Studie zeigt: Garmin-Smartwatch misst wichtiges Fitness-Parameter nur schlecht

Moderne Smartwatches bringen zahlreiche Sensoren mit. Je nach konkretem Modell lässt sich sogar der Blutdruck messen oder abschätzen. Inzwischen gehört eine optische Sensorik zur Messung der Herzfrequenz komplett zum Standard. Faktisch gibt es kaum noch Modelle ohne eine solche Funktion. Dabei lässt sich mit vielen Modellen nicht mehr nur die Herzfrequenz messen, sondern auch die Herzfrequenzvariabilität. Für die Messung der Herzfrequenzvariabilität müssen die zeitlichen Abstände zwischen den einzelnen Herzschlägen (beziehungsweise bei einer Smartwatch ganz korrekt Pulsschlägen) gemessen werden. Dass es sich dabei um eine schwierigere Messung handeln muss, belegt der Selbsttest: Die Pulsfrequenz lässt sich einfach mit Stoppuhr und Zählen messen, die Herzfrequenzvariabilität ist so nicht zugänglich.
Eine aktuelle Studie hat sich der Güte der Messung der Garmin Forerunner 265 (bei Amazon) angenommen. Wir wollen an dieser Stelle auch gleich darauf hinweisen, dass die Studie mit 30 Erwachsenen nicht extrem umfangreich war. Aufgrund der dann noch geringeren Stichprobengröße lässt sich beispielsweise die Abhängigkeit der Messqualität vom Hauttyp nicht feststellen. Zudem handelt es sich um eine wissenschaftliche Abschlussarbeit - damit wird es auch eine Begleitung durch erfahrene Akademiker gegeben haben, allerdings ist diese nicht durch den typischen Review-Prozess gegangen. Die Studie konnte feststellen, dass sich die Ruheherzfrequenz mit hoher Präzision und Richtigkeit durch die Forerunner 265 messen lässt - im Vergleich zu einem 1-Kanal-EKG. Der LOA-Wert, also vereinfacht gesagt die Abweichung beider Messmethoden, liegt abhängig von der Körperhaltung bei rund zwei Schlägen, was im Prinzip vernachlässigbar sein dürfte. Die Herzfrequenzvariabilität hingegen lässt sich zumindest im Bereich der Forschung nicht zuverlässig einsetzen - und erfüllt der Studie zufolge im Prinzip auch nicht die Anforderungen von Sportlern. Solche sollen unter anderem mithilfe der Herzfrequenzvariabilität Einblick in den Erholungszustand erhalten und damit etwa ein drohendes Übertraining erkennen können.
Quelle(n)
Georgia Southern University, Bildquelle: Inge Schwabe, Notebookcheck












