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(Bildquelle: Daniel Schmidt)

Mehr als ein teures Spielzeug - Alltagstest Huawei Mate XT

Begeisternd.

Das Huawei Mate XT ist sicherlich eines der spannendsten und innovativsten Smartphones der jüngeren Geschichte. Mit seinen drei faltbaren Elementen lässt es sich sogar bis auf 10,2 Zoll erweitern und avanciert damit auch zum leichtesten und dünnsten Tablet dieser Größenklasse.
Daniel Schmidt Veröffentlicht am 🇺🇸 🇫🇷 ...
Android Foldable Smartphone Touchscreen

Fazit – Starkes Konzept mit technischen Defiziten

Das Huawei Mate XT ist nicht günstig, aber ein durchaus spannendes Konzept, dass es so momentan sonst nicht gibt. Mit seinem doppelt faltbaren Display kann es von einem herkömmlichen Smartphone bis hin zum vollwertigen 10,2-Zoll-Tablet erweitert werden und wiegt dennoch nur etwas mehr als 300 Gramm. Dennoch findet ein 5.600-mAh-Akku darin Platz, welcher praxistaugliche Laufzeiten ermöglicht und das Foldable sicher durch einen ganzen Tag geleitet. 

Technisch liefert der Kirin eine gute Alltagsperformance, ist aber nicht im Highend-Bereich anzusiedeln. Auch die Einschränkungen im Mobilfunkbereich stören manchmal. Bei der Software ist dies jedoch seltener der Fall. Die von uns installierten Apps laufen problemlos, sofern sie nicht das Google-Framework benötigen und auch das Bezahlen ist im Alltag problemlos möglich.

Mit Blick auf den Preis hätte die Kamera jedoch besser sein dürfen, was besonders auf die beiden zusätzlichen Linsen zutrifft. Die Displayhelligkeit als solche ist eigentlich gut, jedoch reflektiert die Folie etwas zu stärk, sodass wir uns im Sonnenlicht eine bessere Ablesbarkeit gewünscht hätten. 

Die Möglichkeit immer ein so großes Tablet dabei zu haben, ist durchaus ein einzigartiger Aspekt des Huawei Mate XT. Die technischen Defizite dämpfen die Begeisterung im Alltag jedoch kaum. Da das Mate XTs bereits kurz vor seiner Vorstellung in China steht, dürfen wir uns im kommenden Modell sicher auf einige Verbesserungen und hoffentlich auf eine breitere Verfügbarkeit freuen.

Pro

+ einzigartiges Konzept
+ gutes Display
+ gute Akkulaufzeiten

Contra

- hoher Preis / Verfügbarkeit
- nur LTE
- schwache Zusatzkameras

Preis und Verfügbarkeit

Mit einem Preis von rund 3.500 Euro positioniert sich das Mate XT klar im Premiumsegment und richtet sich vor allem an Technik-Enthusiasten, die Wert auf ein außergewöhnliches Design und maximale Flexibilität legen, ist in Deutschland jedoch nicht verfügbar. Ein anderes starkes Foldable ist das Mate X6 (hier bei Amazon).

Das Huawei Mate XT ist das weltweit erste Smartphone mit einem dreifach faltbaren Display und kombiniert damit die Funktionen eines kompakten Handys, eines mittelgroßen Geräts und eines vollwertigen Tablets. Dabei ist der Begriff Tri-Foldable etwas irreführend, denn es besteht aus drei Elementen, ist aber nur zweimal faltbar. Eine bessere Bezeichnung wäre also eigentlich Dual-Foldable. 

Im geschlossenen Zustand misst der Bildschirm 6,4 Zoll, halb entfaltet stehen 7,9 Zoll zur Verfügung und im komplett geöffneten Modus beeindruckt das Gerät mit einer 10,2 Zoll großen Anzeige. Mit nur 3,6 Millimetern Dicke im aufgeklappten Zustand ist es extrem schlank, gleichzeitig aber mit 306 Gramm verhältnismäßig leicht für ein Foldable dieser Größe. Im Inneren arbeitet der Kirin 9010, unterstützt von 16 GB RAM und bis zu 1 TB Speicher. Das Kamerasystem besteht aus einer 50-Megapixel-Hauptkamera mit variabler Blende, einer 12-Megapixel-Telelinse mit 5,5-fachem optischem Zoom sowie einem 12-Megapixel-Ultraweitwinkel. Für die nötige Ausdauer sorgt ein 5.600-mAh-Akku, der per Kabel mit bis zu 66 Watt und kabellos mit 50 Watt geladen werden kann. Als Betriebssystem kommt EMUI 14.2 auf Basis von Android 12 zum Einsatz, allerdings ohne die Google-Dienste. 

Wir hatten die Möglichkeit, das Mate XT im Alltag zu testen.

Ausstattung und Verarbeitung – Mate XT ist wasserdicht

Das Huawei Mate XT ist zusammengefaltet mit 12,8 mm (ohne Kamera) nicht unbedingt ein dünnes Smartphone und trägt in der Hosentasche mächtig auf. Bei Dual-Screen-Nutzung ist es auf der dickeren Seite nominell 7,45 mm und auf der dünner 4,75 mm schlank. Vollständig aufgeklappt sind es mindestens 3,6 mm. Also superdünn. Im Alltag ist es in einer Hand gehalten ziemlich schwer, lässt sich aber auch dann noch gut nutzen. Das echte Highlight ist es jedoch ausgeklappt, denn es ist nicht nur schlank, sondern für ein 10,2-Zoll-Tablet auch leicht (306 g).

