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Test Jabra Elite 10 - Klangstarke In-Ears mit Dolby Atmos und Head-Tracking

Die Elite 10 von Jabra sind Premium-In-Ears, die mit modernem 3D-Audio, beindruckendem Klang, langen Akkulaufzeiten und einer IP-Zertifizierung überzeugen wollen. Ob dies gelingt, erfahren Sie in unserem Test.
(Foto: Daniel Schmidt)

Jabra ist kein Unbekannter in der Audio-Branche und gilt im Bereich für professionelle Headsets weltweit als einer der führenden Hersteller. Mit dem True-Wireless-Headset (TWS) Elite 10 offeriert das dänische Unternehmen erstmals auch Kopfhörer in dieser Klasse, die 3D-Sound mit Dolby Head-Tracking beherrschen und darüber hinaus auch wasserdicht sind.

Mit dem hauseigenen Advanced Active Noise Cancelling verspricht Jabra zudem eine aktive Geräuschunterdrückung die doppelt so leistungsstark wie herkömmliche Systeme sein soll. Außerdem wollen die Elite 10 im Bereich Akkulaufzeit und Konnektivität überzeugen.

Spezifikationen

Trageweise In-Ear
Konnektivität Bluetooth 5.3
Reichweite 10 m
Lautsprecher 10 mm, 20 - 20.000 Hz (Musik-Modus), 100 - 8.000 Hz (Sprachmodus)
Audio-Codecs SBC, AAC, (LC3 und LC3plus werden nachgereicht)
Akkuleistung k. A.
Ladeanschluss USB-C
kabelloses Laden ja
Gewicht (Ohrhörer) je 5,7 g
Gewicht (Ladeetui) 45,9 g
Firmware-Version 1.3.6 (1031)
Lieferumfang Kopfhörer, Ladeetui, USB-C- auf USB-A-Kabel, Garantieerklärung und Merkblatt mit Warnhinweisen, 4 Größen von EarGels
Preis (UVP) 250 Euro

Gehäuse und Ergonomie - Wasserdichte Kopfhörer von Jabra

Sowohl das Ladeetui als auch die Ohrhörer der Jabra Elite 10 bestehen aus Kunststoff und sind in den Farben Cocoa, Beige, glänzendes Schwarz, mattes Schwarz sowie Titan-Schwarz erhältlich. Alles wirkt sauber verarbeitet und hochwertig. Die ins Etui integrierten Magnete arretieren die Ohrhörer zuverlässig in ihren Ladekuhlen. Kabelloses Laden (Qi) ist ebenfalls möglich. Die TWS sind gemäß IP57 gegen das Eindringen von schädigenden Mengen Staub geschützt und wasserdicht. Dies trifft jedoch nicht auf das Ladeetui zu.

Anders als beispielsweise bei den günstigeren Elite 5 befinden sich nicht drei, sondern vier Aufsätze im Lieferumfang der Jabra Elite 10, womit sich die Passform im Gehörgang den eigenen Bedürfnissen anpassen lässt. Jeder Ohrhörer soll leicht in den Gehörgang gedreht werden, sodass sich der Korpus des Kopfhörers teilweise hinter den Anthelix schiebt. Dadurch soll ein möglichst fester halt gewährleistet werden.

Der Tragekomfort der Elite 10 gefällt uns gut. Sie üben nicht zu viel Druck aus, bleiben aber spürbar. Der Sitz ist sehr fest, weshalb auch bei Bewegungen nie das Gefühl entsteht, sie verlieren zu können. Die Lautsprecheröffnungen an den Ohrhörern sind, anders als bei den meisten In-Ear-Headsets, nicht rund, sondern eher dreieckig mit abgerundeten Ecken. Wer also mal neue EarGels benötigt, wird auf jeden von Jabra zurückgreifen müssen. Diese werden auch direkt von Jabra offeriert: Ein vollständiger Satz in allen vier Größen kostet rund 15 Euro und ist in Cocoa, Beige und Schwarz verfügbar. Auch die Ohrhörer (ein Set: 175 Euro) oder das Ladeetui (75 Euro) können einzeln nachgekauft werden.

