
Asus ROG Azoth 96 HE: Premium-Tastatur im Praxis-Test
Die mit dem Display.
Die Asus ROG Azoth 96 HE kombiniert ein kompaktes 96-Prozent-Layout mit OLED-Display, Multifunktions-Drehregler und hochpräzisen, einstellbaren Switches – ideal für anspruchsvolle Gamer und Vielschreiber. Im Test klären wir, wie sich die Premium-Tastatur im Alltag schlägt, wo die Gear-Link-Software noch schwächelt und ob sich der hohe Preis lohnt.Silvio Werner Veröffentlicht am
Spitzen-Tastatur mit leichten Software-Mängeln
Mit der ROG Azoth 96 HE hat Asus eine sehr überzeugende Tastatur im Angebot. Diese bietet trotz der kompakten Abmessungen nicht nur ein fast vollständiges Layout, sondern auch ein OLED und einen speziellen Drehregler. Das Tippgefühl ist sehr angenehm und erlaubt die zuverlässige und auf Wunsch sehr sensitive Erfassung von Eingaben. Der kleine Bildschirm und der Drehregler bieten einen echten Mehrwert. Die Verwaltung über die Gear Link-Software ist einfach und übersichtlich möglich und es werden viele Möglichkeiten zur Konfiguration unterstützt. Die grundsätzlich gute Handballenauflage lässt sich leider nicht befestigen und die Software bietet bisher nicht alle Funktionen, was den sehr positiven Gesamteindruck etwas schmälert. Bei den fehlenden Funktionen ist dabei insbesondere für Gamer die fehlende Möglichkeit zur Zuweisung von Makros hochsignifikant. Vornehmlich für Videospieler mit größerem Geldbeutel und hohen Ansprüchen auch an die Verarbeitungsqualität ist die ROG Azoth 96 HE definitiv einen Blick wert.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Die ROG Azoth 96 HE ist bereits seit November gelistet und seit Dezember auch erhältlich. Im Preisvergleich wird die Tastatur derzeit für einen Preis von mindestens 361 Euro geführt.
Asus bietet mit der Asus ROG Azoth 96 HE eine Tastatur voller moderner Features und mit einem fast vollständig Layout, gleichzeitig aber doch bemerkenswert kleinen Abmessungen an. Ob das Konzept aufgeht, klären wir in diesem Test.
Datenblatt
| Formfaktor und Größe | 96 %, 382 x 136 x 42 Millimeter |
| Switches | ROG HFX V2 Magnetic Switch |
| Material | Aluminium und Kunststoff |
| Verbindungsarten | USB Typ C, 2,4 GHz, Bluetooth |
| Maximale Abtastrate | 8.000 Hz |
| Tastenkappen | DoubleShot Keycaps |
| Display | 1,47 Zoll OLED-Bildschirm |
| Zusätzliche Eingabegeräte | Drehknopf |
| Software | insb. Gear Link (webbasiert) |
| Lieferumfang | Tastatur, einige zusätzliche Taster, Wireless-Adapter, Typ C-Kabel, Typ A- zu Typ A-Adapter, Anleitung, Handballenauflage |
Vollständiger Lieferumfang und sinnvolles Layout
Die Asus ROG Azoth 96 HE kommt neben der eigentlichen Tastatur mit einer Handballenauflage, einem USB Typ C-Kabel, einem USB-Adapter, einer Verlängerung für den USB-Empfänger, einer Steuerungs-Tastenkappe zur Ersetzung der Copilot-Kappe und drei transparenten, zusätzlichen Tastenkappen im ROG-Layout. Zusätzlich gibt es noch Werkzeuge für die Entnahme der Kappen und der Switches - diese beiden Werkzeuge lassen sich ineinander klemmen. Die Inbetriebnahme ist denkbar einfach und kann über USB, Bluetooth oder mit dem ebenfalls mitgelieferten Wireless-Empfänger erfolgen, der beim Nichtgebrauch in der Tastatur seinen Platz findet. Die Installation einer Software ist nicht erforderlich, selbst wenn umfangreiche Konfigurationen vorgenommen werden sollen - doch dazu später mehr.
