Test Intel Serie 310 Solid State Drive (SSD, 80 GB, mSATA)

Felix Sold, 28.04.2011

Power-Zwerg. Im aktuellen Solid State Drive Portfolio von Intel findet sich neben den üblichen 2,5-Zoll-Laufwerken auch die neue SSD Serie 310 im mSATA-Formfaktor. Die maximale Lese-Übertragung der nur 7 Gramm leichten Platine soll bei 200 MB/s liegen. Zur Auswahl stehen momentan 40 oder 80 GByte Speicherkapazität, wobei wir die 80GB Variante durch unseren Benchmarkparkour jagen.

Schnell muss nicht gleichzeitig große Hardware bedeuten, dass beweist Intel mit der neuen SSD Serie 310 für mobile Geräte, wie beispielsweise Notebooks, Netbooks oder Tablets. Auf einer Platine, die nur 50,8 x 29,9 x 3 – 4 Millimeter (B x T x H) misst, befindet sich ein komplettes Solid State Drive (SSD) mit einer Kapazität von 40 oder 80 GByte. Ein weiterer Vorteil dieser Komponente ist das minimale Gewicht von nur 7 Gramm. Voraussetzung für die Nutzung ist ein PCI Express Mini Karten-Slot, der die Übertragung via mSATA (SATA 2) unterstützt. Der Artikel von StorageReview.com zeigt aber, dass man nicht einfach das WLAN-Modul entnehmen und gegen das kleine SSD austauschen kann. Der Slot muss die Datenübertragung via SATA im BIOS unterstützen, und das können aktuell wohl die wenigsten Endgeräte.

Update: Von Intel gibt es auf Anfrage der Redaktion es keine offizielle Liste von Geräten, die Intels SSD Serie 310 aufnehmen können. Allerdings bestätigte Lenovo in diesem Zug, dass beispielsweise die Notebooks T420, T520s, T520, W520, X220, X220t und weitere das kleine SSD nativ unterstützen.

Auch wenn sich diese Lösung daher wohl weniger an den Consumer-Markt richtet und eine eher spezielle Lösung für einige Geräte darstellt, wollen wir uns von der Leistung des Mini-SSDs überzeugen. Auf der Platine finden sich bekannte Komponenten von der X25-M Postville oder der Intel X25-V. So wird beispielsweise der gleiche Controller vom Typ PC29AS21BA0 genutzt, der Multi-Level Cell Flash-Speicher (MLC) von Intel ansteuert. Unser Sample bietet fünf Intel-Speicherbausteinen (29F16B08JAMDA) mit jeweils 16 GByte Kapazität, die in nicht ganz moderner 34 Nanometer Strukturbreite gefertigt sind. Daraus ergibt sich als Endkunden aber kein Nachteil. Im Portfolio von Intel findet sich im Vergleich auch die SSD Serie 320 (2,5 Zoll) mit modernen 25 Nanometer Chips.

Über die verwendete PCI Express Schnittstelle können maximal 3 Gbit/s übertragen werden. Auf diesem Standard basieren aktuell die meisten Laufwerke und die mögliche Übertragung entspricht in etwa 300 MByte pro Sekunde. Die Marketingangaben für die Intel SSD Serie 310 versprechen bei dem Spitzenmodell maximal 200 MB/s Lesen und 70 MB/s Schreiben. Das kleinere Modell mit 40 GByte verliert bei der Schreibgeschwindigkeit mit 35 MB/s deutlich an Performance.

Als eine Art Nischen-Produkt könnte vermutet werden, dass diese Lösung auch recht teuer ist. Dem ist nicht so und eine Preisvergleich zeigt, dass die Intel SSD Serie 310 bereits für 74 Euro (40 GByte) beziehungsweise 150 Euro (80 GByte) erhältlich ist. Der bei uns vorliegende Adapter auf 2,5 Zoll scheint dabei nicht im Lieferumfang enthalten zu sein. Dieser ist bei dem Konzept aber auch nicht für den dauerhaften Betrieb gedacht.

