Test Logitech Wireless Solar Keyboard K750

Christoph Freytag, 12.05.2011

Umweltfreundlich Tippen. Green IT ist in aller Munde. Kann Logitech mit dem Wireless Solar Keyboard K750 einen Beitrag dazu leisten? Wir haben das geprüft und uns die kabellose Solartastatur genauer angesehen.

Vom Schweizer Peripheriehersteller Logitech nehmen wir mit dem Wireless Solar Keyboard K750 die erste und bisher einzige Solartastatur des Unternehmens unter die Lupe. Besonderheit des Eingabegerätes sind zwei Solarzellen, die einen kleinen Akku laden und auch bei Innenraumbeleuchtung genügend Energie liefern sollen. Das Gerät ist die zweite Tastatur mit sogenannten „Incurve-Tasten“, das Wireless Illuminated Keyboard K800 besitzt ebenfalls solche Tasten. Incurve bedeutet kurz gesagt, dass im Bereich wo die Zeichen aufgedruckt sind, die jeweilige Taste in der Mitte nach innen gekrümmt ist.

Die Tastatur wird in einem flachen Karton angeliefert. Nach dem Öffnen der bedruckten Verpackung ziehen  wir eine zweite, unbedruckte Pappverpackung heraus. Darin ist die Tastatur selbst und das spartanische Zubehör enthalten. Zu den Utensilien gehören ein sogenannter Logitech Unifying-Empfänger, ein Wireless Extender (USB-Verlängerungsadapter) und ein Reinigungstuch. Eine Software-CD ist nicht enthalten. Auf den zweiten Blick entdecken wir auf der Innenseite der inneren Verpackung einen Downloadlink, wo es zusätzliche Software und eine Betriebsanleitung als PDF zum Download gibt.
Treiber sind im Übrigen nicht nötig. Nach dem Anstecken des Unifying-Empfängers, einem kleinen USB-Funkempfänger mit 2,4 Ghz-Technologie, wird die Tastatur nach dem Einschalten sofort erkannt und ist in Sekunden einsatzbereit. Wermutstropfen ist allerdings, dass das Gerät offiziell nur für Windows XP, Vista und 7 gedacht ist. Mac OS X Nutzer bleiben somit außen vor.

Beim Design hat sich Logitech auf die Umsetzung einer flachen Bauweise konzentriert. So beträgt die Dicke der Tastatur nachgemessen nur 8 mm, und das gilt für das gesamte Gehäuse, eine Keilform ist nicht auszumachen.
Die Oberseite ist in schwarz glänzendem Klavierlack-Kunststoff gehalten, die Unterseite ist aus weißen, mattem Plastik. Der schwarz glänzende Kunststoff sieht in Verbindung mit den Solarzellen edel aus. Allerdings hat sein Einsatz wiedermal den Nachteil, dass er Fingerabdrücke und Staub magisch anzieht. Zudem sind feine Kratzer sehr schnell sichtbar. Das Putztuch dürfte kaum zur Ruhe kommen. Hier hätte Logitech gut getan, ein unempfindlicheres, mattes Material zu verwenden.

Beim Tippen gibt es wiederum nichts auszusetzen. Das Tastaturgehäuse gibt sich recht stabil, und lässt sich nur mit beiden Händen verwinden. Beim Schreiben ist so ein solides Feedback gegeben. Der Tastenhub ist kurz und knackig wie bei einer straff sitzenden Notebook-Tastatur. Nichts klappert beim Tippen, die Tasten sitzen fest und sind gut gedämpft. 

Als einziger potentieller Schwachpunkt könnten sich auf Dauer die beiden filigranen Standfüße auf der Unterseite herausstellen. Diese sind so dünn, dass bei sehr grober Behandlung ein Bruch an den ebenso schmalen Scharnieren möglich erscheint.

Das Tastenlayout entspricht einer vollwertigen Tastatur. Separate Sondertasten sind wiederum nicht zu finden. Über eine FN-Taste, ähnlich wie bei Laptops, kann man aber auf den F1 bis F12-Tasten liegende Sonderfunktionen wie z.B. die Wiedergabe- und Lautstärkeregelung steuern.