Die Verarbeitung wirkt hochwertig. Der Metallrahmen ist robust und das Kunstleder auf der Rückseite unanfällig und griffig. Das faltbare Display schlängelt sich auch an der Außenkante entlang und befindet sich im zusammengefalteten Zustand ebenfalls in einer exponierten Lage. Das macht zwar anfangs ein wenig Kopfschmerzen, aber bislang hat das Mate XT alles schadlos überstanden. Das Display ist jedoch ziemlich schwer zu reinigen und Fingerabdrücke sind darauf gut zu erkennen. Mit IPX8 ist es zudem wasserdicht, jedoch nicht im besonderen Maße gegen Staub geschützt. 

Die übrige Ausstattung unterscheidet sich nicht großartig von anderen Oberklasse-Smartphones und bietet auch ein IR-Blaster, USB 3.2 sowie native Stiftunterstützung. Letzterer stand uns aber leider nicht zur Verfügung. Vermisst haben wir diesbezüglich nichts. Ein Manko ist, dass keine eSIM und nur LTE an Bord ist. Das ist an manchen Stellen schon spürbar, insbesondere auch bei den Latenzen. 

Die Software läuft sehr flüssig, wenn auch auf vorinstallierte Google Dienste verzichtet werden muss. Der Workaround mit dem Aurora Store und microG ist jedoch sehr einfach und erlaubt uneingeschränkten Zugriff auf die Apps im Play Store (hier mehr erfahren). Auch Android Auto funktioniert problemlos. Verzichtet werden muss jedoch auf Google Pay, das lässt sich mit den Zahlapps der Sparkassen, Raiffeisenbanken und PayPal jedoch sehr gut umgehen.

(Bildquelle: Daniel Schmidt)
(Bildquelle: Daniel Schmidt)
(Bildquelle: Daniel Schmidt)
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(Bildquelle: Daniel Schmidt)
(Bildquelle: Daniel Schmidt)
(Bildquelle: Daniel Schmidt)

Display – OLED mit nur 90 Hz

im Freien
im Freien
PWM-Dimming bei minimaler Helligkeit
PWM-Dimming bei minimaler Helligkeit

Das maximal 10,2 Zoll messende faltbare OLED-Display des Huawei Mate XT wird an zwei stellen gefaltet. Während die Abtastrate mit 240 Hz auf einem üblichen Niveau liegt, ist die Bildwiederholfrequenz mit 90 Hz etwas gering. Positiv ist, dass das Foldable auf ein hochfrequentes PWM-Dimming mit bis zu 1.440 Hz setzt und damit vergleichsweise augenfreundlich ist. 

Die Helligkeit des Panels geht in Ordnung, ist jedoch nicht so hoch wie bei anderen modernen Foldables. Bei manueller Regelung stehen bis zu 589 cd/m2 zur Verfügung, mit aktiviertem Umgebungssensor sind es auf einer reinweißen Fläche nur 985 cd/m2. Erst bei der APL18-Messung lässt das Mate XT die Muskeln spielen und erhöht auf bis zu 2.058 cd/m2, ähnlich hoch wie bei der HDR-Wiedergabe (2.027 cd/m2). 

Im Alltag präsentiert sich das Mate XT meistens als ausreichend leuchtstark. An sonnigen Tagen reflektiert das Panel jedoch recht stark und das Display bleibt sichtbar dunkler aus bei einem herkömmlichen Foldable. 

Dennoch ist es im Alltag sehr praktisch und skaliert die Inhalte stimmig auf die gewählte Displaygröße. 

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Kameras - Mate XT mit Triple-Kamera

Das Huawei Mate XT offeriert eine Triple-Kamera mit einem 50-MPix-Hauptsensor. Dieser macht gute Aufnahmen, selbst in dunkleren Umgebungen. Die beiden Zusatzoptiken greifen jeweils auf 12 MPix zurück, fallen qualitativ aber sichtbar ab.

Insbesondere der Zoom kann nicht immer überzeugen. Im Porträtmodus kann es schon mal sein, dass Gegenstände am Bildrand praktisch wegretuschiert werden oder die Grenzen zwischen Motiv und Hintergrund etwas unsauber sind. Speziell im Vergleich mit einem Mate X6 flacht das XT hier sichtbar ab. 

Kurzfazit

Das Huawei Mate XT ist bislang das einzige Foldable, welches zweimal faltbar ist. Ein paar technischen Schwächen zeigen sich zwar, aber das Konzept als solches kann überzeugen und begeistert im Alltag. 

Transparenz

Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller oder einem Shop zu Testzwecken leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Leihstellers auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.

So testet Notebookcheck

Pro Jahr werden von Notebookcheck hunderte Laptops und Smartphones unabhängig in von uns standardisierten technischen Verfahren getestet, um eine Vergleichbarkeit aller Testergebnisse zu gewährleisten. Seit rund 20 Jahren entwickeln wir diese Testmethoden kontinuierlich weiter und setzen damit Branchenstandards. In unseren Testlaboren kommt ausschließlich hochwertiges Messequipment in die Hände erfahrener Techniker und Redakteure. Die Tests unterliegen einer mehrstufigen Kontrolle. Unsere komplexe Gesamtbewertung basiert auf hunderten fundierten Messergebnissen und Benchmarks, womit Ihnen Objektivität garantiert ist. Weitere Informationen zu unseren Testmethoden gibt es hier.

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Autor: Daniel Schmidt,  2.09.2025 (Update:  2.09.2025)