Test Crucial m4 mSata SSD 64 GB

Tobias Winkler, 14.07.2012

Fixes Kärtchen. Klein, leicht, sparsam, schnell und bis zu 256 GB Kapazität sind handfeste Argumente, die Crucial mit der m4 in die Waagschale wirft. Ob das auch für den Einsatz in Notebooks so immer stimmt, haben wir getestet.

Crucials mSATA-Variante der bekannten m4-Baureihe verfügt über die gleichen Leistungsdaten wie die großen 2,5-Zoll-SATA-Modelle und soll bis zu 500 MB/s Leseleistung und 95 MB/s (64 GB), 175 MB/s (128 GB), 260 MB/s (256 GB) Schreibleistung bieten. Die etwa 10 g leichten mSATA-SSDs gibt es mit Kapazitäten von 32, 64, 128 und 256 GB und verfügen bereits über den schnellen SATA-6G-Standard. Als Controller kommt der Marvell 88SS9174-BLD2 zum Einsatz, die mittlere Betriebsdauer wird mit 1,2 Mio Stunden angegeben und garantiert wird das Ganze vom Hersteller drei Jahre lang. Die Preise beginnen in den Suchmaschinen bei knapp 50 Euro und enden je nach Kapazität bei knapp 200 Euro. Bei vielen Händlern als verfügbar gelistet sind derzeit allerdings nur die beiden Modelle mit 32 und 64 GB Kapazität. Etwas versteckt findet man jedoch bei mySN Schenker im Zubehörbereich die beiden kapazitätsstarken Modelle. Die Preise sind allerdings auf einem etwas höheren Niveau angesiedelt.

Performance

Getestet haben wir auf einem Desktop-Rechner mit mSATA-Adapter an einem SATA-6G-Port (max. 6 Gbit/s) und an diversen Notebooks mit mSATA-Schnittstelle. Am Desktop PC haben wir die vom Hersteller angegebenen Geschwindigkeiten je nach Benchmark etwas übertroffen oder leicht verfehlt. Im Ergebnis werden die 500 MB/s Lesegeschwindigkeit aber solide erzielt und sind nicht von performancesteigernden Komprimierungsverfahren abhängig. Beim Schreibtest wird sogar fast durchweg die 100-MB/s-Marke überschritten.

ASSSD
ASSSD
ASSSD Copy
ASSSD Copy
ATTO
ATTO
Crystal Disk
Crystal Disk

Am mSATA-Port in Notebooks wird diese Geschwindigkeit unserer Erfahrung nach nicht erreicht, da die bisher von uns getesteten Rechner den mSATA-Steckplatz alle per SATA II (max. 3 Gbit/s) angebunden hatten. Damit greift die Limitierung bei etwa 270 MB/s, wodurch ein Teil der Transfergeschwindigkeit folglich verloren geht. Für den subjektiven Geschwindigkeitsvorteil ist diese Einschränkung jedoch nur wenig relevant, da hier vor allem die Zugriffszeiten und die Geschwindigkeit bei zufälligen Zugriffen den Ausschlag geben. Die Benchmarkergebnisse sind daher in diesen Teilbereichen, egal ob mit SATA II oder SATA III angebunden, nahezu identisch.

(Edit 17.07.2012: Dank eines Users, haben wir die Info erhalten, dass sich im Lenovo ThinkPad Edge E520 (ohne UMTS) ein per SATA III angebundener mSATA-Slot befindet. Siehe dazu die beigefügten Screenshots einiger Benchmarks einer Crucial M4 mSATA mit 128 GB. Auch das Lenovo IdeaPad Y580 soll zu den Modellen mit schnellem mSATA-Steckplatz gehören. Wir werden uns das stichprobenartig bei den nächsten Notebooktests immer mal wieder anschauen. In den Handbüchern und Datenblättern der Hersteller sind meist keine Informationen zu finden, wie die mSATA-Schnittstelle angebunden ist. Welche Notebooks welchen Standard unterstützen, ist daher schwer herauszufinden. Oft wird letztlich nur ein Ausprobieren Aufschluss geben können, ob eine SATA-II-Limitierung vorliegt oder nicht.)

In der Praxis etwas nachteiliger könnte sich dagegen die für die kleine m4 relativ geringe Schreibleistung auswirken, wenn man viel und oft Dateien hin- und herverschiebt. In der Regel überwiegt allerdings das Abrufen von Daten und damit die Leseleistung. Zudem steigt die Performance mit der Größe des Speicherkärtchens, was diesen Nachteil entsprechend verringert. Insgesamt gesehen ist aber auch mit dem 64-GB-Testsample gegenüber konventionellen Festplatten ein ordentlicher Geschwindigkeitsschub erlebbar. Je nach Verwendung und aufgrund der in Notebooks bestehenden SATA-II-Limitierung fällt dieser allerdings nicht ganz so beeindruckend aus, wie bei den sehr schnellen 2,5-Zoll-SATA-6G-SSDs.