Die Zahl in der Produktbezeichnung beschreibt das Layout: Es handelt sich um eine 96-Prozent-Tastatur. Dementsprechend bringt diese nicht alle typischen Tasten mit, so ist der Sechserblock dem Rotstift zum Opfer gefallen. Im Vergleich zu einer Standardtastatur ist die rechte Shift-Taste kleiner als gewöhnlich. Dadurch rutschen die Pfeiltasten quasi in den Hauptblock. Die Standardbelegung der Tasten für Drucken wurde zweckmäßigerweise angepasst - die Belegung der Tasten ist aber grundsätzlich frei, auch zu diesen Funktionen gehen wir später noch einmal ein. Der Ziffernblock ist komplett vorhanden, die Taste 0 ist verkürzt, was eben auch den Abstand zwischen Ziffernblock und Hauptblock verringert. Dadurch ist die Asus ROG Azoth 96 HE ohne wirkliche Funktionseinschränkungen mit 382 x 136 Millimetern sehr kompakt, die Handballenauflage bringt noch einmal rund 90 Millimeter hinzu.
Bei der Handballenauflage sind wir nicht zu 100 Prozent überzeugt: So besteht diese aus robustem und grundsätzlich komfortablem Gummi und verrutscht im Regelfall auch nicht. Allerdings können sowohl die Handballenauflage als auch die Tastatur selbst etwa auf einem großformatigen Mauspad durchaus etwas rutschen, die Handballenauflage kann aber eben nicht an der Tastatur fixiert werden. Einen zweiten und wohlgemerkt eher kleinen Kritikpunkt haben wir in puncto Lieferumfang gleich noch: Eine echte, auch gerne günstiger ausgeführte Tasche zum Transport zur nächsten LAN-Party liegt abgesehen von einer Art Stoffbeutel nicht bei, was bei einem Preis von wohlgemerkt 400 Euro durchaus eine nette Beigabe wäre.
OLED und Drehregler bieten Mehrwert
Verbaut sind ein 1,47 Zoll großes OLED-Display mit Touchscreen-Funktion und eine multifunktionale Bedieneinheit an der rechten Seite. Mit der Bedieneinheit lässt sich nach oben und unten navigieren, zudem gibt es sowohl einen Knopf an der Seite als auch einen auf dem Drehregler. Vereinfacht gesagt lässt sich mit dem Wischen über den Touchscreen durch verschiedene Ansichten schalten, mit der Bedieneinheit kann etwa die Lautstärke justiert und die Medienwiedergabe gestoppt werden. Im Test hat sich das Display durchaus als sinnvoll erwiesen und kann den Rückgriff auf die Software ersparen. Nutzer müssen sich allerdings darüber im Klaren sein, dass der OLED fixiert und nicht etwa anwickelbar ist. Soll beispielsweise zwischen Medien- und Lautstärkesteuerung schnell gewechselt werden, sind zusätzliche Klicks erforderlich. Wir hätten uns vielleicht noch einen zweiten, kleinen Drehregler an der Seite gewünscht - andere ROG-Tastaturen wie beispielsweise die ROG Falchion Ace 75 HE bieten solche, zusätzliche Eingabegeräte, aber dann eben nicht den speziellen Drehregler.
Die Software ist stark, ist aber noch nicht vollständig
Die Verwaltung und Konfiguration der Asus ROG Azoth 96 HE erfolgt über Gear Link und damit über ein recht übersichtliches Web-Interface. Die Installation einer zusätzlichen App (Gear Link Companion) ist nicht erforderlich, erlaubt aber die Nutzung einiger zusätzlicher Funktionen. Es ergeben sich umfangreiche Möglichkeiten, so lassen sich erst einmal auch verschiedene Profile anlegen. Fast allen Tasten lassen sich andere Funktionen zuweisen, zudem werden unterschiedliche Funktionen für das Tippen und das Gedrückthalten unterstützt. Zudem können abhängig von der Eindrücktiefe ebenfalls verschiedene Funktionen ausgelöst werden. Mit den FN-Tasten lassen sich unter anderem Multimediafunktionen zuweisen. Gear Link unterstützt für jede einzelne Taste die Definition eines individuellen Auslösewegs.
