Test Medion Drive`n`go 640 GB USB 3.0

Tobias Winkler, 06.02.2011

Schnell, günstig, problemlos. Medion, vielen bekannt als der Hauslieferant eines bekannten Lebensmitteldiscounters, ist schon seit Jahren im Geschäft und bietet auch Peripherie für Notebooks und PCs an. Wir haben nun eine externe 640 GB Festplatte im Test, die mit Ihrer USB 3.0 Schnittstelle zeigen muss, was sie kann.

Das Testmodell ist derzeit für 80,- Euro inklusive Versand direkt beim Medion Online-Shop im Angebot und bewegt sich damit etwa im preislichen unteren Mittelfeld dieser Kapazitätsklasse. Im Inneren werkelt eine Samsung HM641JI mit 640 GB Speicherplatz, die über 8 MB Cache verfügt und Umdrehungsgeschwindigkeiten von bis zu 5400 U/min erreicht. Einzeln ist dieses Laufwerk ab etwa 50,- Euro zzgl. Versand erhältlich. Der Aufpreis für das Gehäuse ist also moderat, zumal Medion immerhin 24 Monate Garantie auf das Gesamtpaket gewährt. Im gleichen Gehäuse ist auch eine Version mit 1 TB Speicher angekündigt, die für 100,- Euro zu haben sein wird.

Y-Kabel sorgt für ausreichend Energie
Y-Kabel sorgt für ausreichend Energie
das Gehäuse ist etwas kürzer, aber auch etwas breiter als gewohnt
das Gehäuse ist etwas kürzer, aber auch etwas breiter als gewohnt

Das schwarze Gehäuse besteht komplett aus Kunststoff und ist an der Oberseite hochglanzlackiert. An den Seiten und dem Unterboden sind großzügig dimensionierte Kühlöffnungen zu sehen, die einem möglichen Hitzestau gut entgegen wirken sollten. Für sicheren Stand sorgen 4 große Gumminoppen an der Unterseite, die gleichzeitig auch das Gehäuse zwecks Frischluftzufuhr auf Abstand zur Standfläche halten. Seitlich ist der USB 3.0 Port Typ B angebracht, den man sonst nur von externen 3,5“ Festplatten her kennt. Am anderen Ende finden wir den bekannten USB 3.0 Port und einen angeflanschten USB 2.0 Port (Y-Kabel), der bei Bedarf für eine zusätzliche Stromversorgung bereitsteht. 

Diese ist auch zwingend notwendig, da Samsung für die Anlaufphase der HM641JI einen Strombedarf von bis zu 1000 mA angibt. Da USB 3.0 laut Spezifikation maximal 900 mA liefern darf, sollten die zusätzlich benötigten 100 mA bis 500 mA des USB 2.0 Ports eher die Regel als die Ausnahme sein. Unverständlich, dass manche Hersteller weder Y-Kabel noch zusätzliche Stromversorgungen an manchen externen Festplatten vorsehen und damit der Betrieb an vielen Notebooks nicht möglich ist.

Mit Ausnahme unserer Desktop-Computer benötigten alle im Test befindlichen Notebooks die zusätzliche USB 2.0 Versorgung. Hierzu zählen das HP ProBook 6540b, das HP Mini 5101 und ein Dell Precision M4500. Ohne diese, wäre der Datentransfer selbst per USB 2.0 gescheitert. Um die Drive`n`go`auch per USB 3.0 ExpressCard am HP ProBook nutzen zu können, mussten wir sogar zu einer abenteuerlichen Konstruktion außerhalb der Spezifikation mit Y-Kabel plus einer zusätzlichen USB Versorgung an der ExpressCard greifen, was dann zusammen drei in das Notebook laufende Kabel ergab. Notebooks mit integrierter USB 3.0 Schnittstelle haben dieses Problem nicht und benötigen schlimmstenfalls die zweite USB Anbindung.

