragekomfort nur bedingt Aussagen getroffen werden können. Umso wichtiger sind daher auch Massnahmen zur individuellen Anpassung der einzelnen Headsets.

Die Bedienung erfolgt über drei Tasten wovon zwei zur Lautstärkesteuerung dienen und ein zentraler Universalbutton die Aufgaben bei Telefonie übernimmt. Auch beim Milos 9 ist eine kaum vorhandene Abschirmung gegenüber Umgebungsgeräuschen zu kritisieren - Sowohl bei der Wiedergabe als auch bei der Aufnahme von Audio-Signalen. Die Qualität bei Telefonie ist beim Anycom Milos 9 als zufrieden stellend zu beschreiben. Ein leises Hintergrundrauschen konnte allerdings in beiden Betriebszuständen beobachtet werden.

Fazit

Auch beim Anycom Milos 9 wird der Preisdruck im Einstiegssegment spürbar. Schmerzlich ist vor allem die fehlende individuelle Einstellmöglichkeit des Haltebügels, wenn auch das Milos-9 alternative Aufsätze für den Ohrstöpsel selbst mitliefert.
Die Reichweite des Headsets beträgt bei freier Sichtverbindung zum Sender rund 13-15 Meter bevor sich erste Störungen abzeichnen. Im Indoor Gebrauch reichen bereits leichte Zwischenwände um teils starke Störungen hervorzurufen.

Key-Facts (lt. Hersteller)

9h Wiedergabe/Sprechzeit, 190h Standby, 10m Reichweite, Gewicht: 9g, Ladenpreis: ab 17,95.- € -> Herstellerinformationen -> Preisvergleich

Anycom Milos 9
Anycom Milos 9
Anycom Milos 9
Anycom Milos 9

Anycom Paros 10

Anycom Paros 10


Preislich knapp über dem Milos-9 angeordnet
findet man das Paros-10 Headset, ebenso von Anycom. Der Hersteller dürfte dabei die jeweilige Zahl im Produktnahmen auf das Gewicht des entsprechenden Headsets beziehen, womit das Paros-10 mit einem Gewicht von 10 Gramm zu den Leichtgewichten im Test zählt. Das man für den Aufpreis von rund 10.- Euro nicht nur ein Gramm mehr an Headset bekommt, zeigt ein Blick in die zum Milos 9 nahezu identische Verpackung.

Hier findet man nicht nur eine durchaus brauchbare mehrsprachige Bedienungsanleitung, sondern auch einen alternativen Aufsatz zur Anpassung des Headsets an den Gehörgang sowie einen zweiten Ohr-Bügel in etwas kleinerer Ausführung. Damit ist das Paros 10 deutlich besser an die individuelle Kopfform anpassbar.
Dies konnte auch im Test bestätigt werden. Das Paros 10 zeigte den besten Sitz am Ohr im Vergleich mit den anderen typengleichen getesteten Headsets.  Abermals ist auch hier auf die individuellen Gegebenheiten jedes einzelnen Benutzers zu verweisen.

Das Gehäuse des Paros 10 Headsets wirkt sauber verarbeitet. Trotz des Ohrbügels war es im Test auch für Brillenträger durchaus angenehm zu tragen und kann mit dem umsteckbaren Bügel auch beidseitig getragen werden.
Die Steuerung des Gerätes über die drei Tasten funktionierte im Test ohne Probleme und überwiegend intuitiv ohne langes vorhergehendes studieren der Bedienungsanleitung.

Mikrofon und Ohrhörer bilden auch beim Anycom Paros 10 eine Einheit. Damit ist weder für die Klangaufnahme, noch für die Audiowiedergabe, trotz des guten Sitzes des Headsets, eine ausreichende Geräuschabschirmung gegeben.
Die aktive und passive Soundqualität bei Telefonie fiel durchaus passabel aus. Je nach Position zur Sende/Empfangseinheit, sprich dem Notebook, kam es dennoch hin und wieder zu Störgeräuschen. Die Wiedergabe von Musik ist auch für das Paros 10 ein Tabu.

