
Asus ROG Raikiri II: Gaming-Controller mit TMR und zusätzlichen Möglichkeiten im Test
Das klickt!
Asus hat mit dem ROG Raikiri II ein neuen und sehr gut ausgestatteten Controller im Angebot. Das Modell nutzt nicht nur eine moderne Sensorik für die Analogsticks, sondern auch Mikrotaster für ein besonders knackiges Feedback auch bei schnellen Eingaben.Silvio Werner Veröffentlicht am
Starkes Gesamtpaket zum Premium-Preis
Der ROG Raikiri II (Xbox) ist ein sehr kompetenter Controller. Auf der Haben-Seite ist definitiv die zuverlässige Registrierung von Bewegungseinheiten zu verbuchen. Zudem ist die exzessive Nutzung von Mikrotastern insbesondere für ambitionierte Videospieler als sehr positiv zu werten - wenn Nutzer denn mit der Geräuschkulisse klarkommen. Der Funktionsumfang ist dem Preis ebenso angemessen wie die Verbindungsmöglichkeiten. Die Gear Link-Weboberface bietet zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten auch für die zusätzlichen Eingabemöglichkeiten. Der größte Kritikpunkt stellt dabei faktisch schon der hohe Preis dar, so ist der ROG Raikiri II Xbox aktuell sogar noch teurer als der Xbox Elite Wireless Controller. Ein Display wie beim Raikiri Pro fehlt. Zumindest ein kleines Display könnte die Identifikation und Auswahl von Profilen erleichtern, so müssen Nutzer auf eine profilabhängig unterschiedliche RGB-Beleuchtung ausweichen.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Der Asus ROIG Raikiri II ist aktuell für einen Preis von 209 Euro bei verschiedenen Händlern gelistet und im Asus-Webshop ebenfalls zu finden.
Der Asus ROG Raikiri II Xbox ist ein High-End-Controller, der TMR-Joysticks und Mikrotaster nutzt und sich am PC und etwa mit dem ROG Xbox Ally oder den Xbox-Konsolen nutzen lässt und die drahtlose Übertragung von Signalen über eine 2,4-GHz- und Kabelverbindung mit bis zu 1.000 Hz unterstützt.
Spezifikationen
| Kategorie | Gamepad |
| Größe | 105 × 65 × 155 mm |
| Verbindungsarten | USB, 2,4 GHz, Bluetooth |
| Abtastrate (max.) | 1.000 Hz |
| Gewicht | 256 Gramm (Controller) |
| Layout | Xbox (Joysticks nicht auf einer Höhe) |
| Joystick-Technologie | TMR |
| Trigger-Technologie | TMR oder Mikrotaster |
| Tasten | größtenteils Mikrotaster |
| Zusatztasten | 4 (Rückseite) + 2 (Vorderseite) |
| Lieferumfang | u. A. Controller, Ladestation, Tasche |
| Akkulaufzeit | 50 Stunden mit RGB und ohne Vibration (Angabe) |
Mit Tasche, Ladestation und Stickern
Der Lieferumfang des Asus ROG Raikiri II ist bemerkenswert umfangreich: So liegt neben dem Controller eine Tasche bei, wobei in dieser auch die Ladestation ihren Platz findet - dank einer Durchführung ist die Ladung über USB auch in der Tasche möglich. Dabei findet die Ladung in der Station über Pogo-Pins bereit, dementsprechend wird der USB Typ C-Slot nicht ständig belastet. Der Wireless-Receiver lässt sich im Controller verstauen, allerdings auch in die Ladestation stecken. Dazu gibt es noch zwei Thumbsticks zum Auswechseln und ein paar ROG-Aufkleber. Es liegt ein mit 2,5 Metern sinnvoll bemessenes USB Typ A-Typ C-Kabel bei. Die Tasche ist ordentlich verarbeitet und gut nutzbar. Die Verarbeitung des Controllers gibt ebenfalls keinen Anlass zur Kritik, die Hörnchen des Joysticks sind dabei teilweise gummiert, Trigger, Schultertasten und die zusätzlichen Tasten an der Rückseite texturiert. Der Akku ist integriert, was in Bezug auf die Reparierbarkeit natürlich eher als kritisch zu werten ist.
Mit Mikrotastern klickt es ordentlich
Asus nutzt, wo möglich, Mikrotaster. Dementsprechend klicken die Aktionstasten, das Steuerkreuz und die Schultertasten und Rücktasten ebenso wie die Trigger, wenn deren Auslöseweg verkürzt wird. Die exzessive Nutzung solcher Mikrotaster ist dabei keine Selbstverständlichkeit und dürfte auch ein Hauptverkaufsargument des Asus ROG Raikiri II darstellen. Wir haben eine sehr positive Erfahrung mit den Mikrotastern gemacht. Diese lösen zuverlässig aus und geben entsprechend auch ein haptisches Feedback. Dieses Feedback ist im Vergleich zum aktuellen Xbox-Standardcontroller von Microsoft, dem DualSense und auch dem Nintendo Switch Pro-Controller sowohl auf akustischer als auch auf haptischer Ebene deutlich stärker ausgeprägt. Das ist grundsätzlich als positiv zu werten, gleichwohl muss man das ausgeprägte Klicken auch wollen oder mögen.
