Notebookcheck

Test Acer H6510BD FullHD Beamer

Klaus Hinum , 25.06.2013

Beam me up, Scotty! Kompakter 1080p DLP Beamer für Office und Heimkino ab 750 Euro? Klingt fast schon zu gut, um wahr zu sein. Wir klären im Test, wo die Schwächen liegen.

Acer H6510BD FullHD Beamer

Der Acer H6510BD ist ein DLP Beamer mit RGBCYW Farbrad. Jeder der 1920 x 1080 Bildpunkte wird durch einen elektrischen Spiegel errechnet, der das Licht der Lampe im richtigen Zeitpunkt zu dem Farbrad ablenkt, um die gewünschte Farbe auf die Leinwand zu werfen (siehe Wikipedia). Nachteil dieser komplexen Technik ist der sogenannte Regenbogeneffekt. Diesen konnten wir zwar beim Testgerät nicht nachvollziehen, ist jedoch von Person zu Person unterschiedlich leicht wahrnehmbar (siehe Notebookjournal, wo anscheinend 50 % der Benutzer es wahrnehmen konnten, und auch im Chip Test ist von Blitzern zu lesen).

Neben seinen kompakten Abmessungen glänzt der Acer H6510BD im Datenblatt mit einer hervorragenden Helligkeit (3000 / 2400 ANSI Lumen im Standard bzw. ECO Modus) und einem günstigen Preis ab etwa 750 Euro (Straße, Stand: 21.06.2013). Erwähnenswert ist außerdem die 3D-Fähigkeit des Beamers und der integrierte Lautsprecher, welcher jedoch nur zur Not nutzbar ist mit seinen 2 Watt Leistung.

Der deutlich größere H9500BD bzw. H9501BD bietet einen größeren Zoom-Bereich und einen optischen Lens Shift. Bei der maximalen Helligkeit müssen beide jedoch zurückstecken.

Technische Daten (Herstellerangaben)

  • DLP Chip 0.65" mit 1920 x 1080 Auflösung, 16:9
  • 3000 / 2400 ANSI Lumen (Standard / ECO) Helligkeit
  • 1,15 - 7,62m Bilddiagonale, 1,5 - 7,6 m Projektionsabstand
  • 4000 / 7000 (Standard / ECO) Lampenlebensdauer
  • Anschlüsse: 2x 15-Pin D-Sub (1x In/1x Out), 2x HDMI, 1x Composite Video (RCA), 1x S-Video, 1x Komponenten (3x RCA), 2x Klinke Audio (1x In/1x Out), 1x USB, 1x RS-232
  • 264 mm Breite, 78 mm Höhe, 220 mm Tiefe, 2,2 kg
  • 24 Monate Herstellergarantie, 12 Monate auf die Lampe

Dank der relativ kompakten Abmessungen, des schlichten Designs und der einfachen Formensprache macht der Acer H6510BD sowohl im Wohnzimmer als auch im Büro eine gute Figur und drängt sich nicht in den Vordergrund.

Die Verarbeitung gibt keinen Grund zur Beanstandung und befindet sich im erwarteten Bereich bei einem der günstigeren Beamer seiner Leistungsklasse. Sämtliche Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite und die Bedientasten auf der Oberseite des Beamers. Auf der Unterseite sind zwei der drei Standfüße in der Höhe verstellbar, und auch ein Schraubgewinde wie bei Digitalkameras findet man vor. Die mitgelieferte Fernbedienung ist kompakt, bietet jedoch keine beleuchteten Tasten.

Bildqualität

Der wichtigste Aspekt eines Beamers ist natürlich die Bildqualität. Subjektiv kann der Acer H6510BD in dieser Hinsicht eindeutig überzeugen. Bei perfekter Aufstellung gefällt das Bild mit feinen Details und überzeugenden Farben. Besonders bei Blu-Rays wie "Game of Thrones" sind selbst im Hintergrund zahlreiche Details erkennbar. Ein klarer Vorteil der Full-HD-Auflösung im Vergleich zu günstigeren 720p-Beamern.

