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SwitchBot-Ökosystem ausprobiert: Breites Portfolio, viele Möglichkeiten

Incisive Catchword.

SwitchBot bietet ein sehr umfassendes Sortiment an Smart Home-Produkten an. Dabei werden Herstellerangaben zufolge auch umfassende Aktualisierungen unterstützt - mit detaillierten Einstellungen und Hilfestellungen für neue Nutzer. Wir geben einen Überblick über das System und zeigen, wie gut insbesondere die App funktioniert.
Silvio Werner Veröffentlicht am
Smart Home Gadget

Mit dem SwitchBot-Ökosystem macht man wenig falsch

SwitchBot bietet ein sehr umfassendes Sortiment an Smart Home-Produkten an. Dabei werden Herstellerangaben umfassende Aktualisierungen unterstützt, welche etwa mit standortbezogenen Vorbedingungen arbeiten können. Durch viele und sinnvolle Beispiele lassen sich schnell produktiv nutzbare Automatisierungen realisieren. Die lokalen Automatisierungen stellen dabei durchaus einen Mehrwert dar, dürften aber eben nicht immer besonders relevant sein. Im Test hatten wir weder mit der Hard- noch mit der Software Probleme.

Die Produktvielfalt ist groß, das Preisniveau günstig bis angemessen. Das Portfolio ist breit. Als blinder Fleck ist uns am ehesten das Angebot an klassischen Beleuchtungsprodukten mit Lampenfassung aufgefallen. Nutzer müssen sich - unter anderem dank Matter- und Google Home-Kompatibilität - glücklicherweise nicht auf SwitchBot-Produkte festlegen.

Wir wollen in diesem Bericht einige Hardware-Modelle beschreiben und auch die Android-Software besprechen. Dazu stehen uns verschiedene SwitchBot-Produkte bereit, welche sich auch mehr oder weniger sinnvoll miteinander koppeln lassen. Die Installation der SwitchBot-Geräte erfolgt einfach: Einstecken beziehungsweise Anschalten und in der App hinzufügen. Bei den Kameras erfolgt die Kopplung über einen auf dem Smartphone angezeigten und von der Kamera aufzunehmenden QR-Code. Ein Hub ist nur nötig, wenn das Gerät selbst keine WiFi-Verbindung herstellen kann. Beispielsweise der SwitchBot Plug Mini fungiert selbst als Matter-Brücke und Repeater, wodurch an diese Steckdose selbst noch Smart Home-Geräte angebunden werden können. Es ist völlig problemlos möglich, die über die SwitchBot-App hinzugefügten beziehungsweise verwalteten Geräte in unserem Fall in Google Home zu integrieren, womit die Steuerung dann auch sehr einfach über Spracheingaben möglich wird. Zudem können so Geräte verschiedener Hersteller gesteuert werden.

Die SwitchBot-App bietet viele Möglichkeiten
Die SwitchBot-App bietet viele Möglichkeiten
Messwerte lassen sich direkt anzeigen
Die zentrale Übersicht ist indivdualisierbar (Der Live-Kamera-Feed ist hier ausgeschnitten)
Der Meter Pro kann verschiedene Werte anzeigen
Historische Werte können angezeigt werden
Der smarte Standventilator bietet viele Einstellmöglichkeiten...
... welche mithilfe von Automatisierungen auch entsprechend adressierbar sind
Sinnvoll: Es gibt empfohlene Automatisierungen
Diese werten auch erklärt
Entsprechende Produkte werden dann auch gleich angezeigt
Nebenbedingungen sind in einen Fällen faktisch zwingend nötig und eröffenen viele weitere Möglichkeiten

Die App ist sinnvoll gegliedert, die zentrale Übersicht zeigt relevante Informationen für das eigene Zuhause an, wobei sich sogar mehrere Wohnungen oder etwa noch ein Ferienhaus definieren lassen. Erhaltene Werte zur Luftqualität werden präsent angezeigt. Diese Ansicht ist umfangreich konfigurierbar. Sinnvoll könnte die Anzeige von Kamera-Feed oben sein und dann die Aufschlüsselung smarter Geräte. Im zweiten Tab der Navigation und entsprechend präsent sind Automatisierungen, welche ein Smart Home erst wirklich smart machen. SwitchBot bietet gleich mehrere Vorschläge an, wie denn sinnvolle Automatisierungen zu erstellen sein könnten. Wir würden an dieser Stelle ausdrücklich empfehlen, sich diese zumindest einmal überblicksartig anzuschauen, denn die echten Möglichkeiten von Automatisierungen ergeben sich nicht immer intuitiv. Automatisierungen bedeuten natürlich, dass ein Auslöser eine Aktion auslöst und das möglicherweise nur unter bestimmten Voraussetzungen (nicht). So sollte eine Überwachungskamera oder ein Bewegungssensor im Regelfall nur dann Alarm schlagen, wenn man selbst nicht zuhause ist. Umgekehrt kann es sehr sinnvoll sein, ein Licht und den PC anzuschalten, wenn man nach Hause kommt. Aktionen können natürlich auch in Abhängigkeit von der Zeit oder etwa dem lokalen Wetter ausgelöst werden. Diese Automatisierungen müssen nicht zwangsläufig immer über die Cloud abgewickelt werden, stattdessen sind auch lokale Automatisierungen möglich - dazu braucht es auch nicht einmal eine lokale Hub-Lösung. Je nach Gerät reicht es, wenn sich Sensor und Aktor in Bluetooth-Reichweite zueinander befinden. Eine Desktop-Oberfläche bietet SwitchBot selbst nicht direkt an. Wir wollen im Folgenden eine kleine Übersicht über verschiedene SwitchBot-Geräte geben - und unsere Einschätzung zu den Produkten.