 (Foto: Daniel Schmidt)
 (Foto: Daniel Schmidt)
 (Foto: Daniel Schmidt)
 (Foto: Daniel Schmidt)
 (Foto: Daniel Schmidt)
 (Foto: Daniel Schmidt)

Ausstattung und Bedienung - Jabra Elite 10 mit Dual-Bluetooth

Die Einrichtung der Jabra Elite 10 gelingt, durch das Unterstützen von Android Fast Pair, mit dem mobilen Google-Betriebssystem sehr einfach, da das System die Kopfhörer direkt erkennt und zum Koppeln vorschlägt. Dies funktioniert dank Microsoft Swift Pair auch an Windows-PCs. Über die integrierten Tasten kann ein Kopplungsvorgang auch manuell initiiert werden, um die Elite 10 mit einem beliebigen Computer, Tablet oder Smartphone zu verbinden. Die Jabra-TWS können sich bis zu zehn Geräte merken und sich mit zweien gleichzeitig verbinden, was Jabra Bluetooth-Multipoint nennt, wohinter sich jedoch Dual-Bluetooth verbirgt. Ebenso ist es möglich, nur einen Ohrhörer zu verwenden (Mono-Modus) und den anderen im Ladeetui zu belassen.

Über die App Jabra Sound+, welche kostenlos im App Store und im Play Store heruntergeladen werden kann, können nicht nur Firmware-Updates eingespielt werden, sondern es lassen sich hier auch Funktionen wie die aktive Geräuschunterdrückung (ANC), HearThrough oder Musik-Equalizer konfigurieren. Optional steht auch Spotify Tab zur Verfügung.

Ebenso ist eine Trageerkennung an Bord, welche die Medienwiedergabe automatisch stoppt, wenn einer oder beide Ohrhörer aus dem Ohr entnommen wird. Außerdem können Anrufe automatisch angenommen werden, sobald ein Earbud eingesetzt wird. Die Funktionen lassen sich aber auch nochmal getrennt voneinander ein- beziehungsweise ausschalten, sodass die Trageerkennung beispielsweise nur für die Medienwiedergabe nutzbar ist.

Jeder Ohrhörer hat eine physische Taste, die auf ein- bis dreimaliges Drücken reagiert und nach den eigenen Bedürfnissen belegt werden kann. Neben der Medien- und Anrufsteuerung ist darüber auch die Aktivierung eines vordefinierten Sprachassistenten auf dem verbundenen Gerät möglich.

Sound - Mit Dolby Atmos, LC3 kommt später

Die Jabra Elite 10 bieten nach der Aussage des Herstellers den „ultimativen Sound“. Hoch gegriffen, aber auch nicht ganz unberechtigt, denn die Elite 10 präsentieren sich im Test tatsächlich als sehr spielfreudig mit einer klaren und transparenten Klangbühne. Nur bei den tiefen Tönen hätten wir uns mehr Druck gewünscht, weshalb bei rockiger Musik oder actionlastigen Filmen es dem Sound an Kraft fehlt.

Dann ist da aber auch noch Dolby Atmos, was sowohl Musik als auch Filme hörbar besser in Szene setzt und den Klang voller und natürlich erscheinen lässt. Das optionale Head-Tracking erkennt die Kopfbewegungen und passt die Soundausgabe entsprechend an, sodass dem Nutzer suggeriert wird, der Klang käme weiterhin aus der gleichen Richtung. Das funktioniert auf jeden Fall sehr gut, ist aber auch ein wenig Geschmackssache.

Beim Telefonieren in ruhigen Umgebungen gelingt den Mikrofonen der Elite 10 eine sehr natürliche Aufzeichnung der Nutzerstimme. Umgebungsgeräusche werden jedoch nicht sonderlich effizient unterdrückt, egal ob Stimmen oder Verkehrslärm. Beides wird zwar gedämpft, bleibt aber stets gut hörbar.

Anders sieht es beim Advanced ANC aus, welches beim Telefonieren automatisch aktiv ist. Dies dämpft Störgeräusche sehr gut und ist nochmals wesentlich wirkungsvoller, wenn kein Telefonat stattfindet. Für In-Ears eine sehr gute Leistung. Die HearThrough-Funktion funktioniert ebenfalls gut, wird bei sehr ruhigen Umgebungen jedoch von einem deutlichen Rauschen begleitet. Ist die diese belebter, verschwindet das Rauschen vollständig.

Bei der der Unterstützung von Audio-Codecs für Bluetooth bieten die Jabra Elite 10 bisher nur Standardkost (SBC und AAC), sollen in Zukunft per Update jedoch noch LC3 und LC3plus nachgeliefert bekommen.

