
Thermal Master DV2 im Test: Eine solide Wärmebildkamera zur Vogelbeobachtung mit 5-Zoll-Touchscreen
Vögel im Fokus – egal, wo sie stecken!
Die Thermal Master DV2 verabschiedet sich von Smartphone-Dongles und setzt stattdessen auf die Bauform eines eigenständigen Camcorders. Mit einem VOx-Sensor mit 256×192 Pixeln, einem 5000-mAh-Akku und einem 5-Zoll-Touchscreen ist die DV2 ein spezialisiertes Bildgebungsgerät für Outdoor-Begeisterte.Stephen Pereyra (übersetzt von Falk Hinrichs) Veröffentlicht am 🇺🇸 🇳🇱 ...
Fazit – Hervorragend zur Wildtierbeobachtung, trotz kleiner Schwächen bei der Bedienung
Die Thermal Master DV2 ist eine besonders geeignete Option für Outdoor-Begeisterte, die eine eigenständige Kamera zur besseren Wildtierbeobachtung suchen. Sie ist zwar nicht so modular wie die Thermal Master T2, dank ihrer soliden Verarbeitungsqualität und praktischer Hardware-Ergänzungen aber das vielseitigere Gerät. Der integrierte, ausklappbare 5-Zoll-Touchscreen verbessert die Bedienung im Gelände deutlich und lässt sich besser handhaben als ältere Aufsteckmodule, etwa solche für die T1. Einige Eigenheiten des Designs schränken sie jedoch in wichtigen Bereichen ein. Da die Schärfe vorne am Objektiv manuell eingestellt wird, lässt sich die DV2 nur mit beiden Händen bedienen. Zudem fehlt eine physische Aufnahmetaste, sodass Nutzer selbst für ein einfaches Foto den Touchscreen bedienen müssen. Dennoch bietet die DV2 eine beeindruckende Wärmebildleistung in einem Komplettpaket.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Der Verkaufspreis der Thermal Master DV2 beträgt 599 US-Dollar, wobei Aktionsangebote ihn häufig auf 499 bis 549 US-Dollar senken. Derzeit ist sie auf der Website von Thermal Master und bei Amazon erhältlich. Mit dem Code THERMBIRD10 erhalten Nutzer außerdem 10 % Rabatt.
Die Thermal Master DV2 verabschiedet sich von Smartphone-Dongles und setzt stattdessen auf die Bauform eines eigenständigen Camcorders. Mit einem VOx-Sensor mit 256×192 Pixeln, einem 5000-mAh-Akku und einem 5-Zoll-Touchscreen ist die DV2 ein spezialisiertes Bildgebungsgerät für Outdoor-Begeisterte.
Technische Daten
| Thermal Master DV2 | |
| Bauform | Eigenständiger Handheld-Camcorder |
| Native IR-Auflösung | 256 × 192, VOx-Sensor mit 12 µm Pixelabstand |
| Hochskalierte Ausgabeauflösung | 512 × 384 |
| Thermische Empfindlichkeit (NETD) | ≤ 20 mK bei 25 °C, f/0.8 |
| Bildrate | 50 Hz |
| Objektiv und Fokus | 10-mm-Objektiv, manueller Fokus (10 cm Mindestabstand) |
| Display | Ausklappbarer 5-Zoll-Touchscreen (1280 × 720) |
| Speicher und Dateiformate | 32 GB interner Speicher |
| Akku und Laufzeit | Wiederaufladbarer 5000-mAh-Akku |
| Konnektivität | USB-C, Bildübertragung per WLAN, RTSP-Streaming |
| Wetterschutz und Gewicht | Staub- und Spritzwasserschutz nach IP54, 512 Gramm |
Auspacken und Ergonomie
Die Thermal Master DV2 wird in einer schlichten Verpackung geliefert und enthält wie die meisten Produkte von Thermal Master einen schützenden Hartschalenkoffer für das Gerät und sein Zubehör. Zum Lieferumfang gehören das Gerät selbst, ein Kabel und die wiederaufladbare 21700-Akkuzelle. Dass es sich um eine handelsübliche, austauschbare Zelle handelt, ist tatsächlich ein besonders willkommenes Merkmal, das bei akkubetriebenen Produkten dieser Art selten zu finden ist.
Anders als die USB-Dongles, für die Thermal Master bekannt geworden ist, setzt die DV2 auf die klassische Bauform eines Handheld-Camcorders. Sie wiegt 512 Gramm und bietet Wetterschutz nach IP54. Material, Passgenauigkeit und Verarbeitung wirken hochwertig und stellen eine Verbesserung gegenüber älteren eigenständigen Modellen wie der T1 dar. Eines der wichtigsten Merkmale ist der ausklappbare 5-Zoll-TFT-Touchscreen. Da sich das Display über ein verstellbares Scharnier ausrichten lässt, ist die Suche in Bäumen oder das Absuchen des Bodens deutlich komfortabler, als ein Smartphone mit ausgestrecktem Arm zu halten.
