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HTC: Top-Designer verhaftet, Vorwurf des Diebstahls von Betriebsgeheimnissen

Was passiert bei HTC? Nach mehreren hochrangigen Abgängen im Mai wollten nun weitere namhafte Mitarbeiter kündigen. Das brisante dabei: HTC beschuldigt fünf davon, Firmengeheimnisse gestohlen zu haben.
Kurt Jonke,

Wie von mehreren chinesischen Zeitungen berichtet, planten fünf Angestellte von HTC - nach dem Erhalt des Halbjahresbonus - zu kündigen. Unter anderem waren dies der Vizepräsident für Produktdesign Thomas Chien, Forschungs- und Entwicklungsleiter Wu Chien Hung und Designteam Bereichsleiter Justin Huang. Das wirklich problematische an der Geschichte: Laut HTC wurde Thomas Chien dabei erwischt, als er Files im Zusammenhang mit dem in Arbeit befindlichen Sense 6.0 User Interface heruntergeladen und diese an externe Mail Kontakte weitergeleitet hat. Ob Sense 6.0 in einem Zusammenhang mit One Max, das noch in diesem Jahr erscheinen soll, steht, wurde weder bestätigt noch geleugnet.

Die drei hochrangigen Ex-Angestellten von HTC haben angeblich eine neue Designfirma registriert, die mit Smartphone Herstellern zusammenarbeiten soll. HTC mutmaßt nun, dass die gestohlenen Daten für diese Zwecke herangezogen werden sollten. Zusätzlich zu diesem Diebstahl von Gedankengut soll das Trio die Firma auch bei der Spesenabrechnung über den Tisch gezogen haben. So hätten sie beispielsweise für die Entwicklung des HTC One, die hausintern stattfand, eine Rechnung von einer Designfirma erstellt, die sie dann zwischen sich aufgeteilt hätten. Dabei gehe es immerhin um 334.000 US-Dollar. Ob diese Firma deckungsgleich mit der von ihnen gegründeten ist, wird nicht erwähnt.

Thomas Chien und Wu Chien Hung wurden verhaftet, die drei anderen Beteiligten wurden auf Kaution freigelassen. Zugleich wurden Razzien in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von HTC, sowie den Büros und Domizilen der Verdächtigen durchgeführt. Inwieweit die Verdächtigungen und Anschuldigungen begründet sind, ist derzeit noch unklar. Klar hingegen ist, dass HTC in Schwierigkeiten steckt. Wenn der Vorwurf stimmt, gibt es ein großes internes Problem in Bezug auf Sicherheit und Betrug. Wenn nicht, bleibt noch immer das Problem, dass mit den Kündigungen ein großes Loch in die Designabteilung gerissen wurde. So war beispielsweise Justin Huang hauptverantwortlich für das Design des HTC One, während Chien das gesamte Produktionsteam in Taiwan leitete.

Es gibt einen Spruch: Auch schlechte Werbung ist Werbung. Ob HTC sich damit trösten können wird, darf aber stark angezweifelt werden.

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Autor: Kurt Jonke,  2.09.2013 (Update:  2.09.2013)