Notebookcheck

Test Terratec DMX 6Fire USB Soundkarte

Soundprofi.

Die DMX 6Fire USB wird von Terratec als Profi-Audiosystem für USB 2.0 beworben. Die umfangreichen Schnittstellen wie Phono-Eingang mit RIAA-Entzerrer und Gain-Regler, XLR Mikrofon-Anschluss, MIDI Schnittstellen, 6 analoge Ausgänge und 4 Eingänge und digitale Ein- und Ausgänge sollen Semi-Profis ansprechen. Für Spielefans liefert die DMX 6Fire USB 5.1 Surround Sound jedoch ohne EAX oder OpenAL Unterstützung. Wie sich die Karte im Test schlägt, lesen Sie in folgendem Testbericht.

Terratec DMX 6Fire USB Soundkarte im Test
Terratec DMX 6Fire USB Soundkarte im Test

Die DMX 6Fire USB ist die offizielle Nachfolger-Soundkarte der PCI-Steckkarte namens DMX 6Fire 24/96. Im Vergleich wurde die Soundlösung nun eine komplette externe Box (früher nur Breakout) und mittels USB 2.0 Anschluss auch zu Notebooks kompatibel. Weiters unterstützt die neue USB Lösung nun auch 24 Bit / 192 KHz.

Die externe USB 2.0 Box überzeugt dank einem Metallgehäuse durch eine gute Verarbeitung und Haptik. Die Anschlüsse sind an der Vorder- und Rückseite angeordnet und die verbauten Drehregler bieten dank Gummierung eine angenehme Haptik und wackeln nicht.

Im Inneren der taschenbuchgroßen USB Box findet man Chips von Xilinx (Spartan XC2S100E programmierbares FPGA mit 2700 Zellen), Cirrus Logic (CS42426-CQZ 6-Kanal Audio IC mit PLL 114 dB / 192 kHz) und Cypress (CY7068013A für den USB 2.0 Port).

DMX 6Fire USB Innenleben
DMX 6Fire USB Innenleben
ilinx Spartan XC2S100E FPGA
ilinx Spartan XC2S100E FPGA
irrus Logic CS42426-CQZ 6-Kanal Audio IC
irrus Logic CS42426-CQZ 6-Kanal Audio IC
Cypress CY7068013A USB Chip
Cypress CY7068013A USB Chip

Voraussetzungen

Neben einem halbwegs modernen PC mit USB 2.0 Schnittstelle setzt die Terratec DMX 6Fire USB vor allem gute DPC Latenzwerte voraus (wie jede externe Soundkarte). Mit dem frei verfügbaren DPC Latency Checker Tool lässt sich dies im Voraus prüfen (es sollten nur grüne Balken, ev. wenige gelbe dargestellt werden). Sonst kann es zu unschönen Knacksern und stockender Soundausgabe kommen, wie z.B. auch bei den neuen MacBook Pro Notebooks unter Windows. Unter Mac Os X gab es jedoch keinerlei Probleme. Auch auf unserem älteren Fujitsu Siemens U9200 lief die externe Soundkarte problemlos.

DPC Latenzen 2009 MacBook Pro Bootcamp
DPC Latenzen 2009 MacBook Pro Bootcamp
DPC Latenzen Acer Aspire 5739G
DPC Latenzen Acer Aspire 5739G

Anschlüsse

An Anschlüssen bietet die DMX 6Fire USB Soundkarte so ziemlich alles, was man sich wünschen kann. Die namensgebenden sechs analogen Cinch Ausgänge (etwa für den Anschluss eines 5.1 Systems) sind nur der Anfang. Gleich daneben befinden sich noch 4 analoge Cinch eingänge (2x Stereo). Eine Besonderheit ist der dedizierte Anschluss für einen Plattenspieler (2x Cinch + Masse). Weiters bietet die Rückseite Ports für digitale Geräte mit MIDI Anschluss (Ein- und Ausgang) und natürlich den Anschluss für das Netzteil und die USB 2.0 Verbindung.