Allerdings fallen zwei Versäumnisse bei der Hardware auf. Erstens wird die Handschlaufe an einer eingeschraubten Öse befestigt, die sich beim Verdrehen lösen und abfallen kann. Dadurch kann sie im Gelände leicht verloren gehen. Zweitens hat Thermal Master erneut auf eine eigene physische Aufnahmetaste verzichtet. Anders als bei der Thermal Master Thor, die einen intuitiv bedienbaren physischen Auslöser besaß, müssen Nutzer bei der DV2 zum Fotografieren auf ein Symbol auf dem Bildschirm tippen. Beim Verfolgen sich schnell bewegender Wildtiere kann die hektische Suche nach einem Touchscreen-Symbol leicht dazu führen, dass Aufnahmen verpasst werden.
Praxistest im Gelände
Die DV2 verwendet einen VOx-Wärmebildsensor mit 256×192 Pixeln (12 µm Pixelabstand, ≤20 mK NETD) in Kombination mit einem integrierten Prozessor, der die Bilder mittels KI in Echtzeit auf eine Auflösung von 512×384 Pixeln hochskaliert. In der Praxis funktioniert die KI-Hochskalierung gut und verursacht keine spürbare Verzögerung. Sobald der manuelle Fokus eingestellt ist, heben sich Motive deutlich ab und zeigen scharfe Konturen. Dadurch sind die Ergebnisse kaum von denen nativ höher auflösender Sensoren wie beim P4 zu unterscheiden. Neben den üblichen Farbpaletten erweist sich auch die neue spezielle Palette „Green Eye“ im Freien als effektiv. Beim Absuchen von Wäldern oder offenen Feldern lässt die grüne Hervorhebung klar erkennbare Wärmesignaturen vor gedämpften Hintergründen hervortreten und sorgt so für gut definierte Bilder.
Da zum Scharfstellen jedoch der vordere Fokusring gedreht werden muss, lässt sich die DV2 ausschließlich mit beiden Händen bedienen. Den Griff mit einer Hand zu halten und gleichzeitig die Schärfe einzustellen, geht zwar problemlos, eine einhändige Bedienung ist aber nicht möglich. Das gilt insbesondere, weil eine eigene Aufnahmetaste fehlt. Abgesehen von diesen Eigenheiten bei der Aufnahme reicht die Akkulaufzeit problemlos für einen ganzen Tag der Beobachtung im Gelände. Wer das Gerät zwischen den Einsätzen ausschaltet, stellt sicher, dass dies auch tatsächlich der Fall ist. Nutzer sollten allerdings wissen, dass nach einem Kaltstart etwa 30 Sekunden vergehen, bis Wärmebilder angezeigt werden. Spontane Aufnahmen sind daher nur möglich, wenn das Gerät bereits eingeschaltet ist.
Die Übertragung von Aufnahmen ist recht unkompliziert. Bei der Verbindung mit einem Computer über USB Typ-C arbeitet das Gerät wie ein gewöhnlicher Massenspeicher. Drahtlose Übertragungen über die Thermal-Master-App ermöglichen hingegen ein reibungsloses, schnelles Teilen von Aufnahmen direkt im Gelände. Auch die Kopplung mit der App und sämtliche Funktionen liefen problemlos. Die App ist weiterhin im Play Store und im App Store erhältlich, was ebenfalls ein großer Pluspunkt ist.
Schlussfolgerung
Die Thermal Master DV2 ist eine gut konzipierte Wärmebildkamera und ein gelungener Schritt weg von der Abhängigkeit vom Smartphone. Die Kombination aus einem 5-Zoll-Touchscreen und effektiver Hochskalierung liefert klare Wärmebilder, die deutlich über das hinausgehen, was man vom nativen Sensor mit 256×192 Pixeln erwarten würde. Zwar muss die Befestigungsöse der Handschlaufe im Blick behalten werden, und wegen des fehlenden physischen Auslösers ist man auf den Touchscreen angewiesen. Insgesamt stellt das Gesamtpaket jedoch eine deutliche Verbesserung bei eigenständigen Handheld-Wärmebildkameras dar. Für Wildtierbeobachter und Outdoor-Begeisterte, die ein zuverlässiges, eigenständiges Beobachtungsgerät mit guter Akkulaufzeit suchen, ist die DV2 ein leistungsfähiges Bildgebungsgerät.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.

















