Ironplac soll Wände zu aktiv nutzbaren Flächen machen
Ein Argentinier hat den Prototyp einer Zementmischung entwickelt, durch die fertige Wände Objekte mit Magnetrückseite halten können, ohne Bohren oder Nägel. Das Material könnte Wände vielseitiger machen, seine Zukunft hängt jedoch von offenen Fragen zur Tragfähigkeit, Haltbarkeit, Feuchtigkeitsbeständigkeit und langfristigen Nutzung ab.
Die globale Bauindustrie hat innovative Materialien in den vergangenen Jahrzehnten nur langsam übernommen. Beton bleibt der bevorzugte Baustoff, mit einem Volumen von 30 Milliarden Tonnen pro Jahr. Zur Einordnung: Nach Wasser ist er das am zweithäufigsten verbrauchte Material der Erde.
Beton ist zwar günstig und stabil, kann aber auch unansehnlich und schmutzintensiv sein. Die Montage von Regalen, Halterungen oder Rahmen bedeutet oft viel Bohren und Nageln, was wiederum Staub und mögliche Schäden verursacht, die später ausgebessert werden müssen. Als Lösung für diese Probleme hat der 29-jährige argentinische Erfinder Marco Agustín Secchi Ironplac entwickelt, eine speziell formulierte Zementmischung mit mineralischen und eisenhaltigen Füllstoffen, durch die fertige Wände Magnete halten können, ohne anders auszusehen als gewöhnliche Betonwände.
Die theoretischen Folgen einer solchen Wand liegen auf der Hand: Schrauben und Nägel werden überflüssig, Gegenstände können ohne unmittelbare Schäden umplatziert werden. Das könnte verändern, wie Wohnungen, Büros, Werkstätten und Klassenzimmer organisiert werden. Wichtig ist dabei, dass eine Wand aus Ironplac keine "magnetische Wand" in dem Sinne ist, dass sie alles Metallische anzieht. Vielmehr zieht die Wand nur Objekte an, die Magnete enthalten.
Vorerst bleibt Ironplac jedoch ein Prototyp. Abseits des Hypes bleiben praktische Fragen offen: Wie viel Gewicht kann das Material über längere Zeit halten? Wie geht es mit Feuchtigkeit, erneutem Streichen oder wiederholter Nutzung um? Solche Fragen werden darüber entscheiden, ob Ironplac eine unpraktische Kuriosität bleibt oder zu einem festen Bestandteil des Bauwesens wird.
Autor des Originals:Jacob Fisher - Tech writer/translator - 2916 Artikel auf Notebookcheck veröffentlicht seit 2022
I first became acquainted with computers in my early teens after a broken leg from a football (soccer) match temporarily condemned me to a predominately indoor lifestyle. Soon afterwards I was building my own systems. Having studied philosophy and anthropology, I am particularly fascinated by how technology has fundamentally and dramatically reshaped human culture, and how it continues to do so.
Übersetzer:Enrico Frahn - Senior Tech Writer - 8310 Artikel auf Notebookcheck veröffentlicht seit 2021
Der Technik-Virus hat mich schon in jungen Jahren befallen, als ich zu Pentium II Zeiten meine ersten Schritte im PC-Bereich wagte. Seither gehören für mich das Modden, Übertakten und die akribische Pflege meiner Hardware einfach dazu. Während meiner Studienzeit entwickelte ich zudem ein spezielles Interesse an mobilen Technologien, die den stressigen Studienalltag erheblich erleichtern können. Nachdem ich bei einer Tätigkeit im Marketing meine Liebe für das Kreieren von Webinhalten gefunden habe, begebe ich mich nun als Redakteur bei Notebookcheck auf die Suche nach den spannendsten Themen aus der faszinierenden Welt der Technik. Außerhalb des Büros hege ich eine besondere Leidenschaft für den Motorsport und das Mountainbiking.