Notebookcheck Logo

5G auf dem Mond: Konzept setzt auf Solarstrom, 400h Energiereserve und Roboter als Funkrelais

Visualisierung der LUMIS-Solartürme und des FLEX-Mondrovers von Astrolab
ⓘ Astrolab
Astrolabs LUMIS-Konzept verbindet Solarstrom und Kommunikationstechnik. Rover sollen die Infrastruktur an ihre Einsatzorte bringen
Astrolab hat mit LUMIS ein Konzept für ein Strom- und Kommunikationsnetz auf dem Mond vorgestellt. Das Netz soll Solartürme, WLAN und 5G miteinander verbinden und von Robotern aufgebaut werden. Das Unternehmen strebt eine erste Mission im Jahr 2028 an. Zunächst sind Stationen mit jeweils 2 kW Leistung vorgesehen, später sollen größere Anlagen folgen.

Schon auf der Erde kann schlechter Mobilfunkempfang frustrierend sein. Auf dem Mond ist eine zuverlässige Verbindung technisch ungleich schwieriger. Das US-Raumfahrtunternehmen Astrolab hat LUMIS (Lunar Utility Module for Industrial Services) vorgestellt. Das geplante Netz aus solarbetriebenen Stationen soll Geräte auf der Mondoberfläche mit Strom versorgen und ihnen WLAN, 5G und Rechenleistung bereitstellen.

In seiner Ankündigung vom 4. November hat Astrolab erste Demonstrationsstationen mit 2 kW Leistung in Aussicht gestellt. Spätere Ausführungen könnten jeweils 20 kW liefern. Für mehrere miteinander verbundene Anlagen rechnet das Unternehmen mit einer Gesamtleistung von mehr als 100 kW.

Warum die Solartürme versetzbar sein sollen

Die Stationen sollen sich unabhängig davon aufstellen lassen, wo ein Raumfahrzeug landet. Astrolab will sie mit seinen FLEX-Rovern (Flexible Logistics and Exploration) an Standorte mit mehr Sonnenlicht und besserer Funkabdeckung bringen.

Nahe dem Südpol des Mondes kann ein Standortwechsel um nur 50 Meter bedeuten, dass eine Anlage mehrere hundert Stunden länger im Dunkeln liegt. Auch die Sicht auf die Erde kann sich dadurch von nahezu durchgehend auf etwa die Hälfte der Zeit verkürzen. Über Relaisverbindungen von mehr als 100 Kilometern Länge will Astrolab Gebiete ohne direkte Funkverbindung zur Erde anbinden.

Die Stationen sollen senkrecht angeordnete Solarmodule, Akkus, Antennen und eigene Rechner erhalten. Laut Astrolab könnten sie mit ihren Energiereserven mehr als 400 Stunden in Betrieb bleiben und dabei weiterhin externe Geräte versorgen.

Astrolabs FLEX-Mondrover in der Dreiviertelansicht. Zu sehen sind die Räder, die Radaufhängung und die Plattform für die Ausrüstung
ⓘ Astrolab
Astrolab will seine FLEX-Rover als Transportroboter einsetzen, um LUMIS-Stationen an Standorte mit mehr Sonnenlicht und besserer Funkabdeckung zu bringen

Vom Modell zum Einsatz auf dem Mond

Astrolab will am 7. und 8. November bei der Veranstaltung Max Power im Kennedy Space Center Modelle in Originalgröße zeigen. Sie sollen veranschaulichen, wie das geplante Netz auf dem Mond aussehen könnte.

Langfristig plant Astrolab mehr als einzelne Stromstationen. Das Konzept namens Lunar Operating System (Lunar OS) sieht ein gemeinsames Netz vor, das künftige Mondmissionen mit Strom versorgt und ihnen die Kommunikation ermöglicht. Damit müsste nicht jede Mission ihre gesamte Infrastruktur selbst mitbringen. Astrolab will LUMIS 2028 erstmals auf dem Mond einsetzen. Dafür ist eine kommerzielle FLEX-Mission mit dem Starship von SpaceX vorgesehen.

So könnte ein Rover die Mondoberfläche noch kilometerweit von seiner Landestelle entfernt erkunden. Solarbetriebene Stationen könnten dort die Funkverbindung aufrechterhalten und seine Ausrüstung mit Strom versorgen. Künftige Missionen könnten so auf ein vorhandenes Netz zurückgreifen, statt die gesamte Infrastruktur mitzuführen.

Bislang sind das geplante Funktionen. Wie leistungsfähig das Netz auf dem Mond wäre, ist noch offen. Sollte Astrolab seine Pläne umsetzen, könnte für künftige Mondmissionen eine Art Mobilfunkbetreiber ebenso wichtig werden wie ein weiterer Rover.

Google LogoAls bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Mail Logo
Could not open connection to Notebookchat
static version load dynamic
> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-11 > 5G auf dem Mond: Konzept setzt auf Solarstrom, 400h Energiereserve und Roboter als Funkrelais
Autor: Louise Burke,  7.11.2026 (Update:  7.11.2026)