Die Reaktionszeit war im Test für Fifa 13 am PC ausreichend, an der PS 3 bei Little Big Planet und Killzone 3 war jedoch ein deutliches Verwischen sichtbar.

Beamertypisch fallen die Schwarzwerte subjektiv etwas heller aus als auf High-End-Fernsehern. Weiters ist uns beim Acer aufgefallen, dass die untersten Graustufen (3,5 % und weniger im Eizo Monitortest) nicht mehr von Schwarz unterscheidbar sind, die hellsten jedoch durchaus.

Mit unserem X-Rite i1Pro 2 und Calman bzw. der X-Rite Software haben wir außerdem den Beamer am Acer Aspire M3-581TG vermessen und kalibriert. Mit den Standardeinstellungen am Beamer haben wir einen Kontrast von 550:1 gemessen (an einer weiß gestrichenen Betonwand). Die Graustufen zeigen einen guten Gammawert von 2,5. Die Werte sind jedoch leicht grünlich. Der Weißpunkt ist mit 6700 jedoch gut.

Bei den einzelnen Farbmessungen zeigt sich eine interessante Verschiebung bei den grünen und türkisen Farben. Dies könnte auf das RGBCYW Farbrad zurückzuführen sein. Die Farbabweichungen sind mit dem durchschnittlichen DeltaE 2000 von 6 noch im akzeptablen Bereich. Nur einzelne Werte überschreiten den kritischen Messwert von 10. Auch nach dem automatischen Kalibrieren mit dem i1Profiler wird das Ergebnis jedoch nicht deutlich besser.

Graustufen-Test mit Calman
Graustufen-Test mit Calman
Colorchecker Test unkalibriert
Colorchecker Test unkalibriert
Colorchecker Test kalibriert
Colorchecker Test kalibriert
Saturation unkalibriert
Saturation unkalibriert
Saturation kalibriert
Saturation kalibriert
i1Profiler
i1Profiler

3D Betrieb

optional erhältlich: Shutterbrille
optional erhältlich: Shutterbrille

Dank der sehr guten Helligkeit kann der Acer Beamer auch im 3D-Betrieb mit der optionalen Shutterbrille punkten. Jedoch unterstützt er nur maximal 120 Hz im Shutterbetrieb. Im Test war der 3D-Modus durchaus überzeugend und ohne Geisterbilder. Bis wir unsere PS 3 zum 3D-Betrieb überreden konnten, war jedoch einiges an Herumstellen nötig. Manchmal muss man auch im Menü manuell den 3D-Modus wählen (z. B. Youtube Side By Side 3D Video am Laptop).

Wie üblich ist der 3D-Modus jedoch von Benutzer zu Benutzer abhängig, wobei z. B. einem Tester nach etwa 1 Stunde PS 3 Spiele übel wurde...

Lautstärke

Der kompakten Bauform und der hohen maximalen Helligkeit ist leider eine höhere Lautstärke geschuldet. Zwei verschiedene Faktoren spielen dabei eine Rolle bei der Lüfterlautstärke. Zum Einen, ob der Eco Modus aktiviert ist, also die Helligkeit der Lampe. Dies ist eine bei den meisten Beamern übliche Kopplung. Überrascht waren wir jedoch, das auch das Spiegeln des Bildes zu einer höheren Lüfterlautstärke führt (aber nicht zu einer höheren Leistungsaufnahme). Zum Beispiel muss man bei einer verkehrten Deckenmontage diese Option nutzen und hat damit zugleich eine erhöhte Lautstärke. 

Unsere Messungen haben wir im 17 °C kühlen Keller aus 2 Meter Entfernung in 80 cm Höhe mit der Kombination aus Behringer ECM-8000 Messmikrofon, Terratec DMX6Fire USB Soundkarte und Arta 1.6.1 gemessen. Im ausgeschalteten Zustand haben wir damit 27 dB gemessen. Dies erhöht sich auf relativ leise 31,8 dB (1,65 Sone) im Eco Modus. Sobald wir das Bild invertieren, dreht der Lüfter noch einmal deutlich auf 34,3 dB (2,1 Sone) auf. Im Standardmodus, in dem die maximale Helligkeit zur Verfügung steht, erreicht der H6510BD bereits 36,3 dB (2,45 Sone), welches sich beim Spiegeln des Bildes auf ralativ laute 37,8 dB (2,8 Sone) erhöht. Das Geräusch selbst (siehe Arta Diagramm bzw. Youtube Video) ist dabei für die Tester nicht unangenehm.