Anschlüsse auf der Rückseite
Anschlüsse auf der Rückseite

An der Vorderseite findet man den kombinierten XLR / 6.3 mm Klinkenstecker zum Anschluss eines Mikrofons (48V versorgbar per Schalter). Daneben findet man den 6.3mm Ausgang für die Kopfhörer und den 6.3mm Eingang für ein Instrument (wie z.B. eine Gitarre). Ebenfalls auf der Vorderseite findet man die digitalen Ein- und Ausgänge per Klinken oder Optischen Stecker.

Die Lautstärke der Eingänge, der Kopfhöreranschluss und die Monitoring Funktion können durch Drehregler angepasst werden. Als optisches Feedback dienen hierzu zwei Leuchtdioden pro Anschluss. Die blaue Diode zeigt ob und wie stark das anliegende Signal ist (durch Modulation der Helligkeit), die rote zeigt ein Übersteuern an.

Anschlüsse Vorderseite
Anschlüsse Vorderseite

Mitgeliefert werden weiters zwei Adapter von Mini-Klinke auf 6.3mm Klinke. Zum Anschluss normaler Headsets benötigt man jedoch zwei Stereo Adapter. Man muss also ev. einen zweiten für ein paar Euro einrechnen.

Software

Inhalt der Verkaufsversion
Inhalt der Verkaufsversion

An Software liefert Terratec auf der CD Treiber für Windows inklusive eigenem Mixer und drei Anwendungen mit.

Mix Vibe – Pitch, Locator und Cross-Fader für Djs gedacht

Audacity – Schnitt- und Aufnahmefunktionen

Sound Rescue gegen Rauschen und Kratzer beim digitalisieren von Langspielplatten

Zum Download gibt es außerdem ein Treiberpaket für Mac OS X welches ebenfalls einen eigenen, minimal eingeschränkten, Mixer enthält.

Praxistest

Neben den bereits beschriebenen Problemen mit Notebooks welche zu hohe DPC Latenzen aufweisen, kam es während unseren Tests unter Mac Os X selten zu Störungen der Soundaus- und Eingabe (permanent verzerrt). Dies konnte man durch ein Aus- und Einstecken der Soundkarte schnell und problemlos beheben. Jedoch spricht das auch nicht wirklich für die aktuellen Treiber.

Funktionsumfang

Anhand der Anschlussausstattung wird auch schnell das anvisierte Klientel klar. Besonders die vielfältigen Eingänge dürften Hobby und Semi-Professionelle User interessant finden. Spieler werden wohl wegen der fehlenden Unterstützung von EAX oder OpenAL eher zu Soundblaster Produkten von Createive greifen. Weiters vermisst man auch ein automatisches Kodieren von 5.1 Sound nach Dolby Digital Live oder DTS. Die Soundkarte kann jedoch ein bestehendes Signal an den digitalen Ausgängen durchreichen (z.B. bei DVDs).

Erwähnenswert ist auch die Monitorfunktion, mittels der man ein Signal durch die Box durchschleifen und die Lautstärke verändern kann .

Das Ausgeben von 5.1 Ton über die hinteren Cinch Anschlüsse klappte im Test einwandfrei (unter Windows XP und Mac OS X 10.5 getestet). In Windows kann man in der Systemsteuerung die 6 Kanäle einstellen. Unter Mac OS muss man hierzu ins Audio-Midi-Setup Tool gehen. Weiters waren bei uns standardmäßig unter Mac OS X die Wave Play Kanäle nicht eingeschaltet (kann man im Terratec Mixer erledigen). Die 5.1 Ausgabe gelang danach mit dem freien VLC Player einwandfrei (im Test mit einer DVD). Der DVD Player von Mac OS gab leider nur Stereo aus und wir fanden auch keine Option zum Umstellen.

Falls man bei Stereoquellen sein 5.1 System nutzen will, bietet der Terratec Treiber auch die Möglichkeit das 2-Kanal Signal auf alle 6 Kanäle aufzuteilen. Die vorderen beiden Lautsprecher bleiben hierbei unverändert. Der Center klingt etwas voller und die hinteren Surround Kanäle etwas gedämpft. An den Subwoofer leitet der Treiber nur Tieftöne mit einer fix eingestellten Trennfrequenz. Diese Einstellung lässt sich leider nicht komfortabel anpassen und auch weitere Presets fehlen.

