
Besser als Dreame, Roborock & Co? Eureka J15 Max Ultra im Test
Marcus Schwarten Veröffentlicht am
Eureka J15 Max Ultra Test-Fazit: Solides Flaggschiff ohne Highlights
Der Eureka J15 Max Ultra hat im Test ordentlich gereinigt, ohne mit den besten seiner Klasse mitzuhalten. Das gilt auch für die Hinderniserkennung, bei der selbst manche deutlich günstigeren Modelle mittlerweile besser abschneiden. Die Navigation war zuverlässig, die Arbeit der Station ebenfalls - allerdings lauter als bei manchen Wettbewerbern.
Insgesamt sind Leistung und Ausstattung des Eureka J15 Max Ultra absolut solide, aber ohne wirkliche Highlights. Da haben bereits zum Marktstart Mitte 2025 viele andere Modelle punktuell mehr geboten, waren teils aber auch noch etwas teurer. Mit den Modellen aus dem Herbst 2025 sowie Anfang 2026 kann der Testkandidat nicht mehr wirklich mithalten, zumal er über die Zeit nicht nachhaltig im Preis gesunken ist. Es wird Zeit, dass Eureka mit einem neuen Saugroboter-Flaggschiff 2026 nachlegt...
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Die unverbindliche Preisempfehlung für den Eureka J15 Max Ultra beträgt 1.199 Euro. Erhältlich ist er beispielsweise bei Amazon in Schwarz und Weiß.
Inhaltsverzeichnis
Der Eureka J15 Max Ultra ist das aktuelle Flaggschiff-Modell im Saugroboter-Portfolio von Eureka, hat aber schon einige Monate auf dem Buckel. Der Hersteller gehört nicht zu den ganz großen Saugroboter-Marken und ist deutlich weniger bekannt als Roborock, Dreame oder Ecovacs.
Umso spannender ist die Frage, was das noch aktuelle Top-Modell kann und was es nicht kann sowie wie es sich im Vergleich zum Wettbewerb schlägt. Unser Test des Eureka J15 Max Ultra gibt die Antworten - auch in Relation zu anderen Flaggschiffen aus den vergangenen zwölf Monaten.
Datenblatt Eureka J15 Max Ultra
| Eigenschaft/Modell | Eureka J15 Max Ultra |
|---|---|
| Navigation | IntelliView AI 2.0 |
| Hinderniserk. | IntelliView AI 2.0 |
| Saugleistung | 22.000 Pa |
| Anti-Haarverhedderung | ja |
| Seitenbürste ausfahr-/anhebbar | ja/ja |
| Wisch-Technologie | zwei Wischmopps |
| Ausfahr-/anheb-/ablegbar | ja/ja/nein |
| Akku | 6.400 mAh |
| Höhe des Roboters | 110 mm |
| Hindernisüberw. | 4,4 cm |
| Absaugstation | ja |
| Wasser-/Schmutzwassertank | 4 l / 3,4 l |
| Moppwäsche | 80°C |
| Mopp-Trocknung | 55°C |
| Reinigungsmittel | nein |
| Sprachassistent | nein |
| Live-Video | ja |
| Matter | nein |
| Farbe | Schwarz, Weiß |
| UVP | 1.199 Euro |
| erhältlich bei | Amazon |
Ausstattung: Flaggschiff ohne Highlights
Der Eureka J15 Max Ultra ist ein Saugroboter mit den klassischen zwei rotierenden Mopps für die Wischfunktion. Das Modell wartet mit 22.000 Pa Saugleistung auf, was für ein 2025er Flaggschiff ein solider, aber kein überragend hoher Wert ist. Entscheidender ist aber ohnehin, was davon auf dem Boden ankommt - dazu später mehr.
Dank ausfahrbarer Seitenbürste, die hier wie eine Kralle mit drei Fingern ausschaut, und dem seitlich aus dem Gehäuse herausfahrenden Wischmopps verspricht Eureka Sauberkeit bis in Ecken und entlang von Rändern. Navigiert wird mit dem sogenannten IntelliView AI 2.0, das auch für die Hinderniserkennung zum Einsatz kommt und sich aus einem nicht einfahrbaren Laserturm auf dem Roboter und einem Kameramodul in der Front zusammensetzt. Dazu zählen duale Entwirrtechnologie sowie eine Schwellenüberquerung bis 45 mm zur Ausstattung.
