Wir waren auf Einladung von Xiaomi vor Ort in Peking, um einen seltenen Blick hinter die Kulissen von Xiaomis modernster Smartphone-Produktion zu werfen. Was der Hersteller dort präsentiert, wirkt wie ein Blick in die Zukunft industrieller Fertigung: Mit dem Xiaomi Hyper Intelligent Manufacturing System (kurz: Hyper IMS) hat das Unternehmen eine vollständig selbst entwickelte Plattform geschaffen, die sämtliche Produktions- und Qualitätsdaten in Echtzeit erfasst und steuert.

Das System dient als digitales Nervenzentrum der gesamten Fabrik. Auf großen Displays laufen Live-Daten zu Tagesleistung, Ausbeute und Effizienz zusammen. Eine 3D-Panoramasicht zeigt die gesamte Werkshalle auf einen Blick, von der Fertigung der Leiterplatten bis zur Endmontage. Kommt es irgendwo zu Abweichungen, schlägt das System automatisch Alarm, und Techniker greifen sofort ein. Eine intelligente Früherkennung bemerkt mögliche Gerätefehler sogar, bevor sie auftreten - das spart Zeit und reduziert den Ausschuss.
Die Produktionslinie, die Xiaomi für die Werksführung öffnete, ist rund 100 Meter lang und umfasst alle Schritte vom Platinen-Test über die Vorverarbeitung bis zur Endprüfung. Die rund 4.000 Maschinen mit Mi-Logo stammen aus eigener Entwicklung. Der Automatisierungsgrad liegt bei 81 Prozent, die Software stammt komplett aus Xiaomis eigener Feder.
Besonders eindrucksvoll ist der Vergleich zwischen alter und neuer Testtechnik: Früher arbeiteten Roboterarme mit begrenzter Kapazität. Heute kommen Schubladensysteme zum Einsatz, die 40 Platinen gleichzeitig prüfen können - ein Effizienzgewinn von 60 Prozent. Danach folgt die Montage, in der Menschen vor allem dort eingreifen, wo Präzision unersetzlich ist, etwa beim Reinigen der Kameralinsen unter dem Mikroskop in einem speziellen Reinraum.
Insgesamt umfasst die Smartphone-Produktion über 200 Einzelschritte. Am Ende steht ein dreistufiges Prüfverfahren: ein vollständiger Funktionstest, ein Alterungstest, der den Alltagseinsatz simuliert, sowie ein abschließender Retest. 49 selbst entwickelte Teststationen prüfen Antenne, Kamera, Display, Bluetooth, Audio und mehr.
Mit seinem modularen „Plattform + Modul“-Design ermöglicht Xiaomi zudem eine außergewöhnliche Flexibilität: Produktionslinien lassen sich bei einem neuen Modell in nur zehn Stunden umrüsten, statt in einer Woche wie früher. Der Einsatz von Arbeitskräften ist ebenfalls deutlich reduziert: Eine herkömmliche Fabrik benötigte für eine 600 Meter lange Produktionslinie und 300 Geräte pro Stunde rund 450 Mitarbeitende. Die von KI gesteuerte Xiaomi-Linie ist nur 310 Meter lang, schafft 600 Einheiten pro Stunde und kommt mit 220 Beschäftigten aus. Damit wird die Vision der Fabrik der Zukunft Realität.
Unser Besuch in Peking hat gezeigt, dass Xiaomi nicht nur bei Smartphones, sondern auch bei der Fertigungstechnologie zu den Innovationsführern zählt. Jedes Gerät, das hier das Band verlässt, steht für Präzision, Automatisierung und ein Stück Zukunft, das schon heute Realität ist.
Quellen
Eigene, Xiaomi
Hinweis: Im Inneren der Fabrik galt striktes Fotografierverbot, weshalb wir auf Bildmaterial zurückgegriffen haben, welches Xiaomi uns zur Verfügung gestellt hat.














