AMD RDNA 5: Deutlicher Leistungssprung erwartet, doch ein Detail wirft Fragen auf

Frühere Leaks von Moore's Law Is Dead und Kepler_L2 haben bereits erste Hinweise auf AMDs kommende RDNA-5-Architektur geliefert. Die GPUs sollen im modernen N3P-Verfahren von TSMC gefertigt werden und die Bezeichnung AT (Alpha Triton) tragen. Für die leistungsstärkste Variante sind bis zu 192 Compute Units vorgesehen, doppelt so viele wie bei AMDs letztem echten Gaming-Spitzenmodell, der Radeon RX 7900 XTX. Allerdings wird weithin vermutet, dass der vollständige Chip mit dem Codenamen AT0 ausschließlich KI-Produkten vorbehalten bleibt. Die Radeon-RX-10000-Serie soll stattdessen auf abgespeckten Varianten wie AT1 und AT2 basieren. Ein neues Gerücht aus dem NeoGAF-Forum nennt nun nähere Details zu den einzelnen Modellvarianten.
| Modell | Radeon RX 10090 XT | Radeon RX 10070 XT | Radeon RX 10060 XT | Radeon RX 10050 XT |
|---|---|---|---|---|
| GPU | AT0 | AT2 | AT3 | AT4 |
| Compute Units | 96 | 68 | 48 | 24 |
| Maximaler Takt | 3 GHz | 3,2 GHz | 3,4 GHz | 3,5 GHz |
| VRAM | 24-36 GB GDDR7 | 16-24 GDDR7 | 16-24 LPDDR5X | 12-16 LPDDR5X |
| Speicherbandbreite | 160 GB/s | 320 GB/s | 864 GB/s | 1,71 TB/s |
| Preis | 300-350 Dollar | 450-550 Dollar | 700-800 Dollar | 1.000-1.200 Dollar |
Die vorläufig als Radeon RX 10050 XT bezeichnete Einsteiger-Grafikkarte soll über 24 Compute Units verfügen und bei klassischer Rasterisierung ungefähr die Leistung einer GeForce RTX 3070 erreichen. Als Grafikspeicher sind angeblich 12 bis 16GB LPDDR5X vorgesehen. Die mutmaßliche RX 10060 XT soll die Zahl der Compute Units auf 48 verdoppeln, 16 bis 24GB LPDDR5X bieten und etwa auf dem Leistungsniveau der RTX 4080 Super liegen.
Der Einsatz von LPDDR5X-Modulen auf einer Desktop-Grafikkarte gibt allerdings Anlass zur Skepsis, da dieser Speicher für Geräte mit niedriger Leistungsaufnahme entwickelt worden ist. Desktop-GPUs verfügen üblicherweise über genügend thermischen und elektrischen Spielraum, um zugunsten der maximalen Leistung deutlich mehr Energie aufzunehmen. Zudem hat AMD bei seinen regulären Desktop-Grafikkarten bislang nie LPDDR-Speicher eingesetzt.
Völlig ausgeschlossen ist diese Möglichkeit dennoch nicht, denn moderne Komprimierungstechniken könnten die geringere Speicherbandbreite von LPDDR-Modulen teilweise ausgleichen. Aktuelle GPUs nutzen bereits Verfahren wie Delta Color Compression (DCC), Tiefenpuffer-Komprimierung, Framebuffer-Komprimierung und verlustfreie Speicherkomprimierung, um die zwischen GPU und Grafikspeicher übertragene Datenmenge zu reduzieren.
Ein möglicher Grund für LPDDR5X-VRAM sind die Kosten. Mit LPDDR-Bausteinen könnte AMD den Platinenaufbau vereinfachen und die Fertigungskosten günstiger Modelle senken. Denkbar ist außerdem eine leistungsfähigere Speicherkomprimierung mit RDNA 5. Desktop-Grafikkarten könnten dann zur Erprobung der Technik dienen, bevor sie später auch in APUs und Handheld-Chips eingesetzt wird. Dort ist LPDDR-Speicher üblich, während die Speicherbandbreite häufig den größten Engpass darstellt.
High-End-Grafikkarten mit RDNA 5 könnten Nvidia ernsthaft Konkurrenz machen
Noch ehrgeiziger fallen die Behauptungen zu den leistungsstärksten RDNA-5-Grafikkarten aus. Die gerüchteweise geplante RX 10070 XT soll 68 Compute Units und 16 bis 24GB GDDR7-VRAM bieten sowie bei der Rasterisierung das Niveau der GeForce RTX 5080 erreichen. Auffällig ist, dass die Radeon RX 10800 XT in der Liste vollständig fehlt. Das Spitzenmodell RX 10090 XT soll schließlich mit 96 Compute Units und 24 bis 36GB GDDR7-VRAM annähernd die Leistung einer RTX 5090 erzielen.
Zu den größten Schwächen von AMD-GPUs hat bislang die Raytracing-Leistung gezählt. Laut dem Leak könnte RDNA 5 beim Raytracing deutlich größere Fortschritte erzielen als bei der Rasterisierung und damit den Abstand zu Nvidia verkürzen. Sollten diese Angaben stimmen, würden sie auf grundlegende Änderungen an der Architektur statt auf schrittweise Verbesserungen hindeuten. RDNA 5 gilt seit Langem als möglicher "Zen-Moment" für Radeon, muss die entsprechend hohen Erwartungen jedoch erst noch erfüllen.
Keine Angaben enthält der Leak zur Leistungsaufnahme. Selbst wenn sich die genannten Leistungswerte bestätigen, ist unklar, wie AMD sie erreichen will. Sollte das Spitzenmodell ähnlich viel Energie aufnehmen wie Nvidias GeForce RTX 5090, könnte AMD zum 12VHPWR-Stromanschluss greifen müssen. Neuere Revisionen haben zwar viele Probleme des ursprünglichen Standards behoben, die Zuverlässigkeit der Anschlüsse sorgt aber weiterhin für Schwierigkeiten.




