
Preiswerter Akku-Staubsauger mit Knick- und Wischfunktion: Proscenic P20 OnePass im Praxis-Test
Vielseitig.
Ein Akku-Staubsauger, der auch wischen kann? Genau dies verspricht der Proscenic P20 OnePass, ohne ein Nass-Trockensauger zu sein. Was das bedeutet, verrät unser Test.Marcus Schwarten Veröffentlicht am
Testfazit: Solider Akku-Staubsauger zum günstigen Preis
Der Proscenic P20 OnePass ist ein praktischer Akku-Staubsauger. Im Test hat er mit einer guten Reinigungsleistung vor allem auf glatten Böden und kurzen Teppichen gepunktet, stößt mit zunehmender Florlänge aber an die (von vielen Akku-Staubsaugern) gewohnten Grenze. Praktisch ist das per Gelenk knickbare Saugrohr, mit dem sich leichter unter Möbeln reinigen lässt. Das bieten aber auch viele Wettbewerber.
Der Lieferumfang ist groß, hätte aber an der einen oder anderen Stelle noch größer ausfallen können. Die Wischfunktion des P20 OnePass ist sehr rudimentär und sollte aus unserer Sicht kein entscheidendes Kaufargument sein. Insgesamt gibt es hier einen grundsoliden Akkusauger zum überschaubaren Preis.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Die unverbindliche Preisempfehlung für den Proscenic P20 OnePass beträgt 189,99 Euro. Im Handel ist er bereits für deutlich weniger erhältlich, beispielsweise bei Geekbuying.
Der Proscenic P20 OnePass ist nicht nur ein klassischer Akku-Staubsauger, wie es viele auf dem Markt gibt. Er kann nicht nur saugen, sondern auch wischen. Ein Nass-Trockensauger bzw. Wischsauger ist das Gerät aber nicht. Was Käufer erwartet und wie gut sich das Gerät in der Praxis geschlagen hat, verrät unser Proscenic P20 OnePass Test.
Datenblatt Proscenic P20 OnePass
| Max. Saugleistung | 70 kPa |
| Anti-Tangle-Bürste | Ja |
| Bodenleuchte | Ja |
| Max. Akkulaufzeit | 70 Minuten |
| Akkukapazität | 8 x 2.200 mAh |
| Wandhalterung | Ja |
| Absaugstation | Nein |
| Beutellos | Ja |
| Zubehör | Biegbares Rohr, Bodenbürste, 2-in-1-Staubbürste, Fugenwerkzeug, Wischmopp + Wassertank |
Ausstattung & Lieferumfang: Mit Wischaufsatz
Der Proscenic P20 OnePass wird in einem mit 45 x 33 x 20 cm überraschend kompakten Karton geliefert. In diesem ist neben dem Akku-Staubsauger mit großer Bodenbürste, LED-Licht und knickbarem Rohr auch einiges an Zubehör enthalten. Dazu zählen eine 2-in-1-Staubbürste, eine schlanke Fugendüse und das Ladegerät samt einfacher Wandhalterung. Ebenfalls mit dabei sind ein Wassertank und zwei Wischtücher für die Wischfunktion, ein Ersatz-HEPA-Filter sowie ein Benutzerhandbuch und Kleinkram.
Der Sauger wird von einem 680 W starken Motor angetrieben, der bis zu 70 kPa Saugkraft entwickelt. Spannender als die Zahl ist aber, was davon am Boden ankommt. Darauf gehen wir weiter unten in unserem Testbericht zum Proscenic P20 OnePass ein. Drei verschiedene Modi (Eco, Standard, Max) mit unterschiedlicher Saugleistung stehen bereit.
Unten am Gerät lässt sich der Akku einklicken. Dieser kann wahlweise am Gerät oder auch davon losgelöst geladen werden. Proscenic gibt die Akkulaufzeit des P20 OnePass mit bis zu 70 Minuten an. Das gilt natürlich auf geringster Stufe. Auf der mittlerer Stufe haben wir im Praxis-Test knapp eine halbe Stunde Laufzeit erreicht.
Das sollte für übliche Wohnungs- und Hausgrößen langen. Der Wert hängt auch von der Auto-Funktion für die automatische Anhebung der Saugleistung bei erkannter hoher Schmutzmenge ab, wobei diese im Test nicht sonderlich zuverlässig funktioniert hat. Die Ladezeit des Akkus mit 8 x 2.200 mAh Batteriezellen ist mit deutlich über vier Stunden relativ lang.
Handhabung: Grünes Licht macht Staub sichtbar
Die Verarbeitung wirkt für die Preisklasse ordentlich. Bedient wird der P20 OnePass über zwei Knöpfe am Motorblock. Am Pistolengriff ist ein Abzug, mit dem der Akku-Staubsauger eingeschaltet wird. Bei der Nutzung muss die Taste nicht dauerhaft gehalten werden, was das Handhaben des Gerätes erleichtert. Zum Ausschalten wird die Taste erneut betätigt. Dies führt dazu, dass die Saugleistung kurz zulegt, um das Rohr zu entleeren und den bereits aufgenommenen Schmutz bis zum Staubbehälter zu befördern.