Ansonsten sind oben rechts noch ein An- und Ausschalter und ein Testschalter zu finden. Der An- und Ausschaltknopf verbindet die Tastatur mit dem Funkempfänger. Beim Drücken des Testknopfes signalisieren zwei simple LEDs  ob genügend Licht für den Betrieb vorhanden ist (grün), oder auch nicht (rot). Ohne Licht liefert der wechselbare ML2032-Lithium-Mangan-Knopfzellenakku Energie.

Der Akku wies während der Nutzung immer einen hohen Ladestand von 98 bis 100% aus. Als zu dunkel wurde das Umgebungslicht durch den Testknopf erst Nachts bei ausschließlicher Schreibtisch-Beleuchtung durch eine Stehlampe im Hintergrund ausgewiesen. Bei Tageslicht war der Zeiger der Solar App immer im oberen, grünen Bereich. Mit voller Ladung hält der Akku laut Logitech bis zu zwei Monate.
Ersatz für einen defekten Akku gäbe es laut Logitech-Website nur im eigenen Ersatzteilladen. Dort war ein solcher Akku allerdings zum Testzeitpunkt noch nicht gelistet. Über eine kleine Klappe kann der Akku gegebenen Falles selbst getauscht werden.

An Software ist auf der Logitech-Website eine Solar App und das Programm SetPoint 6.20 zu finden. Die Solar App erwies sich als praktisch. Angezeigt wird der Ladezustand des Akkus und die gerade zur Verfügung stehende Lichtstärke in Lux. Über SetPoint konfiguriert man die Sonderfunktionstasten und neue Geräte für den Unifying-Empfänger. Dieser kann mehrere Geräte ansteuern, wie etwa eine kabellose Logitech-Maus.
An SetPoint fiel uns störend auf, dass beim kompletten Schließen der Software oder beim Abbruch der Konfiguration, die Mauszeiger-Geschwindigkeit in der Systemsteuerung zurückgesetzt wird.

Fazit

Das Logitech Solar Wireless Keyboard K750 ordnet sich als ressourcenschonende Premium-Alternative im  Heer der Funktastaturen ein. Statt wie üblich auf mindestens zwei AAA-Akkus oder Batterien zu setzen, schafft es Logitech mit Solarenergie, nur einen Knopfzellenakku zu benötigen. Die solide Verarbeitung und das gute Tippgefühl geben keinen Anlass zur Kritik, und bewegen sich auf hohem Niveau.

Als Kritik bleibt die Klavierlack-Oberfläche. Diese ist auch Geschmackssache, aber Nachteile wie sichtbare Fingerabdrücke und eine erhöhte Kratzempfindlichkeit sind nicht von der Hand zu weisen. Etwas mager fiel unserer Ansicht nach das Zubehör aus. Zumindest eine Software-CD wäre angesichts des recht hohen Preises wünschenswert gewesen.

In der Summe überwiegen die guten Eigenschaften, denn die Tastatur erfüllt die gehobenen Ansprüche an ihre Funktion als solides Eingabegerät. Die edle Optik tut ihr Übriges. Wer seinen Geldbeutel schonen muss, bekommt mit dem kleineren Logitech-Modell Wireless Keyboard K340 eine kabellose Tastatur für die Hälfte des Preises der K750. Die fortschrittliche Solartechnik fehlt diesem Modell natürlich.

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Im Test: Logitech Wireless Solar Keyboard K750
Im Test: Logitech Wireless Solar Keyboard K750

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Was uns gefällt
Das edle Design in Klavierlack-Optik, die gute, straffe Verarbeitung, dass gute Tippgefühl und die informative Solar App.

Was wir vermissen
Eine Software-CD die die Solar App und SetPoint direkt mitliefert.

Was uns verblüfft
Die Dicke des Gehäuses von nur 0,8 cm, die Stromversorgung ausschließlich über Solarenergie und einen winzigen Knopfzellenakku.

Die Konkurrenz
Wenn man den Solarantrieb ausklammert, wäre ein Konkurrenzprodukt z.B. das Apple Wireless Keyboard, welches preislich und qualitativ auf demselben Niveau wie unser Testgerät angesiedelt ist. Ansonsten steht das Logitech Wireless Solar Keyboard K750 hinsichtlich der Solarstromversorgung derzeit ohne Gegner da.

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Autor: Christoph Freytag (Update:  6.06.2013)