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Alphacool Eisbaer Aurora 360 - die modulare AIO bekommt ein Digital-RGB-LED-Upgrade

Ein Eisbaer mit RGB-Beleuchtung! Alphacool bietet schon seit vielen Jahren diverse Kühlkomponenten für Wasserkühlungen an. Sowohl Custom-Wasserkühlungen als auch AiO-Systeme zählen zu dem breiten Produktportfolio. Mit der Eisbaer-Serie kombiniert der Hersteller die Vorteile beider Systeme. Zudem bietet das neueste Modell der Aurora-Serie eine schicke RGB-Beleuchtung und eine verbesserte Pumpe. Wie das Modell mit dem 360-Millimeter-Radiator abschneidet, erfahren Sie in diesem Review.
Sebastian Bade, Andrea Grüblinger,

Alphacool ist schon seit Jahren ein Begriff, wenn es um das Thema Wasserkühlung im PC-Bereich geht. Schon vor kurzem durften wir die Alphacool Eisbaer 280 AiO einem Test unterziehen. Es fehlte aber an RGB und somit schickt der Hersteller nun ein auf den ersten Blick optisch aufgewertetes Produkt ins Rennen. Tatsächlich überwiegen die optischen Veränderungen, denn die AGB-Pumpen-Kombination (AGB = Ausgleichsbehälter) ist mit einer RGB-Beleuchtung ausgestattet, welche sich auch bei den mitgelieferten 120-Millimeter-Lüftern wiederfindet. Dadurch verschwindet die AiO nicht einfach im PC-Gehäuse, sondern lässt sich dank der adressierbaren LEDs durchaus als optisches Highlight im PC platzieren.

Auch die Leistung der Alphacool Eisbaer Aurora 360 AiO wurde etwas verbessert. Alphacool selbst spricht hier von einem 10 prozentigen Zuwachs der Pumpenleistung. Zudem soll die Pumpe trotzdem leiser agieren als das ältere Modell. Die Verschlauchung wurde ebenfalls erneuert und basiert nun auf der Alphacool-TVP-Serie. Gleiches gilt auch für die verwendeten Fittinge und die Schnellverschlüsse, welche die AiO zu einem modularen System werden lassen. Dabei sind die alten Schnellverschlüsse mit der neuen Version kompatibel.

Derzeit bietet Alphacool die Eisbaer-Aurora-Serie in zwei verschiedenen Größen an. Die kleinere Variante mit dem 240-Millimeter-Radiator kostet 125 Euro und die von uns getestete Version mit dem 360-Millimeter-Radiator gibt es derzeit für 145 Euro im Handel. Später sollen auch noch die 280-Millimeter und 420-Millimeter-Modelle folgen. Preise gibt es für diese beiden allerdings bislang nicht.

Alphacool Eisbaer Aurora 240 mm (Quelle: Alphacool)
Alphacool Eisbaer Aurora 240 mm (Quelle: Alphacool)
Alphacool Eisbaer Aurora 360 mm (Quelle: Alphacool)
Alphacool Eisbaer Aurora 360 mm (Quelle: Alphacool)

Unser Testsystem mit dem AMD Ryzen 9 3900X

Als Testsystem dient unsere aktuelle AMD-Plattform auf Basis des MSI MEG X570 Godlike. Der Prozessor (AMD Ryzen 9 3900X) bietet eine sehr hohe CPU-Leistung und benötigt unter Last bis zu 165 Watt. Aufgrund der 7-nm-Fertigung ist die entstehende Wärme sehr punktuell, weshalb es hierbei auf eine sehr schnelle Wärmeableitung ankommt. Als Besonderheit ist bei den neuen Ryzen-Prozessoren der Zen-2-Serie das Chiplet-Design zu nennen, denn anders als zuvor trennt AMD die CPU-Kerne vom IO-Die. Im speziellen Fall heißt das, die CPU-Dies befinden sich nicht zentral unter dem Heatspreader, was für alle bereits vorhandenen Kühllösungen unter Umständen ein Nachteil sein kann.

Ein großer Dank geht an dieser Stelle an AMD für die Bereitstellung der Testplattform.