SwitchBot Präsenzsensor als moderner „Bewegungssensor“

Der SwitchBot-Präsenzsensor ist technologisch wahrscheinlich eines der spannendsten Produkte. Es handelt sich dabei eben nicht nur um eine Art Lichtschranke, stattdessen wird Millimeterwellenradar genutzt. Das akkubetriebene Gerät soll damit selbst kleine Bewegungen erkennen können und funktionierte im Test im Regelfall sehr gut. Allerdings ist die Möglichkeit zur KI-Störunterdrückung unserem Eindruck nach eher ein Muss denn ein zusätzliches Feature. Im Gegensatz etwa zu einem Ultraschall-Distanzsensor, der sozusagen durch die Abkürzung des Strahlenweges eine Person erkennt, handelt es sich um eine komplexere Analyse. Gleichzeitig bringt der Präsenzsensor aber auch einen Lichtsensor mit und einen PIR-Sensor mit. Der Lichtsensor ist insofern sehr sinnvoll, als dass dann eben nicht nur auf die reine Anwesenheit reagiert werden kann. Damit kann ein Aktor nur dann gesteuert werden, wenn auch das Licht betätigt wird. Damit geht dann beispielsweise das Soundsystem nur an, wenn man sich im Raum auch länger aufhält und nicht nur das Fenster zumacht. Automatisierungen werden auch lokal unterstützt. Damit kann der Präsenzsensor direkt und ohne Hub auf einen Aktor wirken. Ob man einen Präsenzsensor braucht oder ein Bewegungssensor ausreicht, hängt natürlich stark von der Anwendung ab. Im Flur könnte auch ein einfacher Bewegungssensor für die Beleuchtung reichen. In der praktischen Anwendung würden wir überdies empfehlen, eine gewisse Hysterese zu definieren, was in der App funktioniert. Damit wird eine Automatisierung also insbesondere beim Ausschalten von Geräten erst nach einer gewissen Zeit der Nichtanwesenheit getriggert. Die Platzierung ist einfach möglich, ein Magnetfuß ist vorhanden und die Befestigung mit Schrauben ist möglich.

Unscheinbar und mit mmWave: Der Präsenzsensor unterstützt auch lokale Automatisierungen
Unscheinbar und mit mmWave: Der Präsenzsensor unterstützt auch lokale Automatisierungen

Meter Pro: Lüften oder Heizen?

Ebenfalls in die Kategorie Sensorik fällt das SwitchBot Meter Pro (CO2 Monitor). Dieses arbeitet ebenfalls drahtlos und kann die Temperatur, die relative Luftfeuchtigkeit und davon abgeleitet die Behaglichkeit anzeigen - und auch die Konzentration an Kohlenstoffdioxid in der Luft. Im Test haben wir dieses System nur testweise in Automatisierungen einbezogen und uns konkret über einen zu hohen CO₂-Gehalt und zu hohe Luftfeuchte informieren lassen. Die Messwerte zum CO₂-Gehalt können wir nicht gegenprüfen, sie wirken aber nachvollziehbar. Beim Lüften nähert sich der CO₂-Gehalt dem der Atmosphäre an. Das System ist gut ablesbar, Anzeige von Wetter, Datum und Uhrzeit sind möglich. Insbesondere für Schlafräume ist das System eine Empfehlung wert. Auch in der Nacht sollte der CO₂-Gehalt optimalerweise nicht zu stark absinken. Das Display ist extrem gut ablesbar, die Anzeige erfolgt aber wie etwa von einem Taschenrechner gewohnt in Segmenten und ist damit nicht vollständig individualisierbar.