Die Verringerung des Auslösewegs für die Trigger funktioniert spätestens beim vierten Mal auch ohne Umgreifen oder Umdrehen des Controllers und damit sehr zügig. Die Verkürzung findet dabei eben nicht nur auf Ebene der Signalverarbeitung statt, stattdessen wird dann über einen Mikrotaster ausgelöst. Sinnvoll ist eine solche Funktion ganz konkret etwa bei Stardew Valley, bei welchem das aktuell gewählte Werkzeug (standardmäßig) mit den Triggern gewählt wird. Auch bei Shootern wird der Auslöseweg von Triggern nicht selten verkürzt.
Mit rund 256 Gramm ist der Asus ROG Raikiri II nicht dramatisch, aber doch spürbar leichter als etwa der Xbox-Controller (290 Gramm) und der DualSense 2 (284 Gramm). Die Formgebung und die Abmessungen sind dabei nicht ganz identisch mit dem Xbox-Controller. So sind die Trigger länger (beziehungsweise breiter) und abgerundet, zudem kommt ein bemerkenswert gutes 8-Wege-Digipad zum Einsatz, bei welchem die diagonalen Richtungen sozusagen abgesenkt sind. Unsere erste Befürchtung, dass die vorhandenen Zusatztasten keine ganz ergonomische Haltung ermöglichen, hat sich glücklicherweise nicht bestätigt. Mittel- und Ringfinger können auf den zusätzlichen Tasten ohne Gefahr der sofortigen, unerwünschten Auslösung abgelegt werden und lassen sich zuverlässig auslösen. Zwischen den verschiedenen Verbindungsarten (2,4-GHz, Bluetooth, Kabel) und der Nutzung an der Xbox und dem PC wird mithilfe von Schiebereglern umgestellt. Über Bluetooth ist der Controller an einem Smartphone nutzbar, allerdings nicht offiziell. Je nach konkretem Titel konnten wir den Controller aber nutzen. Direkt richtig erkannt und unterstützt wird der Controller an Smartphones offenbar aber nicht. Unterstützt wird die Audioausgabe über einen Klinkenanschluss.
Gear Link mit vielen Konfigurationsmöglichkeiten
Die Konfiguration findet wie etwa schon bei der von uns getesteten Asus ROG Azoth 96 HE über das webbasierte Interface Gear Link statt - etwa eine Smartphone-App gibt es nicht. Die Konfigurationsmöglichkeiten sind umfangreich. So lässt sich etwa das Verhalten der Sticks sehr detailliert regeln. Zudem können zumindest an einem Windows-PC nicht nur die vier zusätzlichen Tasten, sondern auch zwei Tasten an der Frontseite konfiguriert werden. Mithilfe von diesen lassen sich andere Tasten auslösen. Denkbar und etwa in Shootern sinnvoll ist beispielsweise die Zuweisung von Richtungstasten des Steuerkreuzes auf die Schultertasten. Die Programmierung von Makros ist nicht möglich. Dabei handelt es sich aber faktisch um eine bewusste Entscheidung des Herstellers. Auf Konsolen könnte die Nutzung von Makros eben als Cheaten erkannt werden. Das Thema war durchaus schon einmal stärker im Bewusstsein der Nutzer und in den Medien. Drittanbieter-Software lässt sich aber natürlich nutzen. Die Vibration kann für beide Vibrationsmotoren getrennt eingestellt werden, die RGB-Beleuchtung ist in drei Zonen (links, rechts und das ROG-Logo) konfigurierbar. Zwischen den fünf Profilen lässt sich mit einer Tastenkombination (Pair+Y) wechseln, die Joystick-Kurven können sogar auf Knopfdruck und unabhängig vom Profil verändert werden - solange die Taste gedrückt wird und wie mit einem Sniper-Button auf einer Maus. Sinnvoll kann dies bei einem Shooter zum Wechseln zwischen der Steuerung einer Bordwaffe, dem normalen Spiel und dem Snipern sein.
Präzise Steuerung ohne Auffälligkeiten
Wir haben den Controller sowohl in Shootern als auch in Jump'n-Runs als auch in besagtem Stardew Valley genutzt und das Modell war - abgesehen von dem akustischen Feedback - unauffällig im besten Sinne. Eingaben wurden jederzeit zuverlässig erkannt, die Präzision bei analogen Eingaben ist ohne Tadel. Das starke haptische und akustische Feedback werten wir insbesondere bei fordernden Titeln als positiv. Im Vergleich zum Asus ROG Raikiri Pro fehlt dem Asus ROG Raikiri II ein Display. Unbedingt oft benötigt man ein solches nicht. Für die Nutzung mit unterschiedlichen Profilen ist zumindest ein kleines Display aber von Vorteil. Beim Asus ROG Raikiri IIkann das aktuell gewählte Profil aber immerhin mit einer abweichenden Beleuchtung angezeigt werden, was in der Praxis auch gut funktioniert.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller oder einem Shop zu Testzwecken leihweise zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme des Leihstellers auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.




















