Deal | Immersive Sim mit „Äußerst positiv“-Bewertung und vierstündiger Analyse 90% günstiger

Cruelty Squad ist derzeit 90 Prozent günstiger auf Steam erhältlich. Wer die Screenshots des Spiels in den vergangenen fünf Jahren als Beweis dafür gesehen hat, dass es sich lediglich um ein absichtlich hässliches Meme-Spiel handelt, könnte nun einen guten Grund haben, hinter die Fassade zu blicken und herauszufinden, warum das Game einen derart hohen Stellenwert genießt.
Der Preis-Tracker von SteamDB bestätigt, dass das Spiel noch nie günstiger erhältlich war. Für Interessierte wäre jetzt also ein guter Zeitpunkt, zuzuschlagen. Das Angebot gilt allerdings nur bis zum 10. August. Cruelty Squad wurde 2021 von Consumer Softproducts veröffentlicht und bezeichnet sich selbst als „immersiven Power-Fantasy-Simulator“, der in einer von Abwasser durchzogenen Konzern-Dystopie angesiedelt ist.
Unter den grellen Farben, der feindseligen Benutzeroberfläche und dem Low-Poly-Körperhorror verbirgt sich eine der kompromisslosesten Immersive Sims der vergangenen Jahre. Ein typisches Attentat kann wie in einem herkömmlichen Taktik-Shooter angegangen werden. Cruelty Squad fordert jedoch aktiv dazu auf, seine Systeme auszunutzen.
Ein anderer Eingang kann gesucht, ein Loch durch etwas gesprengt oder Ausrüstung installiert werden, die grundlegend verändert, wie man sich durch ein Level bewegt. Eine Wand lässt sich mit den eigenen Eingeweiden erklimmen, die Schwerkraft kann umgekehrt oder ein Teil des eigenen Gehirns durch eine Waffe ersetzt werden. Alternativ lässt sich eine Toilette aufheben und in einen Raum voller Menschen werfen.
Dabei handelt es sich nicht um vereinzelte Witze, sondern um tatsächliche Gameplay-Mechaniken, mit denen sich eine ansonsten einschüchternde Mission auf ungewöhnliche Weise bewältigen lässt. Die Level sind darauf ausgelegt, dem Spieler genügend Werkzeuge an die Hand zu geben, um immer absurdere Lösungen zu entwickeln, und Cruelty Squad ermutigt ausdrücklich zum Experimentieren.
Missionen können erneut gespielt werden, um bessere Zeiten und höhere Platzierungen zu erreichen, während sich Implantate zwischen den Durchläufen austauschen lassen und dadurch völlig unterschiedliche Builds entstehen. Unterhalb der Schießereien gibt es ebenfalls sehr viel zu entdecken.
Cruelty Squad verfügt über funktionierende Aktien- und Organmärkte, und Ereignisse während der Missionen können die Unternehmensbewertungen beeinflussen. Wird der richtige Manager getötet, lässt sich beobachten, wie dessen Aktienkurs einbricht, während Konkurrenten davon profitieren. Auf diese Weise wird Insiderhandel effektiv zu einer weiteren legitimen Spielmechanik. Die groteske Unternehmensdystopie von Cruelty Squad dient somit gleichzeitig als Schauplatz und als Spielsystem.
Diese Tiefe ist einer der Gründe dafür, warum das Spiel zu ungewöhnlich intensiven Analysen inspiriert hat. Der YouTuber Pyrocynical widmete Cruelty Squad im Jahr 2023 mehr als vier Stunden und analysierte dabei alles von Waffen und Implantaten bis hin zur Wirtschaft, versteckten Bereichen, Schwierigkeitsstufen und der bemerkenswert dichten Weltgestaltung.
Und der Kaninchenbau reicht deutlich tiefer, als ein gewöhnlicher Spieldurchlauf vermuten lässt. Im gesamten Spiel sind geheime Ausrüstungsgegenstände und Level versteckt, es gibt mehrere Enden und ein freischaltbarer Schwierigkeitsgrad für das späte Spiel verändert bestehende Missionen erheblich – mit anderen Gegnern, Zielen und einer veränderten Darstellung der Umgebung.
Wer das Game abschließt, kann sogar einen Chaos-Modus freischalten, der die Positionen und Eigenschaften der Gegner zufällig verändert und dadurch Routen zunichtemacht, die möglicherweise über Stunden perfektioniert wurden. Zunächst scheint das Spiel geradezu darauf ausgelegt zu sein, Spieler schnell wieder abzuschrecken. Die Optik ist anstrengend, die Steuerung absichtlich ungewöhnlich, das Spiel erklärt nur sehr wenig und der Tod kommt schnell.
Wer jedoch dranbleibt, entdeckt nach und nach eine außergewöhnlich flexible Sandbox, die Neugier, Experimentierfreude und den hemmungslosen Missbrauch der Spielmechaniken belohnt. Cruelty Squad ist allerdings nicht völlig frei von Schwächen. Trotz der enormen Freiheit, die die Level und die Ausrüstung bieten, können sich die Missionsziele wiederholen. Meist geht es darum, eine Handvoll Ziele auszuschalten und anschließend zu entkommen.
Auch die Gegner-KI ist im Vergleich zum umfangreichen Werkzeugkasten des Spielers relativ simpel. Wer sämtliche Geheimnisse aufdecken möchte, muss zudem möglicherweise einiges an Grinding in Kauf nehmen. Die ungewöhnliche, mausgesteuerte Nachlademechanik macht das Spielen mit einem Controller ebenfalls ziemlich umständlich.
Trotzdem haben es offenbar zahlreiche Spieler geschafft, diese anfängliche Hürde zu überwinden. Cruelty Squad hat derzeit auf Steam eine Bewertung von „Äußerst positiv“. 96 Prozent von knapp 20.000 englischsprachigen Rezensionen fallen positiv aus. PC Gamer bewertete das Spiel mit 93 von 100 Punkten.
Preisänderungen vorbehalten. Das Angebot war zum Veröffentlichungszeitpunkt des Artikels verfügbar, kann aber zeitlich oder mengenmäßig beschränkt sein. Alle Angaben ohne Gewähr.