48V Support und 20db Schalter
48V Support und 20db Schalter
Digitaler Ein- und Ausgang
Digitaler Ein- und Ausgang
XLR / Klinken Combo Eingang (Mono)
XLR / Klinken Combo Eingang (Mono)

Soundqualität

Die Soundqualität zu beurteilen ist immer ein schwieriges Unterfangen. In unserem Test betrieben wir die DMX 6Fire USB an einem Harman/Kardon AVR 45RDS (6-Channel Input) mit angeschlossenem Magnat Vintage 550 5.1 Boxenset. Im Vergleich zur integrierten Soundkarte des 2.2 GHZ MacBook Pro war eine leichte Qualitätssteigerung wahrnehmbar. Vorallem blieben jedoch Störgeräusche (durch das DVD Laufwerk usw.) komplett aus. Beim DVD Test war die Soundqualität bei analogem Durchreichen unserer Meinung nachauch im Qualitätsbereich eines günstigen Receivers.

Auch die Kollegen von anderen Medien waren mit der Soundqualität der externen Soundkarte zufrieden. Z.B.

"The audio quality from the DMX 6Fire is excellent. When compared to audio output through our iMac's headphone jack, it was brighter, punchier and had a wider dynamic range." MacUser.co.uk

Per Line Angeschlossene Quellen werden lt. Stereoplay etwas sachlich und komprimiert wiedergegeben. 

Der upgesampelte 5.1 Sound aus einem Stereosignal gefiel uns persönlich mit den Magnat Boxenset sehr gut und passte auch bei den meisten Songs. Stereoplay jedoch empfand das Upsamplen eher als Notbehelf.

Messwerte

Um objektive Messwerte zu erhalten, verwendeten wir die Software Arta und  den RightMark Audio Analyzer mit Loop Kabeln um die Soundkarte zu testen.

Die analogen Aus- und Eingänge auf der Rückseite testeten wir durch eine Verbindung mittels einem günstigen Cinch Kabel (Input 1/2 auf Output 1/2). Mit 99 bzw. 95 dB Rauschabstand (SNR) und einem Klirrfaktor von 0,004%  bzw. 0,0056 % zeigt sich der Eingang als durchaus gut. Gemessen wurde dies mittels einer lauten Sinuswelle (auf -3dB kalibriert bei Arta und der integrierten Routine beim Audio Analyzer).

Im Vergleich zu einer integrierten Realtek HD Audio Soundkarte eines FSC U9200 Subnotebooks, zeigte die 6Fire deutlich bessere Messdaten bei den Messwerten.

Arta - THD + Noise (Sinus at -3 dB)
Arta - THD + Noise (Sinus at -3 dB)
Arta - Frequency Response
Arta - Frequency Response
RMAA - Dynamic Range (DMX 6Fire:white, U9200: green)
RMAA - Dynamic Range (DMX 6Fire:white, U9200: green)
RMAA - Frequency Response (DMX 6Fire:white, U9200: green)
RMAA - Frequency Response (DMX 6Fire:white, U9200: green)
RMAA - THD + Noise (DMX 6Fire:white, U9200: green)
RMAA - THD + Noise (DMX 6Fire:white, U9200: green)
RMAA - Noise level (DMX 6Fire:white, U9200: green)
RMAA - Noise level (DMX 6Fire:white, U9200: green)
RMAA - Crosstalk (DMX 6Fire:white, U9200: green)
RMAA - Crosstalk (DMX 6Fire:white, U9200: green)
RMAA - Intermodulation Distortion (DMX 6Fire:white, U9200: green)
RMAA - Intermodulation Distortion (DMX 6Fire:white, U9200: green)
RightMark Audio Analyzer Test DMX 6Fire USB MC Out (Back) Realtek HD Audio FSC U9200 Subnotebook
Frequency response (from 40 Hz to 15 kHz), dB +0.01, -0.03 +0.05, -0.31
Noise level, dB (A) -105.9 -84.1
Dynamic range, dB (A) 95.2 84.1
THD, % 0.0056 0.011
IMD + Noise, % 0.015 0.052
Stereo crosstalk, dB -12.0 -82.2

Zusätzlich haben wir noch die Anschlüsse an der Vorderseite vermessen. Hier waren die Messergebnisse mit Arta (der Audio Analyzer kam mit dem Mono Eingang des XLR Anschlusses nicht zurecht) etwas schlechter.

