
TerraMaster F4-425 Plus NAS punktet im Kurztest mit flexibler Ausstattung im Metallgehäuse, zeigt aber kleinere Probleme
Zwei Speicherpools in einem NAS.
Mit vier Festplatten, drei SSDs und vier schnellen USB 3.2 Gen 2 Anschlüssen für externe Festplatten präsentiert sich das TerraMaster F4-425 Plus als extrem vielseitiges NAS für Zuhause und für das Büro. Wir haben ausprobiert, wie sich die Speicherlösung mit modernem Intel-Chip und zwei 5 Gbit/s LAN-Anschlüssen in der Praxis behaupten kann.Hannes Brecher 👁 Veröffentlicht am 🇺🇸 🇫🇷 ...
Testfazit - Vielseitiges NAS für Heimanwender
Das TerraMaster F4-425 Plus kann mit enem hochwertigen Metallgehäuse, einem leisen Lüfter und vor allem mit einer vielseitigen Ausstattung punkten. Vier Festplatten, drei SSDs, vier schnelle USB-Anschlüsse und zwei 5 Gbit/s Ethernet-Ports sind beachtlich.
Allerdings spart TerraMaster am Prozessor. Der Intel N150 ist flott genug für Backups, für viele Docker-Anwendungen und zur Nutzung des F4-425 Plus als Medienserver, rechenintensivere Apps wie Immich können aber etwas länger brauchen, um Daten zu verarbeiten, virtuelle Maschinen treiben das NAS an seine Grenzen.
TOS6 lässt sich einfach einrichten, wer mehr als Dateien, Backups und Medien verwalten möchte, muss aber schnell auf Docker-Apps ausweichen. Das Betriebssystem weist auch kleinere Bugs auf, hat sich im Test aber als stabil erwiesen. Wer ein vielseitiges NAS für Backups, Datei-Synchronisation oder zur Nutzung als Medien-Server sucht, für den gibt es eine klare Empfehlung für das TerraMaster F4-425 Plus.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Das TerraMaster F4-425 Plus NAS kostet regulär 599 Euro, und wird unter anderem direkt auf Amazon angeboten. Das techisch vergleichbare TerraMaster F2-425 Plus, das nur zwei statt vier Festplatten-Einschübe bietet, wird für 429 Euro angeboten.
Das TerraMaster F4-425 Plus NAS setzt wie viele Konkurrenten auf einen Intel Processor N150. Besonders ist das Gerät trotzdem, denn mit gleich drei M.2-Slots für PCIe SSDs, vier schnellen USB-Ports und zwei 5 Gbit/s LAN-Anschlüssen bietet das NAS Features, die in dieser Preisklasse untypisch sind.
Spezifikationen
Prozessor: Intel Processor N150 4 x 3,6 GHz, 6W PL1, Intel Twin Lake
Grafik: Intel UHD Graphics 24EUs (Alder Lake-N)
RAM: 16 GB DDR5-4.800, 1x SO-DIMM, maximal 32 GB
Anschlüsse: 1x USB-C (10 Gbit/s), 3x USB-A (10 Gbit/s)
Netzwerk: 2x LAN (5 Gbit/s)
Speicher: 4x 3,5" HDD (SATA), 3x M.2-SSD (PCIe 3.0 x1, 8 Gbit/s)
Abmessungen: 150 x 181 x 219 Millimeter (Höhe x Breite x Tiefe)
Gewicht: 2,9 Kilogramm
Netzteil: 90 Watt
Preis: 599 Euro
Plus bringt Metallgehäuse und M.2-Slots
Das neue TerraMaster F4-425 Plus sieht wie ein F4-425 mit Metallgehäuse und kleinerem TerraMaster-Logo aus, wobei sich das Gerät durch die Aluminium-Hülle nicht nur hochwertiger anfühlt, das Gewicht steigt auch von 2,1 auf 2,9 Kilogramm. Die Verarbeitung ist einwandfrei, allerdings werden die Festplatten-Trays weiterhin aus Plastik gefertigt, und auch die Rückseite besteht aus Kunststoff. Auffallend abwesend sind auch Satus-LEDs für die M.2-SSDs, sodass der Ausfall einer SSD nur in der Software ersichtlich ist.
