Notebookcheck Logo

Test Kensington Universal USB Docking Station DVI (K33926EU)

Vereinfachtes Anschließen. Nicht selten fehlt ein digitaler Monitoranschluss, die ein oder andere USB Schnittstelle oder ein Audioport am Notebook. Auch das ewige Kabelgestöpsel könnte ein Grund sein, über eine Dockingstation nachzudenken. Kensington bietet eine Universallösung, die herstellerunabhängig funktioniert und einige Möglichkeiten eröffnet. Wie gut das funktioniert, haben wir getestet.

Dockingstationen und Portreplikatoren gibt es in vielen verschiedenen Varianten von vielen verschiedenen Herstellern. 1. Wahl sind in der Regel herstellerspezifische Dockingstationen, die über spezielle Ports angeschlossen werden. Nachteil dieser Lösungen ist die meist nur auf bestimmte Serien oder Modelle beschränkte Verwendbarkeit. Ein großer Vorteil ist, dass diese Speziallösungen meist eine hohe Performance und viele Anschlussmöglichkeiten bieten. Digitale Monitorausgänge oder leistungsfähige Schnittstellen wie USB 3.0 oder eSata sind problemlos umsetzbar. Nicht jedes Notebook hat aber einen solchen Dockingport.

Allgemeines

DVI-VGA Adapter, USB Kabel und Netzteil befinden sich im Lieferumfang
DVI-VGA Adapter, USB Kabel und Netzteil befinden sich im Lieferumfang

Universal verwendbare Geräte, wie unser Testmodell von Kensington, setzen auf die USB 2.0 Schnittstelle, um sich mit dem jeweiligen Rechner zu verbinden. Das hat zwar den Vorteil einer hohen Kompatibilität, aber auch den Nachteil mit der eingeschränkten Performance der USB 2.0 Schnittstelle (theoretisch max. 480 Mbit/s) kämpfen zu müssen. Ein Ansatz diesen Nachteil auszuhebeln, stellt die DisplayLink Technologie dar. Vereinfacht erklärt, werden die Daten komprimiert, dann erst per USB übertragen und schließlich wieder entpackt. Hierfür werden einerseits die Rechner CPU und andererseits spezielle DisplayLink Decoder Engines verwendet. Letztere gibt es in verschiedenen Ausführungen, wobei die aktuelle Generation über 2 Kerne verfügt. Unser Testmodell ist mit dem DL-195 Dual-Core Prozessor ausgestattet, der auch das Topmodell der Serie repräsentiert und somit die höchste Leistungsfähigkeit bieten sollte. Laut Hersteller sind mit diesem DL-195 Prozessor Auflösungen von bis zu 2048x1152 Bildpunkten möglich. Hier sind die vollständigen Spezifikationen zu unserem Testmodell (ab ca. 110,- Euro) zu finden: Kensington

Performance

Getestet haben wir mit alten Bekannten, HP ProBook 6540b und HP Mini 5101 kamen zum Einsatz. Wir haben die mitgelieferte DisplayLink Treiber Version 5.2.2 aber auch die aktuelle Version 5.6 getestet.

HP Mini 5101 (Intel Atom N280, 2 GB RAM, Windows 7 HP 32bit)

Die Installation läuft nach dem Anschließen per USB 2.0 automatisch ab und dauert etwa 5 Minuten. Danach lässt sich die Dockingstation ohne Neustart sofort verwenden und Konfigurieren. USB, Audio und Netzwerk lassen sich sofort problemlos nutzen. 

Wie üblich ist neben dem Clonen des Notebookbildschirms auch ein erweiterter Desktop oder der Einzelbetrieb eines externen Monitors möglich. Wir haben uns zunächst auf die externe Ausgabe auf einem Bildschirm mit 1280x1024 Bildpunkten beschränkt. Hier kommt es mit beiden Treiberversionen zu sichtbaren Latenzen beim Bildaufbau. Während dieser Effekt bei Office- und Internetaufgaben noch halbwegs erträglich ist, können weitergehende Aufgaben, wie die Videoausgabe oder das Übertragen von Daten nicht mehr zufriedenstellend ausgeführt werden. Hier ist die Intel Atom N280 CPU einfach zu schwach für die DisplayLink Übertragung.

HP ProBook 6540b (Intel Core i5-430M, 3 GB RAM, Windows 7 Professional 64bit)

Auch hier verläuft die Installation problemlos und alle Funktionen lassen sich nutzen. Bereits der mitgelieferte Treiber sorgt beim ProBook am externen Monitor mit 1280x1024 Bildpunkten im Bereich der Basisaufgaben für eine subjektiv gute Performance. Der Bildaufbau läuft flüssig und ein gleichzeitiges Nutzen der Netzwerkanbindung führt nur selten zu sichtbaren Darstellungsverzögerungen. Ein mit iTunes abgespieltes Testvideo (Datenrate 1494 kBit/s) wurde allerdings nicht mehr flüssig wiedergegeben. Hier half erst der Videomodus weiter, der die Darstellungsqualität außerhalb des Videofensters drastisch heruntersetzt und da nur noch Klötzchengrafik umfasst. Der Film selber wird dann aber einwandfrei wiedergegeben. Ruckler sind nur selten und bei genauem Hinsehen sichtbar.

