Audio Director von Deus Ex: Invisible War räumt „Raum für Verbesserungen“ ein und verteidigt Soundtrack

Nur sehr wenige Spiele lösen noch immer so viele Kontroversen und Debatten aus wie der Nachfolger von Deus Ex. So wurde Deus Ex: Invisible War 2003 veröffentlicht und spaltet die Fangemeinde aufgrund seines kompakteren Leveldesigns und der simpleren Systeme weitgehend, obwohl es eine tiefgründigere Geschichte anstrebt.
Man kann sich mit verschiedenen Fraktionen verbünden, Verbündete verraten oder Fraktionen gegeneinander ausspielen. Seit der Veröffentlichung von Deus Ex: Invisible War sind über zwei Jahrzehnte vergangen, und vor Kurzem äußert sich der Audio Director des Spiels offen darüber, was funktioniert und was nicht. Dabei spricht er auch über den Soundtrack des Spiels, den viele Fans der Serie nach wie vor für dessen größten Pluspunkt halten.
Alexander Brandon arbeitete als Komponist für das ursprüngliche Deus Ex und übernahm sogar einige Sprecherrollen. Für die Fortsetzung, Deus Ex: Invisible War, wurde er zum Audio Lead ernannt. Zum Hintergrund: Dies war das erste Mal, dass Brandon eine größere Rolle übertragen wurde. In einem aktuellen Interview mit PC Gamer spricht er offen über die Mängel des Spiels und sagt: „Es gab Raum für Verbesserungen, ich will es mal so ausdrücken.“
Dennoch lobt Brandon das Team und sich selbst für das, was sie unter engem Zeitdruck und trotz technischer Herausforderungen erreicht haben. Er erklärt: „Was den Inhalt angeht, denke ich, dass wir uns wirklich sehr, sehr gut geschlagen haben. Ich bin stolz auf mein Hauptthema. Meine heutige Ex-Frau hat den Gesang übernommen und einen fantastischen Job gemacht. Und mir wurde etwas mehr Freiheit gegeben, thematische und melodische Ideen auszudrücken, auch wenn es im Vergleich zum Originalthema gedämpfter war. Es war nicht dieses 90er-Jahre-Cyberpunk-‚Johnny Mnemonic‘-Spektakel, an dem sich damals alle berauschten.“
Anstatt im Rückblick kitschig zu wirken, wirkt das Sounddesign von Deus Ex: Invisible War deutlich reifer und passt damit zum dunkleren, raueren Grundton des Spiels. Brandon erklärt weiter: „Wir haben eine höhere Klangtreue, und die Geschichte wird viel komplexer sein, aber sie wird ein Stück dunkler, auch wenn das Art-Design in mancher Hinsicht – eigentlich in vielerlei Hinsicht – etwas heller war. Aber es sollte einen ernsteren, immersiveren Ton haben. Ich mag den Soundtrack so, wie er ist.“
Was besonders hervorzuheben ist, ist die Hinzunahme von Musiktiteln der Industrial-Rock-Band Kidneythieves, die den futuristischen Clubs im Spiel eine besondere Note verleihen. Die Leadsängerin der Band, Free Dominguez, leiht zudem dem holografischen Popstar NG Resonance ihre Stimme. Brandon fährt fort: „Es gibt vieles, was ich ändern würde, wenn ich könnte. Wenn wir alle zurückgehen und es noch einmal machen könnten, wäre das großartig. Aber nein, insgesamt bin ich stolz darauf.“