Das Testsystem

Schenker Xesia E510 Entry Notebook
Schenker Xesia E510 Entry Notebook
Office-Gerät mit Intel Pentium P6100
Office-Gerät mit Intel Pentium P6100
Intel SSD Serie 310 im 2,5 Zoll Adapter
Intel SSD Serie 310 im 2,5 Zoll Adapter

Testkonfiguration - Schenker MySN Xesia E510:

  • 15.6" HD LED-Display (1366 x 786 Pixel, Diagonale: 39,6 Zentimeter)
  • Intel Pentium P6100 (2.0 GHz, Dual-Core)
  • Intel HM55 Chipsatz
  • Intel GMA HD GPU
  • 4 GByte DDR3-RAM (1333 MHz)
  • Samsung HM501II HDD (500 GByte)
  • Windows 7 Home Premium (64-Bit)
  • Einstiegspreis: 449 Euro (Gerätepreis abhängig von der Konfiguration)

Weiterführende Links:

Benchmarks

Nach dem bewährten Schema macht auch bei diesem Testbericht der ATTO Disk Mark den Anfang. Dieser Benchmark bildet oftmals die Grundlage für die Marketing-Angaben der unterschiedlichen Herstellern und liefert zugleich verlässliche Ergebnisse.

Auf Basis der Intel X25-M bietet die Intel SSD Serie 310 in diesem Test eine maximale Lese-Übertragung von rund 215 MByte und liegt damit im breiten Mittelfeld der meisten Solid State Drives. Ab einer Paketgröße von 16 MByte bleibt die Übertragung konstant auf gutem Niveau ohne größere Ausreißer. Auf ähnlichem Leistungsniveau bewegt sich das Toshiba Blade X-gale Riegel-SSD aus dem Apple MacBook Pro 13 2010. Die Intel X25-M an einem P55 Desktop-Mainboard ist ein wenig flotter unterwegs (274 MB/s) und die moderneren SATA 3 Laufwerke spielen nochmals in einer anderen Liga. Die Intel X25-M und die Serie 510 mit 250 GByte bieten dabei einen Leistungsvorsprung von + 21,5 Prozent und + 57,9 Prozent (511 MB/s).

Bei Schreiboperationen ist das SSD von Intel nicht so flott unterwegs und bietet laut Hersteller maximal 70 MByte pro Sekunde. In diesem Test liegt das SSD wieder über diesen Angaben und ermöglicht in der Spitze 86 MByte pro Sekunde. Die Intel X25-M liegt in diesem Test gleichauf und bietet kein Leistungsplus. Vergleichbare SATA 2 SSDs, wie beispielsweise die Vertex 2 im üblichen 2,5-Zoll-Gehäuse bieten mehr Performance. Auch die Intel SSD Serie 510 kann sich mit maximal 338 MB/s absetzen und bietet ein Plus von 74,6 Prozent.

ATTO Leseraten im Vergleich
ATTO Leseraten im Vergleich
ATTO Schreibraten im Vergleich
ATTO Schreibraten im Vergleich

Zahlreiche Messungen bietet der CrystalDiskMark, den wir als nächstes unter die Lupe nehmen. Wir beschränken uns auf den 4K Lese- und Schreibbenchmark, da diese Operationen in der alltäglichen Nutzung häufig gebraucht wird. Mit Werten von 39,43 und 19,43 MByte pro Sekunde bietet das SSD eine gute Leistung aus dem Mittelfeld. Der Vergleich zu einer herkömmlichen Festplatte mit 5400 U/Min fällt dabei bei jedem SSD enorm aus. Die X25-M ist wieder nur bei der Lese-Übertragung schneller und bietet 46,7 MB/s (Differenz: + 15,6 Prozent). Die modernere Serie 510 mit SATA 3 Anschluss bewegt sich mit 39,13 MByte auf dem Niveau unseres Testsamples.

Als nächstes folgt der Lese-Benchmark von HD Tune Pro 4.6, wobei dieser Test nicht direkt für Solid State Drives ausgelegt ist und nur die Werte untereinander einen Vergleich zulassen. Mit maximal 203,2 MByte pro Sekunde liegt die Intel SSD Serie im hinteren Drittel für ein SSD, bietet aber dennoch eine gute Leistung. Die X25-M sowie die Serie 510 mit 250 GByte sind mit 243,4 MB/s (+ 16,5 Prozent) und 331,6 MB/s (+ 38,7 Prozent) wie gewohnt schneller bei Lese-Operationen.

Ein Vorteil von HD Tune ist die Ermittlung der Lese-Zugriffszeit. Herkömmliche Festplatten bewegen sich in diesem Test zwischen 15 und 20 Millisekunden. Die Intel SSD Serie 310 weiß in diesem Test mit einem geringen Wert von 0,073 Millisekunden zu überzeugen und liegt gleichauf mit der schnellen OCZ Vertex 3. Die X25-M ist mit einer glatten Millisekunde messtechnisch etwas langsamer, wobei sich der Unterschied in diesem Bereich nicht zeigt.

