LEGO Skylines angespielt: Komplexe Städtesimulation oder nur Kinderspiel?

Die Ankündigung von LEGO Skylines war durchaus überraschend, im Grunde kommt aber zusammen, was zusammengehört: Cities: Skylines und Cities: Skylines 2 kommen mit einem modularen Bausystem und erlauben durchaus Individualisierungen. Mit LEGO-Bausteinen lässt sich ebenso eine Stadt erbauen. Gleichzeitig bewegt sich Paradox aber durchaus in einem Spannungsfeld: Die Komplexität eines Cities: Skylines kann man einer eher jüngeren Zielgruppe oder Citybuilder-Einsteigern schwerlich in Gänze vermitteln. Ins Triviale abgleiten sollte LEGO Skylines natürlich aber auch nicht. Während der knapp einstündigen Anspielsession und auch im Gespräch mit den Entwicklern wurde an einigen Stellen schon recht klar, wie das gelingen kann: Nämlich mit einem Fokus eher auf Belohnungen als auf Bestrafung, wenn bestimmte Aspekte vom Spieler nicht ganz adäquat beachtet werden.
Alles kann, wenig muss
Der wahrscheinlich größte Punkt diesbezüglich ist das Verkehrssystem. Wird das Verkehrssystem in Cities: Skylines 2 nicht zumindest einigermaßen beherrscht, ist ein sinnvoller Weiterbau der eigenen Stadt faktisch nicht mehr möglich. LEGO Skylines bringt auch ein Verkehrssystem mit sowie Systeme für Müllentsorgung, Strom und Gas - allerdings soll es den Entwicklern zufolge den Spielfortschritt zumindest nicht unmöglich machen, wenn all diese Systeme nicht beherrscht werden. Gleichwohl lässt sich beispielsweise der Verkehrsfluss anzeigen und optimieren, Straßen werden aber in einem Grid angelegt und eher nicht auf der Ebene einzelner Spuren. Spielbar waren sowohl eine Art Tutorial als auch ein Spielstand einer schon größeren Stadt. Innerhalb der ersten halben Stunde konnte ich den Tutorial-Teil der Demo abschließen - allerdings musste ich dafür schon ziemlich durchhetzen und Dialoge wegklicken. Im Tutorial werden Spieler gut mit den Grundkonzepten vertraut gemacht - und auch mit der Modularität des Bausystems. Diese Modularität gibt es gleich auf zwei Ebenen: So lassen sich zum einen Gebäude direkt im Spiel optisch modifizieren - faktisch werden neue LEGO-Accessoires wie etwa Straßenlaternen oder ein Griff positioniert. Zudem greift LEGO Skylines aber auch die funktionale Modularität von Cities: Skylines auf. Eine Farm als Hauptgebäude lässt sich damit nach und nach mit weiteren Feldern und Funktionsbauten ergänzen - damit lässt sich flexibler etwa auf einen gestiegenen Ressourcenbedarf reagieren. Wie Cities: Skylines bietet auch LEGO Skylines lokale Produktionsketten. Apropos flexibel: Zumindest in der angespielten Version zeichnete sich ab, dass die Positionierung der nunmehr tatsächlich gebauten, einzelnen Gebäude offenbar von einer gewissen Auflockerung stark profitiert. So wünschen sich Bewohner oder Gewerbetreibende etwa Dekorationen wie Werbeschilder oder auch Parks in der Nähe. Deren Reichweite ist gleichwohl begrenzt.


Dicht dran, schick anzusehen
Mit einem vom Entwickler zur Verfügung gestellten Spielstand ließ sich dann auch eine größere Stadt einmal aus der Nähe betrachten. Ganz so ausladend wie Cities: Skylines wird LEGO Skylines wenig überraschend nicht, große Gebäude und faktisch Wolkenkratzer gibt es aber gleichwohl - und auch die für Großstädte typischen Probleme wie einen stockenden Verkehr und Probleme bei der Abfallentsorgung. Einen Release-Termin hat Paradox Interactive noch nicht kommuniziert. Die gezeigte Demo macht aber definitiv Lust auf mehr, die aus LEGO-Steinen bestehenden Gebäude und Figuren sind herzallerliebst anzusehen. Knackpunkt könnte durchaus die Balance zwischen der Herausforderung für fortgeschrittene Spieler und City-Planning-Einsteiger sein. Dabei kommuniziert Paradox aber durchaus offen, dass Profis nicht im Fokus stehen - diese dürften eh schon Cities: Skylines spielen.
Quelle(n)
Eigene, Paradox Interactive