AMD Ryzen 9 3900X
MSI MEG X570 Godlike
G-Skill Trident Z Royal gold DDR4-3600

Für die folgenden Benchmarks und Tests nutzen wir folgendes System:

  • Corsair Carbide Air 540 ATX Cube
  • AMD Ryzen 9 3900X
  • Nvidia Titan RTX
  • MSI MEG X570 Godlike (BIOS 1.20, Default Settings, XMP 1 für DDR4-3600 CL16)
  • Corsair-RM-1000X-Netzteil
  • G-Skill Trident Z Royal gold DDR4-3600 Speicherkit 2 x 8 GB, eingestellt auf DDR4-3600 CL16-16-16-36
  • Corsair MP600 2 TB M.2 PCIe-4.0-SSD
  • Crucial MX500 2 TB (nur für Spiele)
  • Western Digital PC SN720 NVMe SSD 512 GB (nur für Spiele)
  • Microsoft Windows 10 Professional 64-Bit (Version 1909)
Alphacool Eisbaer Aurora 360
Alphacool Eisbaer Aurora 360
Alphacool Eisbaer Aurora 360
Alphacool Eisbaer Aurora 360
Alphacool Eisbaer Aurora 360
Alphacool Eisbaer Aurora 360
Alphacool Eisbaer Aurora 360
Alphacool Eisbaer Aurora 360
Alphacool Eisbaer Aurora 360
Alphacool Eisbaer Aurora 360
Alphacool Eisbaer Aurora 360
Alphacool Eisbaer Aurora 360
Alphacool Eisbaer Aurora 360
Alphacool Eisbaer Aurora 360
Alphacool Eisbaer Aurora 360
Alphacool Eisbaer Aurora 360
Alphacool Eisbaer Aurora 360
Alphacool Eisbaer Aurora 360
Alphacool Eisbaer Aurora 360
Alphacool Eisbaer Aurora 360
Alphacool Eisbaer Aurora 360
Alphacool Eisbaer Aurora 360

Montage auf unserem Testsystem

Für die Montage auf dem Mainboard deckt der Hersteller alle gängigen Varianten ab. Bei unserem Testsystem auf AM4-Basis gab es keine Probleme bei der Befestigung. Ohne Werkzeug lässt sich der Ausgleichsbehälter, welcher auch gleichzeitig die Pumpe beinhaltet, montieren. Die drei mitgelieferten 120-Millimeter-Lüfter müssen wie der Ausgleichsbehälter noch mit dem RGB-Header des Mainboards verbunden werden, um das Farbenspiel genießen zu können.

Testergebnisse im Detail

Für den Vergleich in diesem Review haben wir die Alphacool Eisbaer Aurora 360 gegen den AMD-Boxed-Kühler (Wraith Prisim) und zwei weitere AiOs antreten lassen. Die AiOs von be quiet! (Silent Loop 280) und Alphacool (Eisbaer 280) sind jedoch mit einem etwas kleinerem Radiator ausgestattet.

Beim durchgeführten Lasttest, für den wir Prime95 (v28.10) für mindestens 30 Minuten nutzen, erwärmte sich der AMD Ryzen 9 3900X mit unserem Testmuster auf nur 73,9 °C. Das ist minimal weniger als im Vergleich zur Alphacool Eisbaer 280. Gleichzeitig taktete die CPU durchschnittlich aber deutlich höher. Hier zeigt sich nun doch der Vorteil der neuen AiO von Alphacool.

Die Pumpenleistung und auch die Lüfterdrehzahl haben wir für diesen Test auf maximale Leistung gestellt. Verringert man die Leistung der Pumpe auf 25 Prozent und die der Lüfter auf 50 Prozent, so taktet der AMD Ryzen 9 3900X immer noch ähnlich hoch. Bei der CPU-Temperatur verzeichnen wir dann aber einen deutlichen Anstieg auf 82,1 °C. Für einen Lasttest, bei dem der Prozessor bis zu 165 Watt benötigt, kann sich das Ergebnis durchaus sehen lassen. Allerdings würden wir nicht empfehlen die Lüfter dauerhaft bei voller Leistung zu betreiben. Diese sind dann doch deutlich hörbar. Mit verringerter Lüfterdrehzahl kehrt dann auch Ruhe ein. Positiv zu erwähnen ist die sehr leise Pumpe, welche selbst bei voller Leistung kaum zu hören ist.

Wer eine leise Kühlung für sein System sucht, kann bedenkenlos zur Alphacool Eisbaer Auror 360 greifen und dank der integrierten RGB-Beleuchtung wird auch optisch einiges geboten. Das Zusammenspiel mit unserem MSI-Mainboard funktionierte tadellos. Viele verschiedene Effekte lassen sich dank MSI Mystic Light einstellen.