Gear Link funktioniert gut, stabil und bietet grundsätzlich viele Funktionen, ist allerdings gleichzeitig unser größter Kritikpunkt - zumindest aktuell. So gibt es zwar einen Makro-Editor, allerdings sollen Makros erst mit einer kommenden Gear Link-Version bei der Asus ROG Azoth 96 HE auch zugewiesen werden können - immerhin noch im ersten Quartal 2026. Mit Drittanbieter-Software lassen sich Makros natürlich schon jetzt aufnehmen, bei einem Premium-Produkt muss eine solche Funktion aber beim Marktstart vorhanden sein. Zudem gibt es noch eine zweite, kleinere Einschränkung: Das Starten von beliebigen Programmen ist aktuell bisher nicht möglich, diese Funktion soll erst in der zweiten Jahreshälfte implementiert werden. Unsere Übergangslösung stellt aktuell und in Ermangelung der Möglichkeit zur Zuweisung die Nutzung des gut funktionierenden On-the-fly-Makroeditors dar, in welchem der Ausführungen-Dialog (WIN+R) und dann der Speicherort der ausführbaren Datei eingegeben wird. Dadurch ist die Geschwindigkeit natürlich durch die individuelle Eingabegeschwindigkeit beim Erstellen des Makros limitiert. Nutzern sollte zudem bewusst sein, dass es sich bei Gear Link um eine Weboberfläche handelt, welche Asus zufolge nur offline nutzbar ist, wenn die Geräte-Übersicht mit bestehender Internetverbindung geöffnet wurde und die Internetseite geöffnet bleibt.
Präzise Eingaben und gutes Tippgefühl
Bei der Nutzung sowohl im Alltag und bei produktiven Anwendungen als auch beim Gaming schlägt sich die ROG Azoth 96 HE hervorragend. Wir empfehlen explizit, sich für die Einstellung der optimalen Aktivierungstiefe einmal ein wenig Zeit zu nehmen - dass diese einstellbar ist, stellt eben im Vergleich zu einer klassischen Tastatur einen enormen Vorteil dar und ermöglicht es in der Praxis, den besten Punkt zwischen schneller Auslösung und Verhinderung von Fehleingaben zu finden. Der Betätigungsbereich kann in Schritten von 0,01 Millimetern und in einem Bereich von 0,1 bis 3,5 Millimetern justiert werden.
Das Tippgefühl der linearen ROG HFX V2-Taster ist tendenziell eher weich, allerdings ohne, dass die Präzision negativ beeinträchtigt wird. Das Dämpfungssystem im Auslieferungszustand (zwei Poron-Bodenplatten können entfernt werden) arbeitet gründlich, so hält sich die bei mechanischen Tastaturen bisweilen doch deutliche Lärmbelästigung in Grenzen. Wie von einer eher hochpreisigen Tastatur zu erwarten kommt es auch nicht zum Singen, also dem Auftreten metallisch klingender Störgeräusche. Beim kompletten Durchdrücken ergibt sich ein knackiger, aber nicht störender Sound. Neben dem relativ aufwendigen Dämpfungssystem dürfte natürlich auch die reine Masse der Tastatur (rund 1.400 Gramm) der Lautstärke zuträglich sein.
Wir haben die Tastatur vorrangig ohne die in zwei Stufen justierbare Erhöhung genutzt, welche den Winkel entsprechend erhöht. Trotz der großen Bauhöhe von knapp über drei Zentimetern ergibt sich dank der Handballenauflage trotzdem eine ergonomische Nutzung. Durch das weichere Tippgefühl und die Möglichkeit zur Konfiguration eines flachen Aktivierungspunktes lässt sich lange und (relativ) ermüdungsfrei mit der ROG Azoth 96 HE arbeiten. Die Nutzung von Metall als Material sorgt für eine hohe Stabilität, etwa ein Durchbiegen der Tastatur findet erwartungsgemäß nicht statt.
Ganz offen müssen wir an dieser Stelle gleichwohl gestehen: Die Abtastrate von 8.000 Hz beziehungsweise eher den Unterschied zu einer geringeren Abtastrate haben wir in der Praxis schlicht nicht bemerkt. Die Übermittlung von Signalen erfolgte sowohl kabelgebunden als auch über die 2,4-GHz- und Bluetooth-Verbindung jederzeit völlig problemlos. In schnelleren Shootern haben wir insbesondere die Speed Tap-Funktion gerne genutzt, mit welcher sich die letzte Eingabe priorisieren lässt. Dementsprechend verzeiht es die Tastatur, wenn man beim Strafing etwas unsauber den Finger auf der entgegengesetzten Richtungstaste liegen lässt. Die Akkulaufzeit haben wir nicht vermessen, allerdings können wir eine mehr oder weniger fundierte Abschätzung vornehmen: Im Standard-Modus mit 8K-Polling-Rate und Nutzung der 2,4-GHz-Verbindung nur auf den aktiven Tasten konnten wir mit einer Tastaturbeleuchtung mit einer Helligkeit von 50 Prozent weit über 20 Stunden arbeiten, bis die Tastatur die 80-Prozent-Marke unterschritten hat.


Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller oder einem Shop zu Testzwecken leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Leihstellers auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.