Arta - Headphones to Guitar - THD + N
Arta - Headphones to Guitar - THD + N
Arta - Headphones to Guitar - Frequency Response
Arta - Headphones to Guitar - Frequency Response
Arta - Headphones to Microphone - THD + N
Arta - Headphones to Microphone - THD + N
Arta - Headphones to Microphone - Frequency Response
Arta - Headphones to Microphone - Frequency Response
Arta - Digital (internal) Loopback - THD + N
Arta - Digital (internal) Loopback - THD + N
Arta - Digital (internal Loopback - Frequency Response
Arta - Digital (internal Loopback - Frequency Response
Vergleich Frontanschlüsse Rückanschlüsse
Rauschabstand 70dB 99dB
THD+N 0,045% 0,0041%
THD 0,005% 0,0014%

Hitzeentwicklung

Die Hitzeentwicklung der externen Box hielt sich im Test in grünen Bereich. Das Metallgehäuse verteilt die entstehende Wärme gut und wurde bei Verwendung der Soundkarte spürbar warm, jedoch nicht heiß.

Fazit

Die Terratec DMX 6Fire USB ist eine externe USB 2.0 Soundkarte und eignet sich hervorragend um die meist eher mittelmäßigen internen Notebooksoundkarten aufzurüsten. Durch die umfangreiche Schnittstellenausstattung spricht sie eher das Hobby Tonstudio an. Analoge Aufnahmen von Mikrofon, Plattenspielern und Gitarren sind ein Highlight der Terratec DMX 6fire USB. Auch einen MIDI und XLR Mikrofonanschluss bieten nur wenige Soundkarten. Auch die professionellen ASIO Treiber für Windows unterstreichen die Ausrichtung zum "Prosumer".

Spielefans wird bei den Soundblasterkarten mehr geboten, EAX und OpenAL fehlen bei der Terratec Lösung.

Die USB Verbindung funktionierte im Test einwandfrei und ermöglichte auch einfaches An- und Abstecken während dem Betrieb. Unter Mac OS X kam es jedoch 2x zu Soundstörungen die durch neues Anstecken behoben werden konnten.

Der gemessene Stromverbrauch war mit maximal 4.8 Watt in Ordnung, jedoch schaltete sich die Box anscheinend nie ab, da auch bei ausgeschaltetem Notebook 4.2-4.6 Watt aus der Steckdose gezogen wurden.

Vorsicht – mit dem DPC Latency Checker sollte vor dem Kauf die Eignung des Basisgerätes getestet werden.

Die Soundqualität der Karte gefiel im Test und beide Messprogramme zeigten eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu einer integrierten HD Audio Soundkarte von Realtek.

Preislich ist die 6Fire DMX USB jedoch etwas hoch angesiedelt. Für Nutzer die die zahlreichen Eingänge brauchen, gibt es jedoch kaum günstigere Alternativen.

Pro Contra
gute Soundqualität Kein Ein-/Ausschalter
viele Anschlussmöglichkeiten (XLR, MIDI, optisch, ...) Hoher Standby Stromverbrauch
Analoge 5.1 Ausgabe Nur ein Sereo Kilinkenadapter mitgeliefert
ASIO Treiber für Windows Kein gedrucktes Handbuch
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Autor: Klaus Hinum, 28.08.2009 (Update:  9.07.2012)
Klaus Hinum
Klaus Hinum - Founder, CTO - @klaushinum
Als Gründer von Notebookcheck und Tech-Enthusiast kümmere ich mich hauptsächlich um technische Themen und auch die Weiterentwicklung unserer Plattform. Direkt nach dem Doktorat in Informatik startete ich Vollzeit bei Notebookcheck durch.