Geliefert wird der Eureka J15 Max Ultra mit einer Reinigungsstation, die sich selbst reinigt. Dazu kommen - abgesehen von der fehlenden automatischen Reinigungsmitteldosierung - die übliche Reinigung der Mopps mit hier 80°C heißem Wasser sowie die anschließende Trocknung mit 55°C erwärmter Luft. Optisch präsentiert sich die Basis in einem recht schlichten und gefälligen Design. Was die Optik in unseren Augen etwas trübt: In der weißen Ausführung ist ein schwarzes Stromkabel verbaut.
Der Lieferumfang ist überschaubar. Neben Roboter und Station ist abgesehen von einem Ersatz-Staubbeutel und einem kleinen Werkzeug mit Bürste und Haarschneider keinerlei zusätzliches Zubehör dabei.
Einrichten & App: Schicke App mit vielen Funktionen
Die Eureka App weiß mit ihrem dunklen Design mit lilafarbenen Highlights auf den ersten Blick zu gefallen. Auch der Verbindungsaufbau zwischen Roboter, App und WLAN hat im Test problemlos funktioniert, kann wahlweise via QR-Code unter der Abdeckung oder Gerätesuche erfolgen.
Anschließend folgt die für alle Saugroboter übliche Kartierungsfahrt. Hier legt der J15 Max Ultra binnen weniger Minuten eine virtuelle Map seines "neuen Reviers" an. Die automatische Raumaufteilung hat nicht sonderlich exakt funktioniert. Unter anderem wurde durch ein per Rollladen verschlossenes Fenster anhand der Spiegelung ein weiterer Raum dahinter vermutet. Die Ungenauigkeiten lassen sich aber größtenteils über die Kartenverwaltung an die wahren Gegebenheiten anpassen, einschließlich Sperrzonen, Schwellen, Bodenbelag und Möbeln. Insgesamt hat uns die Kartenanpassung bei dem einen oder anderen Hersteller aber besser gefallen, auch dank teils recht langer Ladezeiten der App.
Bei den zur Verfügung stehenden Reinigungseinstellungen steht Eureka den Marktführern hingegen in nichts nach. Neben den vier üblichen Modi "Staubsaugen und Wischen", "Staubsaugen und dann Wischen", "Wischen" und "Staubsaugen" für Komplettreinigung, Zimmer und Zonen gibt es auch die Möglichkeit der individuellen Festlegung je Raum sowie einen KI-Modus mit automatischer Anpassung. Die Reinigungsleistung lässt sich beim Saugen in vier Stärken (Leise, Standard, Turbo, Max), die Wischfeuchtigkeit in 30 Stufen und die Pfadeinstellung in drei Optionen (Grob, Normal, Fein) anpassen. Dazu ist die Reinigungsreihenfolge festlegbar. Alles Standard für Modelle der gehobenen Preisklasse, aber wichtig.
Dazu erscheinen über das Menü oben rechts zahlreiche Einstellungs-Optionen. Neben Reinigungsplanung und -protokollen gibt es hier die üblichen und wichtigen Anpassungsmöglichkeiten rund um die Reinigung (samt individueller Festlegung für einzelne Teppiche), die KI-Hinderniserkennung, die Station und mehr. Irritiert hat uns, dass der Zugriff auf die Live-Videoübertragung ohne vorherige Aktivierung samt Sicherheitscode funktioniert hat. Zudem haben wir eine Sprachsteuerung vermisst. Es gibt nur eine deutsche Sprachausgabe.
Navigation & Hinderniserkennung: Überraschende Schwäche
Nicht ganz zeitgemäß für die Preisklasse ist der starre Laserturm auf der Oberseite. Nichts gegen die etablierte LiDAR-Technologie. Aber eine Einfahrfunktion, um den 11 cm hohen Roboter für das Unterfahren unter Möbeln flacher zu machen, wäre für eine flächendeckende Reinigung vorteilhaft. Hier bieten andere Flaggschiffe der jüngeren Vergangenheit bessere Ergebnisse. Für 25 Quadratmeter hat der Eureka J15 Max Ultra im Test rund 40 Minuten benötigt, was solide ist.
Die Navigation selbst hat insgesamt zuverlässig funktioniert, auch im Gewirr unter einem Esstisch. Hier ist es allerdings gelegentlich zu leichtem Kontakt mit dünnen, schwarzen Stuhlbeinen gekommen. Dies war nicht das einzige Problem bei der Hindernisvermeidung. Eine lose herumliegende Socke wurde gelegentlich mitgenommen. Einen losen Schnürsenkel auf dem Boden hat der Eureka J15 Max Ultra im Test komplett übersehen und sich bis zum Stillstand daran "verschluckt". Das ist aber auch schon anderen passiert.
