Virtual Insanity 2.0: Jamiroquai dreht Musikvideo nochmal – ohne KI, aber mit neuem Boden

Jamiroquai hat sich noch einmal vor die Kamera gestellt, um seinem rund 30 Jahre alten Song Virtual Insanity ein neues Musikvideo zu spendieren – fast. Denn die Version 2.0 ist auch ein Werbevideo, auch wenn man das nicht sofort merkt, zumal der Spot immerhin 2 Minuten lang ist. Aber er lohnt sich.
Denn den Stil aus dem Jahr 1996 hat das Team beibehalten. Auf Social Media hat Beefeater, die Firma, für die der Werbespot erstellt wurde, bereits versprochen, dass es Behind-the-Scenes-Material geben wird und dass der Werbespot ohne KI erstellt wurde. Etwas, was man heute betonen und besonders würdigen muss und in Anbetracht des Songtitels und des Songtextes von vor 30 Jahren durchaus eine interessante Entscheidung ist.
Wie im Urvideo tanzt Jay Kay nämlich auch 2026 durch ein reales Set, das sich scheinbar (im Wortsinne) bewegt. So war das jedenfalls im Jahr 1996. Damals bewegten sich die Wände, was die Illusion eines sich bewegenden Bodens erzeugte. In einer Zeit als MTV noch für Music Television stand, gab es immer wieder solche extrem aufwendigen Musikvideos mit immer wieder neuen Ideen.
Die neue Version, Virtual Insanity 2.0 sozusagen, lässt die Wände aber still. Ein Behind-the-Scenes-Bild gibt es vom Cinematographer Antoine Cormier auf Instagram. Dieses Mal bewegt sich anscheinend tatsächlich der Boden, wie aus diesem Bild und einigen weiteren Informationen hervorgeht, die schon online herumgeistern. Das war sogar die ursprüngliche Idee in den 1990er-Jahren, die aber nicht umgesetzt wurde. Jonathan Glazer, der Macher des ursprünglichen Videos, war für Cormier übrigens auch wegen Virtual Insanity sein Idol, wie Cormier in seinem Instagram-Posting angab.
Wer genau hinschaut, sieht aber, dass die Idee von damals auch in Virtual Insanity 2.0 genutzt wurde. Die ein oder andere Wand bewegt sich nämlich trotzdem. In der Bar-Szene zum Schluss sieht man zudem, dass auch der neue Ansatz einiges an Koordination erfordert. Tipp: Auf die Fußbewegungen der Akteure achten. Auch für Cormier dürfte die Arbeit nicht einfach gewesen sein.
Ein kleines Detail am Rande: Die neue Version wurde im 4:3-Format ausgespielt. In den 1990er-Jahren konsumierten die meisten Menschen ihre Musikvideos nämlich noch vor einem Röhrenfernseher. Die waren in der Regel im 4:3-Format. Im Kinderzimmer des Autors dieser Zeilen stand beispielsweise ein 14-Zoll-Fernseher mit Sonys Triniton-Technik. Betuchtere Haushalte hatten damals vielleicht Rückprojektions-Fernseher oder später sogar energiehungrige Plasma-Fernseher (PDP), die ein paar Jahre nach Jamiroquais Virtual Insanity marktreif wurden. An Konzepte wie Smartphones war seinerzeit noch nicht zu denken. PDAs wie Palms Pilot waren damals Zukunftstechnik, die sich um Jamiroquais Virtual Insanity herum langsam entwickelten.
Wie das Original dürfte auch dieses Video nicht in einem Rutsch gedreht worden sein. Zumindest deutet die Szene mit dem Staubsaugerroboter darauf hin. Umso gespannter darf man auf das BTS-Material sein, das Beefeater noch versprochen hat. Derweil kann man sich das Original-Video noch auf Jamiroquais Youtube-Kanal anschauen, auch wenn das aktuell unlisted ist, also nur über den direkten Link erreichbar ist.