Dieser fasst mit 1.500 l eine große Menge und muss somit nicht allzu oft geleert werden. Das Leeren klappt mit wenigen Handgriffen über dem Mülleimer. Wobei gelegentlich noch nachgearbeitet werden muss, wenn sich Dreck im Tank rund um den Filter verfangen hat.
Aber zurück zur Bedienung beim Staubsaugen. Durch die drei Modi wird über eine kleine Taste auf der Geräteoberseite gewechselt. Diese ist nur mit großen Händen einigermaßen zu erreichen, sodass das einhändige Wechseln der Modi eher schwierig ist. Darüber ist das rudimentäre Display, das je nach Modus in unterschiedlichen Farben die eingestellte Saugstärke und die Restlaufzeit des Akkus anzeigt.
An der großen und flexibel beweglichen Bodendüse ist eine Kombiwalze verbaut, die das Verheddern von Haaren verhindern soll. Dies hat im Test nur bedingt zuverlässig geklappt. Grünes Licht aus sechs LEDs hilft bei der Sichtbarkeit von Schmutz auf dem Boden. Das ist praktisch, aber auch bei vielen anderen Akku-Staubsaugern an Bord.
Ebenfalls öfter zu finden und auch am P20 OnePass sehr hilfreich ist das Gelenk in der Mitte des Saugrohres. So lässt sich dieses um bis zu 90 Grad anwinkeln, was das Saugen unter Möbeln und Co erleichtert. Zudem lässt sich der Staubsauger bei Bedarf frei hinstellen, steht trotz des hohen Schwerpunkts sogar einigermaßen sicher.
Damit kommen wir zum Gewicht. Der komplette Akku-Staubsauger mit dem langen Rohr und der Bodendüse wiegt unter 3 kg. Damit ist das Gerät recht leicht, was die Handhabung erleichtert. Noch geringer fällt das Gewicht aus, wenn an dem 1,8 kg Hauptgerät die alternativen Aufsätze zum Absaugen von Polstern und Co montiert sind. So lässt sich der Sauger beispielsweise auch bei der Autoreinigung einsetzen. Insgesamt ist die Handhabung beim Staubsaugen gut, aber nicht auf Top-Niveau.
Ebenfalls im Lieferumfang zu finden ist ein Wischaufsatz. Hierbei handelt es sich um einen Wassertank und ein an der Unterseite mit Klett befestigtes Wischtuch. Der Wassertank wird über eine mit einem Stopfen verschlossene Öffnung mit Wasser befüllt. Aus dem Tank tropft dann Wasser in nicht dosierbarer Menge heraus und befeuchtet das Tuch. Dieses sollte zuvor aber auch unter dem Wasserhahn mit der gewünschter Feuchte versehen werden.
Die große Bodendüse des P20 OnePass wird dann auf den Wischaufsatz gesetzt. Dieser sitzt hinter der Bodenwalze, sodass in einem Arbeitsgang gesaugt und gewischt werden kann, blockiert aber die Rollen. Zudem darf das Gerät nicht angehoben werden, da der Wassertank nicht am Sauger arretiert.
Reinigungsleistung: Gutes Saugen, maues Wischen
Letztendlich handelt es sich bei der Wischfunktion nur um eine sehr einfache Lösung, die in keiner Weise mit einem modernen Nass-Trockensauger mithalten kann. Zumal man aufpassen muss, dass bei eingeschaltetem Staubsauger nicht zu viel Feuchtigkeit vom Boden in den Staubbehälter gelangt. Daher ist eher eine getrennte Nutzung empfehlenswert.
Die Wischfunktion sollte nicht als Grund herhalten, den Proscenic P20 OnePass zu kaufen. Dafür ist sie einfach zu rudimentär und die Wischleistung zu überschaubar. Es ist eine nette Zusatzfunktion mit überschaubarem Nutzen. Leichter und loser Schmutz lässt sich so binden. Bei hartnäckigeren Verschmutzungen kommt das Gerät aber absolut an seine Grenzen
Viel wichtiger ist die Saugleistung - und damit die Qualität des Akku-Saugers beim Reinigen von Teppichen und Co. Hier hat der P20 OnePass im Test einen absolut soliden Eindruck hinterlassen - trotz des recht günstigen Preises.
Glatte Böden und kurzflorige Teppiche hat der Akku-Staubsauger im Test zuverlässig gereinigt. Alles andere wäre auch eine Enttäuschung. Bei Teppich mit mittelhohem Flor kommt das Gerät aber langsam an seine Grenze. Auch hier wurde zwar ein Großteil des Testdrecks aufgenommen. Es blieben aber selbst bei höchster Leistungsstufe noch etliche Sandkörner im Flor zurück.
Praktisch, aber auch bei vielen anderen Konkurrenzprodukten im Lieferumfang dabei, sind die verschiedenen Aufsätze. Mit ihnen lassen sich beispielsweise Fugen und Ritzen, aber auch Polster von Sofas und Co reinigen. Wünschenswert wäre hier aber noch eine kleine Polsterdüse gewesen, die optional dazu gekauft werden kann. Gleiches gilt für einen zweiten Akku.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller oder einem Shop zu Testzwecken leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Leihstellers auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.

