Lasttest mit dem Wraith Prism
Lasttest mit dem Wraith Prism
Lasttest mit der be quiet! Silent Loop 280
Lasttest mit der be quiet! Silent Loop 280
Lasttest mit der Alphacool Eisbaer 280
Lasttest mit der Alphacool Eisbaer 280
Lasttest mit der Alphacool Eisbaer Aurora 360 (maximale Leistung Pumpe und Lüfter)
Lasttest mit der Alphacool Eisbaer Aurora 360 (maximale Leistung Pumpe und Lüfter)
Lasttest mit der Alphacool Eisbaer Aurora 360 (minimale Leistung Pumpe und Lüfter)
Lasttest mit der Alphacool Eisbaer Aurora 360 (minimale Leistung Pumpe und Lüfter)
 
Temperatures - CPU Temperature Prime95
Wraith Prism
80.3 °C ∼100% +9%
be quiet! Silent Loop 280mm
78.9 °C ∼98% +7%
Alphacool Eisbaer 280
74 °C ∼92% 0%
Alphacool Eisbaer Aurora 360
73.9 °C ∼92%
Clock Speed - CPU Clock Speed Prime95
Alphacool Eisbaer Aurora 360
4160 MHz ∼100%
Alphacool Eisbaer 280
4070 MHz ∼98% -2%
be quiet! Silent Loop 280mm
4037 MHz ∼97% -3%
Wraith Prism
3986 MHz ∼96% -4%

Legende

 
Alphacool Eisbaer Aurora 360 AMD Ryzen 9 3900X, NVIDIA Titan RTX,
 
be quiet! Silent Loop 280mm AMD Ryzen 9 3900X, NVIDIA Titan RTX,
 
Alphacool Eisbaer 280 AMD Ryzen 9 3900X, NVIDIA Titan RTX,
 
Wraith Prism AMD Ryzen 9 3900X, NVIDIA Titan RTX,

Pro

+ hervorragende Kühlleistung dank Vollkupfer-Radiator
+ schicke RGB-Beleuchtung
+ leise unter Last
+ modularer Aufbau - dadurch vielseitig erweiterbar
+ für alle gängigen CPU-Sockel geeignet

Contra

- keine Kühlflüssigkeit zum Nachfüllen im Lieferumfang

Fazit - Ein gutes Produkt weiter verbessert

Alphacool Eisbaer Aurora 360 zur Verfügung gestellt von Alphacool
Alphacool Eisbaer Aurora 360 zur Verfügung gestellt von Alphacool

Die neue Aurora-Serie von Alphacool greift alle Vorteile der Vorgängerserie auf und bietet stattdessen noch etwas mehr. Eine höhere Pumpenleistung bei geringerer Geräuschbelastung sind die technischen Neuerungen, welche nicht gleich offensichtlich sind. Optisch geht Alphacool mit dem Trend und verpasst der Aura-Serie eine schicke RGB-Beleuchtung. Diese lässt sich dank der digital adressierbaren LEDs individuell anpassen.

Das modulare Konzept der Erweiterbarkeit ist auch weiterhin gegeben. Auch wenn das neue Produkt mit neuen, optisch schickeren Schläuchen ausgestattet ist, bleibt die Kompatibilität zu den bereits erhältlichen Produkten gewahrt. Die vorbefüllte Kompaktwasserkühlung ist schnell montiert und konnte im Test beste Werte erzielen. Den Vergleich mit dem Wraith Prism, welcher dem AMD Ryzen 9 3900X beiliegt, gewinnt die AiO eindeutig.

Die Alphacool Eisbaer Aurora 360 AiO bietet eine sehr gute Kühlleistung und ist für aktuelle High-End-Prozessoren geeignet.

Für knapp 145 Euro wechselt das Produkt gegenwärtig den Besitzer. Das ist deutlich mehr als leistungsstarke Luftkühler von Drittherstellern. Der große Vorteil der AiO von Alphacool liegt aber bei den verwendeten Komponenten, welche auch in einer Custom-Wasserkühlung zu finden sind. Ebenso ist die Erweiterbarkeit dank des Schnellverschlusses ein Kaufargument, welches nicht von der Hand zu weisen ist.

Wer aktuell einen AMD Ryzen 9 in seinem System beheimatet ist mit dieser Kühlung sehr gut bedient. AMD weist selbst darauf hin, dass für den Ryzen 9 3950X eine Flüssigkeitskühlung mit einem 280-Millimeter-Radiator verwendet werden sollte.

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Autor: Sebastian Bade, 30.01.2020 (Update: 30.01.2020)
Sebastian Bade
Sebastian Bade - Editor
Schon von klein auf interessierte ich mich für Technik und konnte dann auch den Wunschberuf „IT-Systemelektroniker“ erlernen. Im Anschluss begann meine 12-jährige Bundeswehrzeit, in der ich sehr viel dazugelernt habe und mein Wissen ständig auf dem neuesten Stand der Technik gehalten habe. Da ich dieses gerne teilen möchte, bietet Notebookcheck eine sehr gute Möglichkeit, dieses der breiten Masse anzubieten. Des Weiteren beschäftige ich mich viel mit Wasserkühlungen und Netzwerksicherheit.