Loudspeakers
THD
Samsung Galaxy Buds2 Pro (RMS: -3.0 dBFS)
1.6 % *
Jabra Elite 10 (RMS: -3.0 dBFS)
0.23 % *
Huawei FreeBuds Pro 3 (RMS: -2.2 dBFS)
0.22 % *
THD+N
Samsung Galaxy Buds2 Pro (RMS: -3.0 dBFS)
1.59 % *
Jabra Elite 10 (RMS: -3.0 dBFS)
0.55 % *
Huawei FreeBuds Pro 3 (RMS: -2.2 dBFS)
0.34 % *

* ... kleinere Werte sind besser

THD (Total Harmonic Distortion): Die harmonischen Verzerrungen beziffern die Größe der Anteile, die durch nichtlineare Verzerrungen (Oberschwingungsanteil) in Relation zum Originalsignal entstehen. THD nimmt dabei lediglich Bezug auf den Grundschwingungsanteil. Der Klirrfaktor wird häufig im gleichen Atemzug genannt, bezieht sich jedoch auf das Gesamtsignal.
THD+N (Total Harmonic Distortion + Noise): Dieser Wert ist vergleichbar mit THD, jedoch wird zusätzlich zu den Störleistungen der Oberschwingen die des Rauschens als Effektivwert erfasst.
Für die Messung wird über den zu testenden Kopfhörer ein oberwellenarmes Sinussignal (1 kHz, > 0 dB) wiedergegeben, welches von einem linearen Messmikrofon (Messabstand: ca. 1 cm) in einem Kunstkopf erfasst wird. 

Beide Werte werden in Prozent angegeben. Je geringer der Wert ist, umso besser ist die Signaltreue.

dB(A) 0102030405060708090Deep BassMiddle BassHigh BassLower RangeMidsHigher MidsLower HighsMid HighsUpper HighsSuper Highs2026.631.42524.536.73125.7374029.644.25033.548.96317.948.68014.3491001949.412510.749.316011.545.420011.347.62506.849.83157.149.74005.949.35006.148.4630651.58006.757.710006.363.312506.66816007.771.62000876.225008.58331509.282.840009.179.7500010.279.1630010.282.8800010.974.31000011.372.71250011.365.61600010.957.3SPL20.990.4N0.371.6median 9.1median 65.6Delta2.314.735.444.8324729.353.227.446.631.850215117.750.617.852.811.152.89.855.7957.85.458.15.2585.458.85.359.25.761.65.763.66.566.56.569.56.976.37.585.57.990.89.788.18.982.51080.910.379.410.675.911.473.911.470.11164.920.895.60.288.1median 8.9median 69.52.411.8hearing rangehide median Pink NoiseJabra Elite 10Samsung Galaxy Buds2 Pro
Frequenzdiagramm (für Vergleiche die Checkboxen oben an-/abwählen)
Jabra Elite 10 Audio Analyse

(+) | Die Lautsprecher können relativ laut spielen (90.4 dB)
Bass 100 - 315 Hz
(-) | kaum Bass - 17% niedriger als der Median
(+) | lineare Bass-Wiedergabe (2.6% Delta zum Vorgänger)
Mitteltöne 400 - 2000 Hz
(±) | verringerte Mitten, vom Median 9.6% abweichend
(+) | lineare Mitten (6.4% Delta zum Vorgänger)
Hochtöne 2 - 16 kHz
(±) | zu hohe Hochtöne, vom Median nur 13.6% abweichend
(+) | sehr lineare Hochtöne (6.2% Delta zum Vorgänger)
Gesamt im hörbaren Bereich 100 - 16.000 Hz
(±) | hörbarer Bereich ist durchschnittlich linear (22.2% Abstand zum Median)
Im Vergleich zu allen Geräten derselben Klasse
» 60% aller getesteten Geräte dieser Klasse waren besser, 7% vergleichbar, 33% schlechter
» Das beste Gerät hat einen Delta-Wert von 4%, durchschnittlich ist 25%, das schlechteste Gerät hat 134%
Im Vergleich zu allen Geräten im Test
» 60% aller getesteten Geräte waren besser, 7% vergleichbar, 33% schlechter
» Das beste Gerät hat einen Delta-Wert von 4%, durchschnittlich ist 25%, das schlechteste Gerät hat 134%