Im Leistungstest überrascht die Medion Drive`n`go mit einer überaus vorzeigbaren Geschwindigkeit. Schneller als so manches Konkurrenzmodell mit höher drehenden Magnetscheiben, werden 98,8 MB/s in der Spitze und noch 78,7 MB im Durchschnitt erreicht. Beim sequentiellen lesen knackt das Laufwerk mit 103,1 MB/s sogar die 100-MB/s-Marke. Damit setzt sich die Medion Drive`n`go mal eben an die Spitze unserer externen Festplattentests und wird nur durch die LaCie rugged mit 7200er Harddisk geschlagen. Siehe auch unsere umfangreiche HDD Benchmarkliste.

HD Tune
HD Tune
Crystal Disk Mark
Crystal Disk Mark
externe USB 3.0 Festplatten im Vergleich
externe USB 3.0 Festplatten im Vergleich

Fazit

Die Medion Drive`n`go mit 640 GB Kapazität und USB 3.0 Schnittstelle ist unkompliziert in der Handhabung, zuverlässig im Betrieb und glänzt mit einer überdurchschnittlichen Performance.

Das Gehäuse verzichtet auf designerische Spielereien, ist ordentlich verarbeitet, macht einen robusten Eindruck und ist damit fast ausnahmslos nach praktischen Gesichtspunkten konstruiert.

Eine Kleinigkeit zu meckern gibt es an der Hochglanzoberfläche, die neu zwar sehr schick aussieht, aber schon nach kurzer Nutzung mit Fingerabdrücken, Kratzern und Staubpartikeln verunziert wird.

Der aktuelle Preis ist zwar nicht der günstigste, aber in Anbetracht des gebotenen Gesamtpakets mehr als fair.

2 Kommentare

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#2 Re: Test Medion Drive`n`go 640 GB USB 3.0Tobias Winkler, 18:31 10.02
Dann hast Du einen toleranten USB-Port an Deinem Rechner. Seagate gibt auch für Dein Modell in der Anlaufphase bis zu 1000 mA an. USB 2.0 sieht aber eigentlich nur max. 500 mA an einem USB Port vor.Meist werden die Spezifikationen an Notebooks strenger eingehalten als an Desktop-Rechnern....
#1 Re: Test Medion Drive`n`go 640 GB USB 3.0Kalti94, 16:36 08.02
Ich habe das Medion Akoya P6624 mit USB 3.0 Schnittstelle und die auf  Tevion UMETIKETTIERTE Festplatte (Aber trozdem mit MD Nummer: 90156.04) bei ALDI Süd erworben. Ich benötige keine Stromversorgung über USB 2.0, auch nicht wenn ich sie an einer USB 2.0 Buchser betreibe, Sie hat aber nur 500GB!!Ps: Die Festplatte müsste laut Windows Explorer eine ST 950032 5AS sein...
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Im Test: Medion Drive`n`go 640 GB USB 3.0
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das Gehäuse ist stabil und ordentlich verarbeitet, besteht aber...
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...schwarzem Kunststoff mit teils empfindlicher Oberfläche
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per USB 3.0 sind sehr gute Übertragungsraten möglich
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Gumminoppen an der Unterseite bieten guten Halt
Gumminoppen an der Unterseite bieten guten Halt

Shortcut

Was uns gefällt

Auf das Wesentliche beschränkter externer Speicher mit sehr gutem Preis-Leistungsverhältnis und problemloser Handhabung.

Was wir vermissen

...vielleicht die Verfügbarkeit der 1 TB Variante

Was uns verblüfft

Dass Leistung doch so einfach und günstig sein kann.

Die Konkurrenz

Sehr flexibel einsetzbar und konfigurierbar ist Seagates GoFlex Serie. Datenraten von über 100 MB/s hatten wir bisher nur bei LaCies rugged Serie mit 7200er Festplatten oder dem OCZ Enyo SSD, die aber beide deutlich teurer sind.

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Autor: Tobias Winkler,  6.02.2011 (Update: 18.05.2012)