Mit dem aktuellen Treiber der Version 5.6 gelingt die Filmwiedergabe auch im normalen Modus schon flüssig. Hier hat man scheinbar das Kompressionsverfahren etwas optimieren können. Auch sind nun bei Textverarbeitung, Internet & Co keinerlei Verzögerungen mehr zu verzeichnen.

Bereits bei 1680x1050 Bildpunkten kommt das DisplayLink Kompressionsverfahren zusammen mit dem HP ProBook 6540b wieder an seine Grenzen. Während Office & Co. noch gut dargestellt werden, muss man bei unserem Testfilm wieder zum Video Modus greifen. Hochauflösende Filme machen keinen Spaß, auch 3D Spiele werden daher kaum Freude bereiten. Bessere Resultate könnte man vielleicht mit leistungsstärkeren CPUs erreichen, dann liefern solche Notebooks aber meist auch gleich den passenden digitalen Ausgang mit.

Shooter mit iTunes läuft im Video Mode noch flüssig
Shooter mit iTunes läuft flüssig auf dem ProBook
Transferrate bricht ein, sobald man der Kensington Dock weitere Aufgaben aufbürdet
Transferrate bricht ein, sobald man der Kensington Dock weitere Aufgaben aufbürdet
Der Video Mode lässt sich komfortabel einschalten
Der Video Mode lässt sich komfortabel einschalten

Fazit

Die Portreplikator-Eigenschaften funktionieren problemlos, die Handhabung ist einfach und das Gehäuse macht einen soliden und robusten Eindruck. Die eigentliche Besonderheit, der digitale Monitorausgang, kann aber nur bedingt überzeugen.

Netbooks und Subnotebooks, für die eine universale Dockingstation von besonderem Interesse wäre, haben in der Regel nicht genügend Rechenpower, um die DisplayLink- Kompression rechnerseits befriedigend verarbeiten zu können. Ein stockender Bildaufbau und eine eingeschränkte Performance der Ports sind dann hinzunehmen. Wenn man jedoch die Rechenkraft einer Mittelklasse-CPU zur Verfügung hat, kann man Auflösungen von bis zu 1280x1024 Bildpunkten sehr gut und bis zu 1680x1050 Bildpunkten mit Einschränkungen nutzen.

Je mehr Rechengeschwindigkeit, desto höhere Auflösungen scheinen möglich zu sein. Ist man bei dieser Rechnerklasse angelangt, kann man aber auch direkt zum internen HDMI oder DisplayPort greifen und sich auf einen deutlich günstigeren Portreplikator ohne Monitorausgang beschränken.

» Die Kensington Universal USB Docking Station DVI ist derzeit ab 130.- bei Amazon.de erhältlich

static version load dynamic
Loading Comments
Diesen Artikel kommentieren / Antworten
Teilen Sie diesen Artikel, um uns zu unterstützen. Jeder Link hilft!
Im Test: Kensington Universal USB Dock mit DVI
Im Test: Kensington Universal USB Dock mit DVI
an der Rückseite befindet sich die Masse der Anschlüsse
an der Rückseite befindet sich die Masse der Anschlüsse
vorne praxisgerecht 1 USB 2.0, Displayumschalter und Audio in/out
vorne praxisgerecht 1 USB 2.0, Displayumschalter und Audio in/out
eine Kensington Lock-Vorbereitung darf natürlich nicht fehlen
eine Kensington Lock-Vorbereitung darf natürlich nicht fehlen
Herzstück ist der digitale DVI Ausgang, der mit Adapter auch analoge VGA-Anschlüsse ansteuern kann
Herzstück ist der digitale DVI Ausgang, der mit Adapter auch analoge VGA-Anschlüsse ansteuern kann
weitere USB 2.0 Anschlüsse und ein Ethernet Port befinden sich ebenfalls an der Rückseite
weitere USB 2.0 Anschlüsse und ein Ethernet Port befinden sich ebenfalls an der Rückseite

Shortcut

Was uns gefällt

das schicke Gehäuse, die problemlose Handhabung, die vielen USB Schnittstellen für Drucker & Co.

Was wir vermissen

eine schnellere Schnittstelle zum PC und eine nochmals verbesserte Datenkompression um die Latenzen zu minimieren

Was uns verblüfft

dass der Schritt vom mitgelieferten Treiber zur aktuellen Version einen spürbaren Effekt hat und die Bilddarstellung sichtbar beschleunigt

Die Konkurrenz

für Notebooks mit Dockingport sind meist herstellerspezifische Erweiterungen die erste Wahl. Alternativen zum Testmodell mit DVI gibt es nur wenige, z.B. Targus ACP51EUZ. Hier entscheiden letztlich der Preis und die konkreten Ausstattungswünsche.

Autor: Tobias Winkler, 23.04.2011 (Update:  6.06.2013)