Auch abgesehen von der Verarbeitung erhält das Plus-Modell eine Reihe bedeutender Upgrades. Allen voran erfolgt die Verbindung zum Heimnetzwerk nun über zwei 5 Gbit/s Ethernet-Anschlüsse, die simultan verwendet werden können, um eine Bandbreite von 10 Gbit/s zu erreichen – das NAS ist also bis zu viermal schneller als sein Vorgänger.
TerraMaster setzt auf einen moderneren, aber nur mäßig leistungsstarken Intel Processor N150 und verbaut nun schon ab Werk 16 GB RAM, wobei der Arbeitsspeicher durch einen einzelnen DDR5-4.800 SO-DIMM maximal auf 32 GB aufgerüstet werden kann. Das wohl bedeutendste Upgrade ist aber die zusätzliche Flexibilität durch neue Möglichkeiten, den Speicher zu erweitern.
Flexibilität durch Festplatten, SSDs und USB-Ports
Vier Festplatten-Einschübe sind für ein NAS in dieser Preisklasse fast schon Standard. Eine Besonderheit ist aber, dass das TerraMaster F4-425 Plus darüber hinaus nicht nur einen oder zwei, sondern gleich drei M.2-Steckplätze für SSDs bietet. Dadurch ist es möglich, auch die SSDs in einer RAID5-Konfiguration zu betreiben, sodass der Betrieb selbst dann ohne Datenverlust aufrecht erhalten werden kann, wenn eine der drei SSDs defekt ist.
Die Festplatten und die SSDs bilden zwei getrennte Speicherpools, was im Hinblick auf die Geschwindigkeits-Unterschiede Sinn ergibt. Da jede SSD nur über PCIe 3.0 x1 angebunden wird, ist die Lese- und Schreibgeschwindigkeit auf etwa 1 GB/s begrenzt, womit schon die langsamsten SSDs am Markt ausreichen, um das NAS voll auszureizen. Eine schnellere Anbindung dürfte durch den sparsamen Intel-Prozessor nicht möglich sein, da über die beiden 5 Gbit/s LAN-Anschlüsse die Geschwindigkeit über das Netzwerk aber ohnehin auf 1,25 GB/s beschränkt ist, fällt die lahme PCIe-Anbindung in der Praxis kaum ins Gewicht.
Auch die Auswahl an USB-Ports fällt für diese Preisklasse erfreulich aus, denn TerraMaster verbaut gleich drei USB-A-Ports und einen USB-C-Anschluss, jeder dieser Ports erreicht eine Geschwindigkeit von 10 Gbit/s. So ist es möglich, bequem externe Festplatten oder SSDs über das F4-425 Plus ins Heimnetzwerk einzubinden, um beispielsweise ein Time-Machine-Backup automatisch auf einer Festplatte anzulegen.
Insgesamt erlaubt es das Setup von TerraMaster, den Speicher mit der Zeit flexibel zu erweitern, von einer auf zwei, drei oder vier Festplatten, bevor durch M.2-SSDs und externe Festplatten weiterer Speicher hinzugefügt wird, wenn der Speicherbedarf wächst. Im Test konnte TOS 6 problemlos eine Festplatte verwalten, diese nachträglich per RAID1 auf eine zweite Festplatte spiegeln, und dieses Setup anschließend auf ein RAID5-System mit drei Festplatten erweitern – allerdings hat das bei 6 TB Festplatten jeweils schon über 24 Stunden gedauert. Insgesamt werden bis zu 144 TB Speicher unterstützt, verteilt auf vier 30 TB Festplatten und drei 8 TB SSDs.