Bei anderen kleinen Hindernissen wie einem ca. 3x3 cm Klemmbaustein hat die Hinderniserkennung versagt. Das haben andere schon besser gemacht. Ein halb so hoher Spielstein wurde vom Roboter überfahren und hat am Ende sogar die Walze blockiert, sodass die Reinigung abgebrochen wurde. Hier erwarten wir insgesamt etwas mehr von einem Flaggschiff dieser Preisklasse mit moderner Kameratechnologie und KI.
Ein weiteres Problem ist bei der Rückkehr zur Basisstation aufgetaucht. Hier patzt der Eureka J15 Max Ultra im Test komplett und zeigt das von Ecovacs bekannte Problem. Hindernisse wurden einfach über den Haufen gefahren, da offensichtlich auch Eureka die Hinderniserkennung bei der Rückfahrt herunterfährt. Zudem sind die reinen Fahrgeräusche relativ laut. Das können selbst viel günstigere Saugroboter deutlich besser.
Reinigungsleistung: Solide
Ordentliche Saugleistung
Auf glatten Böden hat der Eureka J15 Max Ultra im Test, soweit Navigation und Bauhöhe ihn dorthin geführt hat, einen guten Eindruck hinterlassen. Alles andere wäre aber auch eine Enttäuschung. Auf Teppich wurde bei mittellangem Flor in Standard-Saugstärke hingegen nicht der komplette Dreck aufgenommen, sondern es sind noch relativ viele Sandkörner des Testdrecks in den Teppichfasern zurückgeblieben. Das haben andere Saugroboter im Test schon gründlicher gemacht. Bei höchster Saugstärke erreicht auch der Eureka J15 Max Ultra hingegen ein gutes, aber nicht perfektes Ergebnis, was aber natürlich zu Lasten von Akkulaufzeit und Lautstärke geht.
Typische Wischleistung
Beim Wischen setzt Eureka in seinem Flaggschiff auf die etablierten zwei rotierenden Wischmopps. Diese Wischtechnologie steht mittlerweile im Schatten der Wischwalze, die mittlerweile sogar in vielen deutlich günstigeren Mittelklasse-Saugrobotern wie dem Ecovacs Deebot T90 Pro Omni oder dem Mova S70 Roller Einzug gehalten hat. Alltäglichen Schmutz wurde weitestgehend aufgenommen. Bei angetrockneten Flecken kommt der Roboter, wie viele andere Modelle mit dieser Wischtechnologie, aber an seine Grenzen - auch bei mehrmaligem Nachreinigen. Hier sind viele Wischwalzen-Modelle überlegen.
Gute Eckenreinigung und Anti-Haarverhedderung
Die Eckenreinigung mit der ausfahrbaren Seitenbürste hat bis auf einen winzigen Rest Sandkörner gut funktioniert. Auch der ausfahrbare Wischmopp hat zumeist recht nah entlang von Fußleisten, Möbeln und Co gewischt. Hier gibt es wenig zu kritisieren. Gleiches gilt für die Anti-Haarverheddung, die zuverlässig funktioniert hat und bei Rückkehr in die Station erfolgt. Diese reinigt sich übrigens auch selber, was ordentlich funktioniert.
Akkulaufzeit & Stromverbrauch: sparsam, aber relativ laut
Wie alle Kandidaten musste auch der Eureka J15 Max Ultra im Test 50 Quadratmeter mit Standardeinstellungen (Standard-Saugstärke, Feuchtigkeit 20, Standard-Route) reinigen. Hierbei hat der Roboter gut 40 Prozent seines 6.400 mAh großen Akkus verbraucht. Somit sind mit einer Akkuladung gut 100 Quadratmeter realistisch.
Führt der Saug- und Wischroboter diese 50-qm-Reinigung einmal täglich aus, ergibt sich basierend auf unseren Messungen ein Stromverbrauch von rund 9 kWh - inklusive der kompletten Aufbereitung in der Station sowie dem Standby-Verbrauch während der "arbeitslosen" Zeit. Damit zeigt sich der Eureka J15 Max Ultra im Test energiesparsam.
Im Standard-Saugmodus samt Wischen haben wir den Roboter mit rund 60 dB (aus 1 m Entfernung) gemessen. Bei der Selbstreinigung tönt die Station phasenweise bis zu 68 dB laut, bei der Absaugung kurzzeitig sogar bis zu 73 dB. Andere Flaggschiff-Saugroboter sind hier teils leiser, auch bei der über mehrere Stunden dauernden Trocknung der Wischpads mit ca. 39 dB. Das ist vor allem dann nervig, wenn der Saugroboter in der Wohnumgebung und nicht in einem Abstellraum oder ähnlichem steht.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.
































