Apple Music vs. Spotify: Der Vorsprung war nie deutlicher

Die Debatte über bestimmte Tech-Themen wird niemals enden. Dafür gibt es unzählige Beispiele: Android gegen iOS, Team Rot gegen Team Grün, Azure gegen AWS und so weiter. Eines dieser Themen ist das Musik-Streaming. In diesem Bereich gibt es zwei große US-Player (lassen wir YouTube Music mal kurz beiseite), aber mit der Veröffentlichung von iOS 26.4 kann ich erfreut feststellen, dass die Diskussion für mich endlich ein Ende gefunden hat.
Nur zur Einordnung: Ich war wesentlich länger bei Spotify als bei Apple Music, aber die Wahl fiel mir immer schwer. Ich blieb bei Spotify wegen seiner Benutzeroberfläche und der Chance, meinen nächsten Lieblingssong zu finden, während mich der verlustfreie Klang zu Apple Music zog. Im Jahr 2026 existiert dieser Kompromiss meiner Meinung nach nicht mehr. Apple hat die „Entdeckungslücke” endlich geschlossen. Wenn man das Gesamtpaket – Technik, Preis und Ethik – betrachtet, ist Spotify nicht mehr unschlagbar.


Lange Zeit war Spotifys „Mix der Woche“ (Discover Weekly) sein stärkster Punkt. Doch mit iOS 26.4 hat Apple „Playlist Playground“ eingeführt. Obwohl ich es selbst noch nicht nutzen konnte (es ist aktuell nur in den USA verfügbar), scheint das Spielfeld nun ausgeglichener denn je.
Im Gegensatz zu Spotify nutzt „Playlist Playground“ die On-Device-Intelligenz, um eine einfache Texteingabe wie etwa „eine Synth-lastige Playlist mit melancholischen Songs“ in eine Liste mit 25 Titeln zu verwandeln. Das Verfahren ist präzise, schnell und gibt mir hoffentlich die Kontrolle über meine „Kuratierung“ zurück, die früher das Exklusivgebiet von Spotify war.
Während bei der Kuratierung nun relativer Gleichstand herrscht, ist die Audioqualität ein haushoher Sieg für Apple. Zwar hat Spotify Ende 2025 endlich seine Lossless-Stufe eingeführt, aber das fühlt sich an wie „zu wenig, zu spät“. Das verlustfreie Format von Spotify erreicht maximal 24 Bit/44,1 kHz, während Apples „Hi-Res Lossless“ bis zu 24 Bit/192 kHz geht (ich bleibe bei Ersterem, da ich noch nicht das passende Equipment habe).
Dann ist da noch Dolby Atmos Spatial Audio. Auch wenn ich es persönlich meistens ausschalte, ist es ein nettes Feature. Spotify hat immersives Audio immer noch nicht im Griff und für alle, denen der Klang wichtig ist, ist das ein K.-o.-Kriterium. Da Spotify Lossless zudem in Indien (Stand März) immer noch nicht verfügbar ist, war die Entscheidung für mich einfach.


Früher war der Preis gleich, aber durch Spotifys jüngste Erhöhungen hat sich das geändert. So kostet das Spotify-Premium-Einzelabo in den USA seit Anfang 2026 $12,99. Apple Music bleibt mit $10,99 hingegen stabil – und das inklusive „Apple Music Classical“ sowie High-Res-Audio ohne Aufpreis.
Wenn man bereits im Apple-Ökosystem ist, lässt das „Apple One“-Bundle (mit TV+, Arcade und 50 GB iCloud-Speicher) den Musikdienst fast wie einen kostenlosen Bonus wirken. Optisch ist es für mich – wahrscheinlich, weil ich iOS nutze – gar kein Wettbewerb.
Spotify sieht auf beiden Betriebssystemen fast gleich aus, Apple Music auf Android unterscheidet sich jedoch stark von der iOS-Version. Apples neue Benutzeroberfläche ist atemberaubend mit ganzseitigen Artworks, die den gesamten Bildschirm passend zur Stimmung des Albums einfärben. Spotify hingegen setzt aus irgendeinem Grund auf einen vertikalen Feed im TikTok-Stil.
Der Home-Feed fühlt sich für mich eher nach Social Media an, was Sinn ergibt, wenn man bedenkt, wie viel Wert das Unternehmen darauf legt. Außerdem bietet Apple Music eine integrierte Karaoke-Funktion, die meist tadellos funktioniert. Der Songtext-Tab von Spotify kommt da nicht wirklich heran.


Den letzten Ausschlag gab für mich jedoch der Umgang mit den Menschen, welche die Musik machen. Apple Music zahlt mit $0,01 pro Stream fast das Doppelte bis Dreifache der mittleren Rate von Spotify ($0,003 – $0,005). Da Apple Music ein reiner Premium-Dienst ist, werden keine Tantiemen abgezweigt, um eine „kostenlose“, werbefinanzierte Stufe zu finanzieren.
Zudem hat Spotify generative KI für Dinge wie „Daylists“ und „Wrapped 2024“ genutzt, was bei den Fans damals nicht gut ankam. Natürlich ist keiner der beiden Giganten ein Heiliger. Spotify kämpft immer noch mit den Folgen seines „Podcast-First“-Ansatzes: Das Unternehmen sieht sich regelmäßig Protesten wegen Desinformationen auf Plattformen wie der „Joe Rogan Experience“ gegenüber.
Apple wiederum steht unter der Lupe der globalen Regulierungsbehörden. So musste das Unternehmen kürzlich eine Strafe von 1,8 Milliarden Euro wegen „Anti-Steering“-Praktiken hinnehmen, durch die Konkurrenten wie Spotify angeblich benachteiligt wurden. Wenn man sich jedoch heute die App auf dem Handy ansieht, sollte die Wahl klar sein.
Apple Music bietet einen besseren Sound, ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis und dank „Playlist Playground“ sowie „Konzerten in deiner Nähe“ eine bessere Entdeckungsfunktion als je zuvor. Wenn du nur aus Gewohnheit bei Spotify bleibst und schon länger über einen Wechsel nachdenkst, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um loszulassen. Apple Music macht es zudem sehr einfach, Alben und Playlists von Spotify zu übertragen.
Quelle(n)
Eigene








