Lange Zeit kannten die Preise für NAND-Speichermedien in Laptops, auch bekannt als SSDs, nur eine Richtung: nach unten. Vor etwa fünfzehn Jahren waren SSDs noch sehr teuer, doch die Preise sind stetig gesunken, sodass schnelle Speicher in nahezu allen Laptops zur Selbstverständlichkeit wurden.
Das war der Fall bis zur großen KI-Blase des Jahres 2026. Da das Marktangebot an RAM, SSDs und sogar Festplatten von KI-Rechenzentren aufgesaugt wird, sind die Speicherpreise drastisch gestiegen - ebenso wie die Preise für Laptops. Selbst große Laptop-OEMs suchen verzweifelt nach Bauteilen.
Ein günstigeres Umfeld für neue Akteure auf dem Speichermarkt ist kaum vorstellbar. Und natürlich kommt einer aus China: Yangtze Memory Technologies, auch bekannt als YMTC. Das erst vor zehn Jahren gegründete chinesische Unternehmen war bislang auf dem Markt für Laptop-SSDs fast völlig unbekannt, doch die Lage befindet sich im Wandel, da das Angebot an SSDs von etablierteren Unternehmen wie Samsung oder Kioxia versiegt.
Wir haben nun erstmals ein YMTC-Laufwerk in einem Lenovo Laptop getestet. Das Lenovo ThinkBook 14 G9 IPL, das wir kürzlich getestet haben, enthält ein solches Laufwerk. Bei der 512 GB fassenden M.2-2242-SSD handelt es sich um ein NVMe-PCIe-4.0-Modell. In unseren Tests liegt ihre Geschwindigkeit unter dem Durchschnitt für eine SSD in einem Office-Laptop, wobei die sequenziellen Lese- und Schreibgeschwindigkeiten bei maximal 3950 bzw. 2514 MB/s liegen. Auch die 4K-Geschwindigkeit ist nicht gerade berauschend.
Dennoch: Hier bringt der größte PC-Hersteller nach ABsatzvolumen eine chinesische SSD zum Einsatz. Es scheint, als sei 2026 das Jahr, in dem YMTC-SSDs ihren endgültigen Durchbruch in den Mainstream schaffen.