CrystalDiskMark Ergebnisse
CrystalDiskMark Ergebnisse
HD Tune Pro (Lesen)
HD Tune Pro (Lesen)
HD Tune Pro Zugriffszeiten
HD Tune Pro Zugriffszeiten

Mit dem AS SSD Benchmark geht ein optimierter Test für Solid State Drives ins Rennen. Ähnlich dem CrystalDiskMark bietet dieser Benchmark verlässliche Ergebnisse, die auf ähnlichem Niveau liegen. Als weiteres Feature bietet AS SSD auch die Berechnung der Zugriffzeiten (Lesen und Schreiben). Mit einem Ergebnis von 0,11 Millisekunden Lesen und 0,213 Millisekunden Schreiben liegt die SSD Serie 310 auf einem guten Niveau. Im Vergleich zu HD Tune Pro ist der Lese-Wert minimal erhöht, aber das fällt nicht negativ ins Gewicht.

AS SSD Zugriffszeiten
AS SSD Zugriffszeiten
AS SSD Seq. Übertragungsraten
AS SSD Seq. Übertragungsraten

Versteckt, aber relativ nützlich ist der Kopierbenchmark von AS SSD, der die alltägliche Nutzung zum Teil simuliert. Das im Test befindliche Intel SSD kann in diesem Test nicht mit schnelleren Laufwerken mithalten und muss sich gegenüber der X25-M und der deutlich schnelleren Serie 510 geschlagen geben. Dazu soll gesagt sein, dass die üblichen Notebook-Festplatten deutlich langsamer arbeiten.

ASS SSD Kopierbenchmark
ASS SSD Kopierbenchmark

Zum Abschluss der Benchmarks schauen wir uns noch den IOMeter Benchmark samt IOMix Profil von der c’t Redaktion an. Dieses Setting soll ebenfalls den Alltagsgebrauch simulieren und eine Laufzeit von fünf Minuten sorgt für ein verlässliches Ergebnis.

Die maximal mögliche Übertragung von 80,36 MByte pro Sekunde ist vergleichsweise gering und moderne Solid State Drives setzen sich mit über 150 MB/s deutlich ab. Interessanterweise liegt die größere Intel X25-M, auf deren Technik die neue Serie 310 basiert, hinter unserem Sample. Sie erreicht nur 59,97 MB/s und liegt damit rund 25 Prozent zurück. In vorherigen Tests lag dieses SSD meist vor dem kleinen mSATA-SSD.

IOMeter: Profil IOMix (5 Minuten)
IOMeter: Profil IOMix (5 Minuten)

Fazit

Die Intel SSD Serie 310 bietet trotz kleinem mSATA-Formfaktor die große Technik des X25-M Solid State Drives. Untergebracht ist die Technik auf einer kleinen Platine, die nur 7 Gramm auf die Waage bringt und damit ungemein leicht ist. Gedacht ist diese Lösung für mobile Geräte mit PCI Express Mini-Kartenslot, wobei einige Voraussetzungen beachtet werden müssen. Der Slot muss vorhanden sein und zeitgleich die Übertragung via SATA im BIOS unterstützen. Dadurch ist der Einsatz in einem freien Schacht oder als Ersatz des WLAN-Moduls nur ganz selten möglich. Diese Hürden machen das SSD von Intel schon fast zum Nischenprodukt für wenige Endgeräte und damit nicht für den breiten Consumer-Markt.

Im aktuellen Angebot finden sich zwei Modelle, die jeweils 40 oder 80 GByte Speicher bieten. Das von uns getestete größere SSD bietet eine gute Performance, wird aber von gängigen 2.5" SSDs überholt. Angesichts der Baugröße und der geringen Zugriffszeiten eignet sich das Laufwerk aber perfekt für das Betriebssystem sowie die genutzten Programme. Im aktuellen Preisvergleich sind rund 150 Euro für das größere Modell fällig. Dies entspricht 1,86 Euro pro GByte und damit den durchschnittlichen Kosten für SSD-Speicher. Summa summarum eine schicke Lösung für wenige Systeme, die ein nützliches Feature sein kann. Aufgrund dieser Tatsachen stufen wir die Intel SSD Serie 310 als „bedingt empfehlenswert“ ein.

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Autor: Felix Sold (Update:  6.06.2013)