TerraMaster nutzt eigenes TOS6-Betriebssystem
TerraMaster setzt auf ein hauseigenes Betriebssystem namens TerraMaster Operating System 6, kurz TOS6 genannt. Das System auf Linux-Basis ist relativ benutzerfreundlich – die Installation und Einrichtung klappt über die zugehörige Smartphone- oder PC-App mit wenigen Klicks, und auch zur Nutzung vieler Features werden keine tiefgreifenden PC-Kenntnisse benötigt.
TOS6 bietet eine übersichtliche Überwachung für CPU- und RAM-Auslastung, und zeigt auch die Temperatur von Prozessor und Festplatten an. TerraMaster bietet einen eigenen App Store, und stellt kostenlose Anwendungen bereit, um das F4-425 Plus unter anderem in einen Foto- oder Medienserver zu verwandeln, wobei auch Plex und Jellyfin direkt aus diesem Store installiert werden können. Weitere Drittanbieter-Anwendungen lassen sich per Docker installieren, im Test konnte Immich problemlos installiert und in Betrieb genommen werden.
TOS6 stellt neben einem Datei-Manager und Tools, um Festplatten zu verwalten, auch eine Backup-Anwendung bereit, über welche unter anderem Backups auf einer Cloud oder einer USB-Festplatte eingerichtet, ein Time-Machine-Volume für einen Mac bereitgestellt oder ein synchronisierter Ordner erstellt werden können. Mit TOS7 soll der Funktionsumfang bald erweitert werden, unter anderem um einen Datei-Explorer mit mehreren Tabs und um die Möglichkeit, virtuelle Maschinen zu verwalten.
Im Test ist TOS6 nie abgestürzt, allerdings ist das System nicht ganz frei von Problemen. Das System neigt dazu, die Bezeichnung von USB-Festplatten zu ändern, wenn diese aus- und wieder eingesteckt werden, wodurch etwa Tme-Machine-Backups nicht mehr funktionieren, ohne diese neu einzurichten. Die Daten zur System-Auslastung in der Desktop-Übersicht stimmen oft nicht mit den Daten in den Systemeinstellungen überein. System-Benachrichtigungen können manchmal nicht gelöscht werden. Die Systemeinstellungen sind nicht besonders übersichtlich, und der App Store für "Community-Apps" ist unübersichtlich.
Intel N150 – noch schnell genug?
Das TerraMaster F4-425 Plus wird ausschließlich mit einem Intel Processor N150 angeboten. Der Chip ist zwar erst Anfang 2025 auf den Markt gekommen, mit vier Effizienz-Kernen, Taktfrequenzen bis 3,6 GHz und einer Verlustleistung von 6 Watt ist der Chip aber nur mäßig leistungsstark.
Im Test zeigt sich, dass der Intel N150 für viele NAS-Anwendungen ausreichend schnell ist – TOS6 reagiert flott, und auch zeitgleiche Backups und Datei-Übertragungen von mehreren Geräten klappen problemlos. Bei anspruchsvolleren Aufgabne ist allerdings etwas Geduld gefragt – 312 Fotos mit einer Auflösung von 60 Megapixel in Immich zu verarbeiten dauerte im Test etwa 85 Minuten. Beim Kopieren von Dateien auf das NAS ist der Prozessor schon zu 20 Prozent ausgelastet.
Durch den einzelnen, großen Lüfter bleibt der sparsame Intel-Chip selbst unter Dauerlast bei unproblematischen 61 °C – die Lüfter-Geschwindigkeit kann manuell justiert werden, was angesichts der geringen Temperaturen und des kaum hörbaren Lüfters aber kaum notwendig ist.
Zusammenfassung
Das TerraMaster F4-425 Plus ist ein besonders vielseitiges NAS zum attraktiven Preis. Für Nutzer, die vor allem einen Netzwerkspeicher für Backups, Medien und einige Docker-Apps suchen, ist das F4-425 Plus empfehlenswert. Wer virtuelle Maschinen betreiben möchte, oder mit vielen Client-Computern zeitgleich auf das NAS zugreift, sollte stattdessen zu einem leistungsstärkeren Gerät greifen.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.