Fazit

Im direkten Vergleich zum Anycom Milos-9 liegt das Milos-10 knapp voran. Dies ist vor allem auf die besseren Anpassungsmöglichkeiten an die Kopfform des Users zurückzuführen. Hinsichtlich Bedienung, Handhabung und Soundqualität präsentierten sich die beiden Headsets aus dem Hause Anycom praktisch ebenbürtig. Für überaus mobile User kann das Milos 10 damit durchaus empfohlen werden, wenn auch die wesentlich schlechteren Specs im Vergleich zu dem doch höheren Preis etwas fraglich sind.

Key-Facts (lt. Hersteller)

6h Wiedergabe/Sprechzeit, 160h Standby, 10m Reichweite, Gewicht: 10g, Ladenpreis: ab 29,95.- € -> Herstellerangabe -> Preisvergleich

Anycom Paros 10
Anycom Paros 10
Anycom Paros 10
Anycom Paros 10

Gesamtbewertung

Grundsätzlich unterscheiden sich die aktuell angebotenen Headsets in zwei in ihrem Bereich erfolgreiche Typen. Zum einen wäre hier die klassische Kopfhörer Variante anzuführen, die einerseits einen guten Sitz am Kopf, und meist eine gute Abschirmung der Ohren vor Umgebungsgeräuschen gewährleistet. Nachteil ist mit Sicherheit die doch sehr auffällige Trageweise.
Die alternative dazu stellen die reduzierten Mini Headsets dar, die einseitig bei nur einem Ohr in Position gebracht werden, und durch ihr geringes Gewicht und ihre hohe Mobilität punkten. Gerade bei diesen Geräten spielt der perfekte Sitz am Ohr eine wichtige Rolle. Da hier höchst Individuelle Gegebenheiten zu tragen kommen, empfiehlt sich auf jeden Fall eine Trageprobe bzw. sollte man auf eine Rückgabemöglichkeit beim Kauf achten.

Insgesamt kann festgehalten werden, dass sich die Bluetooth Technologie bei Headsets in erster Linie für die Verwendung bei Telefonie eignet. Bei Musikwiedergabe sind selbst die hochwertigen BT-Headsets ihren günstigen kabelgebundenen Gegenstücken hoffnungslos unterlegen. Eine Ausnahme stellt in dieser Hinsicht das Philips SHB 9000 dar, welches die Qualitäten beider Lösungen vereint und sich damit für einen Award empfiehlt.

Die vom Hersteller angegebene Reichweite ist in der Regel nur für freie Flächen mit direkter Sichtverbindung zur Sende/Empfangseinheit zu verstehen, und kann unter diesen idealen Vorraussetzungen auch eingehalten werden. Im der Praxis wird man aber vermutlich oftmals rasch an die Grenzen der aktuellen BT-Technologie stoßen, kommt es doch bereits bei wenigen Hindernissen zu störenden Unterbrechungen der Übertragung.

In Hinsicht Abschirmung von störenden Umgebungsgeräuschen haben insbesondere die mobilen Vertreter der BT-Headsets zu kämpfen. Oft leiden diese Geräte unter dem ungenauen Sitz am Ohr sowie die große Entfernung des Mikros vom Mund als Schallquelle. Eine Ausnahme stellt in dieser Hinsicht das Plantronics Discovery 925 dar, welches durch seinen innovativen Befestigungsmechanismus einen durchaus guten Sitz am/im Ohr mit ausreichender Geräuschabschirmung sowie eine gute Audioqualität vereinigt. Die zweite und letzte Auszeichnung des BT-Headsets Tests ist damit auch gesichert.

Die Testsieger

Philips SHB 9000
Plantronics Discovery 925
Philips SHB9000
Plantronics Discovery 925

 

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Autor: J. Simon Leitner,  8.12.2008 (Update:  9.07.2012)
J. Simon Leitner
J. Simon Leitner - Founder, Editorial Director - @simleitner
Nach meinem Studium an der TU-Wien widmete ich mich als Mitbegründer vollends dem Projekt Notebookcheck. Seit Commodore C64 und Atari 1040 ST sind Computer fester Bestandteil meiner täglichen Aktivitäten. Meinen Energieausgleich finde ich vor allem bei sportlichen Aktivitäten in freier Natur.