Samsung Galaxy Buds2 Pro Audio Analyse

(+) | Die Lautsprecher können relativ laut spielen (95.6 dB)
Bass 100 - 315 Hz
(±) | abgesenkter Bass - 13.6% geringer als der Median
(+) | lineare Bass-Wiedergabe (2.1% Delta zum Vorgänger)
Mitteltöne 400 - 2000 Hz
(±) | verringerte Mitten, vom Median 7.6% abweichend
(+) | lineare Mitten (5.7% Delta zum Vorgänger)
Hochtöne 2 - 16 kHz
(±) | zu hohe Hochtöne, vom Median nur 12.2% abweichend
(+) | sehr lineare Hochtöne (5.2% Delta zum Vorgänger)
Gesamt im hörbaren Bereich 100 - 16.000 Hz
(±) | hörbarer Bereich ist durchschnittlich linear (18.3% Abstand zum Median)
Im Vergleich zu allen Geräten derselben Klasse
» 35% aller getesteten Geräte dieser Klasse waren besser, 8% vergleichbar, 57% schlechter
» Das beste Gerät hat einen Delta-Wert von 4%, durchschnittlich ist 25%, das schlechteste Gerät hat 134%
Im Vergleich zu allen Geräten im Test
» 35% aller getesteten Geräte waren besser, 8% vergleichbar, 57% schlechter
» Das beste Gerät hat einen Delta-Wert von 4%, durchschnittlich ist 25%, das schlechteste Gerät hat 134%

Akkulaufzeiten - Läuft und läuft und …

Zur Leistung der Akkus in den einzelnen Ohrhörern macht Jabra keine Angaben, das Ladeetui bietet mit 680 mAh jedoch einen vergleichsweise großen Energiespeicher. Praktisch: kabelloses Laden wird unterstützt.

In unserem Akkutest mit einem angepassten Schalldruck von 65 dB(A) und mit aktiver Geräuschunterdrückung halten die Elite 10 über zehn Stunden durch. Dazu sei aber auch gesagt, dass dies durch Anpassungen des ANC-Algorithmus auch weniger sein kann, wenn die Umgebung lauter ist.

Battery Runtime - Spotify loop at 65dB/A (incl ANC)
Jabra Elite 10
 mAh
647 min
Samsung Galaxy Buds2 Pro
58 mAh
517 min
Huawei FreeBuds Pro 3
55 mAh
299 min

Fazit - Jabra Elite 10 mit starker Vorstellung

Im Test: Jabra Elite 10. Testgerät zur Verfügung gestellt von Jabra Deutschland. (Foto: Daniel Schmidt)
Im Test: Jabra Elite 10. Testgerät zur Verfügung gestellt von Jabra Deutschland.

Mit den Elite 10 gelingen Jabra sehr gute Premium-In-Ear-Kopfhörer, die mit Dolby Atmos auch ein ansprechendes Alleinstellungsmerkmal bieten. Dazu kommen eine sehr wirkungsvolle aktive Geräuschunterdrückung und ein wasserdichtes Gehäuse, sodass sich die Kopfhörer auch problemlos in der Dusche oder an anderen nassen Orten nutzen lassen.

Die Jabra Elite 10 präsentieren sich als moderne TWS-Kopfhörer mit wenigen Schwachstellen.

Der Klang kann im Test überzeugen, dürfte aber gerne etwas mehr Tiefe besitzen. Beim Telefonieren in ruhigen Umgebungen hinterlassen die Jabra-Kopfhörer ebenfalls einen guten Eindruck und halten zudem richtig lange durch.

Die Elite 10 offerieren somit nahezu eine Vollausstattung und lassen eigentlich kaum Wünsche offen. Lediglich hochauflösende Audio-Codecs fehlen den Bluetooth-Kopfhörern bisher, sollen mit LC3(plus) jedoch per Update nachgereicht werden.

Starke Konkurrenz in der Preisklasse sind insbesondere die Huawei FreeBuds Pro 3 sowie die Samsung Galaxy Buds2 Pro. Eine schmalere Ausstattung, aber auch einen kleineren Preis und aptX-Support bieten die Elite 5.

Preis und Verfügbarkeit

Die Jabra Elite 10 lassen sich zum Zeitpunkt des Tests bereits unter 200 Euro erwerben, unter anderem bei Amazon oder Saturn.

Transparenz

Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller hat keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung erhalten. Es bestand keine Verpflichtung zur Veröffentlichung.

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Autor: Daniel Schmidt, 19.12.2023 (Update: 19.12.2023)