Subjektiv ist der Acer H6510BD damit deutlich höhrbar und auch bei ruhigen Filmszenen present. Für die Tester war er im gespiegelten Modus aber selbst ohne Eco Modus bei Filmen nicht störend - aber durchaus präsent.

Arta Geräuschcharakteristikum des Lüfters
Arta Geräuschcharakteristikum des Lüfters

Stromverbrauch

Der Stromverbrauch ist klarerweise kein Pluspunkt von klassischen DLP Beamern. Besonders die helle Lampe des Acer H6510BD Full-HD Beamers lässt Schlimmes erahnen. Unsere Messungen mit einem Voltcraft VC 940 Multimeter zeigt uns das in zwei verschiedenen Verbrauchsstufen. Im Eco Modus zieht der Beamer etwa 190 Watt aus der Steckdose. Im normalen Modus sind es 246 Watt, die gespiegelte Projektion hat wie bereits erwähnt keinen Einfluß auf den Stromverbrauch. Im Standby zeigt unser (in diesem Bereich etwas ungenaue Messgerät) sehr gute 0,1 Watt. Dies ist besonders wichtig, da man den Beamer, sofern man ihn z. B. an der Decke montiert, selten vom Stromnetz komplett trennen wird.

Temperatur

Die Oberflächentemperaturen hielten sich bei unserem Test im Rahmen. Nach 3 Stunden Einsatz zeigte unser Infrarotthermometer lediglich 37 °C an. Hierzu ist jedoch anzumerken, dass die Umgebungstemperatur im Testraum mit 17°C sehr niedrig war.
Dieser Fakt könnte auch dazu geführt haben, dass wir sehr oft ein deutlich sichtbares Hitzeflimmern im Bild sehen konnten. Der Lüfter strahlt die warme Luft nach vorne aus und kann hier bei hohen Temperaturunterschieden zu diesem Phänomen führen. Dies war übrigens verkehrt montiert weniger ausgeprägt als bei normaler Aufstellung.

Fazit

Der Acer H6510BD ist ein günstiger Full HD Beamer mit DLP Projektionstechnik. Die Bildqualität kann bei 1080p-Medien wie Blu-Rays überzeugen. Feine Details werden klar gezeichnet, und auch die Farbwiedergabe ist gut.

Aufgrund des fehlenden Lens Shift und einer minimaler Unschärfe ist ein idealer Aufstellungsort sehr wichtig. Auch die erhöhte Lüfterlautstärke bei der gespiegelten Darstellung und das Hitzeflimmern in kühlen Umgebungen können den Aufstellungsort einschränken. Die Lautstärke selbst kann als durchaus präsent beschrieben werden und könnte von Enthusiasten des Heimkinos als störend wahrgenommen werden.

Die kompakten Abmessungen und das leichte Gewicht prädestinieren den Beamer für den mobilen Office-Betrieb.

Alles in Allem hinterlässt der Acer H6510BD einen sehr guten Eindruck und kann besonders mit Hinblick auf seinen aktuellen Straßenpreis von 750 Euro überzeugen.

Externe Tests

Chip Test mit detaillierten Messdaten: http://www.chip.de/artikel/Acer-H6510BD-Full-HD-und-3D-Beamer-Test_61382233.html

Vergleich Benq W1080 und Acer H6510BD mit Aussage zum Regenbogeneffekt, aber wenigen Messwerten: http://www.notebookjournal.de/tests/acer-h6510bd---benq-w1070-2009

Englischer Test jedoch mit kaum Messwerten: http://www.expertreviews.co.uk/projectors/1299277/acer-h6510bd

Englischer Test, der den leisen Lüfter lobt: www.projectorcentral.com/acer_h6510bd_3d_home_video_projector_review.htm

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Autor: Klaus Hinum, 25.06.2013 (Update:  2.08.2013)