Die Anzeige lässt sich nicht komplett individualisieren
Die Anzeige lässt sich nicht komplett individualisieren

Die Pan/Tilt Cam Plus 3K ist eine kompetente Überwachungskamera

Sowohl als Sensor als auch Aktor kann die SwitchBot Pan/Tilt Cam Plus 3K eingesetzt werden. Wir wollen zuerst auf die Möglichkeit als Aktor eingehen: So kann das Abspielen eines Alarmsounds auch von einem anderen Gerät - wie etwa dem Präsenzsensor - getriggert werden. Hier spielt die einfache Möglichkeit zur Realisierung von Automatisierungen mit Nebenbedingungen voll ihre Stärke aus: So wäre es sehr zweckdienlich, dies in dieser Form nur zu aktivieren, wenn man sich selbst nicht zuhause befindet. 

Im (möglicherweise etwas konstruierten und natürlich unerfreulichen) Beispiel könnte man dann die Kamera nicht nur einen Alarmton abspielen lassen, sondern die bewegliche Kamera schon auf die Zimmertür schwenken lassen, die möglicherweise gleich vom Einbrecher geöffnet wird. Die Kamera lässt sich drehen und neigen, die Neigung wird dabei auch zum Abtauchen zum Schutz der Privatsphäre verwendet. Die Aufnahmequalität ist ordentlich, Farbaufnahmen lassen sich auch anfertigen, wenn beispielsweise nur eine Straßenlaterne hineinscheint - ob das am Ende aber das bessere Ergebnis als mit IR-Beleuchtung ist, hängt stark von der konkreten Situation ab. Menschen werden zuverlässig erkannt, auf die erweiterten Funktionen etwa zur Objekterkennung, und auf die Möglichkeiten mit dem AI Hub werden wir in einem weiteren Artikel eingehen.

Die Kamera lässt sich drehen und neigen...
Die Kamera lässt sich drehen und neigen...
... was auch für die Privatsphäre-Funktion genutzt wird
... was auch für die Privatsphäre-Funktion genutzt wird
Auch in der Nacht sind farbige Aufnahmen realisierbar, wenn eine gewisse Beleuchtung in der Umgebung vorhanden ist
ⓘ Notebookcheck
Auch in der Nacht sind farbige Aufnahmen realisierbar, wenn eine gewisse Beleuchtung in der Umgebung vorhanden ist
IR-LEDs sind auch vorhanden
ⓘ Notebookcheck
IR-LEDs sind auch vorhanden

Nicht ganz günstig, aber spannend: SwitchBot-Ventilator

Ganz klar ein Aktor ist der SwitchBot Standing Circulator Fan. Dieser lässt sich als Tischventilator und Standventilator nutzen, wobei dafür zwei Kunststoffteile an- und abgeschraubt werden müssen. Nicht nur in Bezug auf die smarte Anbindung handelt es sich um einen Ventilator doch sehr moderner Bauart: So kann dieser sowohl geneigt als auch geschwenkt werden, verschiedene Modi stehen bereit und ein Akku ist integriert. In einem leisen Modus wird eine Lautstärke von 22 dB angegeben, tatsächlich agiert das Modell dann relativ leise. Die Geschwindigkeit ist in 100 Stufen steuerbar, die horizontale und vertikale Oszillation auf 30°, 60° und 90°. Auch ohne Smart Home-Integration ist das Modell mit einer mitgelieferten Fernbedienung und Steuerungselementen am Gerät selbst zu bedienen. Beide Möglichkeiten lassen sich in der App als Kindersicherung deaktivieren. Integriert ist eine zweistufige Beleuchtung, diese ist primär als Nachtlicht nutzbar. Das Nachtlicht lässt sich ohne Lüftung nutzen. Sinnvoll könnte eine solche Automatisierung in Kombination mit einem Bewegungssensor sein. Die Verarbeitung ist ordentlich, SwitchBot setzt beim SwitchBot Standing Circulator Fan aber viel auf Plastik. Der Preis ist mit 100 Euro insgesamt für einen Ventilator natürlich relativ hoch. Eine smarte Steckdose in Kombination mit einem gewöhnlichen Ventilator könnte eine Alternative sein, dann lassen sich aber keine Einstellungen ändern. Unserer Einschätzung nach rechtfertigen der Akku und die smarten Funktionen den Preis durchaus. Bis zum Sommer kann man sicher noch auf einen Sale hoffen.

Mitgeliefert wird eine Fernbedienung, die Bedienung ist auch am Gerät selbst möglich
Mitgeliefert wird eine Fernbedienung, die Bedienung ist auch am Gerät selbst möglich
Einen gewissen Design-Akzent will SwitchBot setzen
Einen gewissen Design-Akzent will SwitchBot setzen
Die Ladung ist auch über USB Typ C möglich, ein Akku ist verbaut
Die Ladung ist auch über USB Typ C möglich, ein Akku ist verbaut

Transparenz

Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller oder einem Shop zu Testzwecken leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Leihstellers auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > Tests > Sonstige Tests > SwitchBot-Ökosystem ausprobiert: Breites Portfolio, viele Möglichkeiten
Autor: Silvio Werner, 26.04.2026 (Update: 26.04.2026)