ASSD ThinkPad E520 (128 GB)
ASSD ThinkPad E520
HD Tune Schreiben
HD Tune Schreiben
HD Tune Lesen
HD Tune Lesen
Crystal ThinkPad W530
Crystal ThinkPad W530
Crystal ThinkPad E520 (128 GB)
Crystal ThinkPad E520
HD Tune Random Lesen
HD Tune Random Lesen
HD Tune Random Schreiben
HD Tune Random Schreiben
Crystal ThinkPad E530
Crystal ThinkPad E530

Leistungsaufnahme

Nicht so toll zeigt sich dagegen die von uns gemessene Leistungsaufnahme. Im Leerlauf liegen 1,65 Watt an, die sich beim sequentiellen Lesen auf 3,86 Watt und beim sequentiellen Schreiben auf 3,56 Watt (beides Crystal Disk Mark) erhöhen. Vor allem der Wert im Leerlauf schmerzt, da dadurch bei Notebooks die Akkulaufzeit je nach Konfiguration doch spürbar abnehmen könnte. Hier schneiden fast alle bisher getesteten Laufwerke deutlich besser ab.

Leistungsaufnahme im Vergleich
Leistungsaufnahme im Vergleich

Fazit

Crucials m4 mSATA mit 64 GB bietet eine gute Möglichkeit den Speicherplatz in Notebooks zu erweitern, sie kann allerdings auch als Systemlaufwerk fungieren. Aufgrund der Kapazität und der relativ geringen Schreibleistung stufen wir dieses Modell als günstigen Einsteiger ein, der für das Betriebssystem, ein paar Programme und übliche Daten, in der Regel gut ausreicht.

Speicherhungrige Spiele und Video-Sammlungen müssen hier aber meist ausgelagert werden, da der Platz dafür dann doch zu gering ausfällt. Die Arbeitsgeschwindigkeit ist vor allem gegenüber normalen Festplatten sehr hoch und bietet damit einen subjektiv sehr ansprechenden Performanceschub. Während der Preis mit derzeit knapp 70 Euro sehr fair erscheint, bleibt als echter Negativpunkt lediglich die für Notebooks hohe Leistungsaufnahme übrig.

» Die Crucial M4 mSATA SSD mit 64 GB ist derzeit bei ab 77 Euro Amazon.de erhältlich.

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Im Test: Crucial M4 mSATA
Im Test: Crucial M4 mSATA
SSDs gibt es in vielen Varianten und Größen.
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Gegenüber den bekannten 2,5-Zoll-Laufwerken ist vor allem die geringe Größe sehr beeindruckend.
Gegenüber den bekannten 2,5-Zoll-Laufwerken ist vor allem die geringe Größe sehr beeindruckend.
Dennoch brauchen sich die Leistungsdaten gegenüber den ausgewachsenen SSDs nicht zu verstecken.
Dennoch brauchen sich die Leistungsdaten gegenüber den ausgewachsenen SSDs nicht zu verstecken.
Die volle Leistungsfähigkeit erhält man von dem SATA 6G SSD derzeit allerdings nur an einem Desktop-System.
Die volle Leistungsfähigkeit erhält man von dem SATA 6G SSD derzeit allerdings nur an einem Desktop-System.
Ein mSATA-SATA-Adapter eröffnet die SATA-6G-Anbindung.
Ein mSATA-SATA-Adapter eröffnet die SATA-6G-Anbindung.
Große Vorteile wie geringes Gewicht und kleiner Formfaktor sind entscheidende Kaufargumente.
Große Vorteile wie geringes Gewicht und kleiner Formfaktor sind entscheidende Kaufargumente.
64 GB Kapazität reichen derzeit meist aus, komfortabler lebt es sich auf Dauer aber mit den größeren Varianten.
64 GB Kapazität reichen derzeit meist aus, komfortabler lebt es sich auf Dauer aber mit den größeren Varianten.
Crucial m4 im Lenovo ThinkPad W530.
Crucial m4 im Lenovo ThinkPad W530.

Shortcut

Was uns gefällt

Trotz SATA-II-Limitierung in Notebooks derzeit beste Performance der von uns getesteten mSATA-SSDs. Die Preise sind fair und liegen nur wenig über den konventionellen SSDs.

Was wir vermissen

Eine bessere Verfügbarkeit der 128 GB und 256 GB Kapazitäten. Zudem könnte die Leistungsaufnahme im Leerlauf geringer ausfallen.

Was uns verblüfft

Dass mSATA-SSDs noch relativ wenig eingesetzt werden.

Die Konkurrenz

Im Test hatten wir bereits Intels SSD 310 mit 80 GB und OCZs Nocti mit 120 GB Kapazität. Weitere Modelle findet man in den üblichen Preissuchmaschinen.

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Autor: Tobias Winkler, 14.07.2012 (Update: 25.06.2013)