
Premium-Wischtechnologie im erschwinglichen Saugroboter: Mova S70 Roller im Test
Marcus Schwarten Veröffentlicht am
Mova S70 Roller Testfazit: Gute Leistung, überschaubarer Preis
Der Mova S70 Roller bietet, dem Preis entsprechend, in einigen Belangen eine abgespeckte Ausstattung. Kaum Kompromisse müssen Käufer im Vergleich zu deutlich teureren Flaggschiff-Modellen hingegen bei der Reinigungsleistung machen.
Der Mova S70 Roller hat im Test, vor allem für ein Modell mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von knapp 700 Euro, eine gute Performance abgeliefert. Hohe Saugleistung kombiniert mit einer gründlichen Wischwalze bieten in dieser Preisklasse nicht viele.
Zudem garniert Mova dies mit einer (für einen Saugroboter mit Wischwalze) sehr geringen Bauhöhe von nur 9 cm, was der Reinigung unter Möbeln zugutekommt. Die Navigation war im Test solide, die Hinderniserkennung nicht auf Spitzenniveau, aber okay.
Insgesamt liefert der Mova S70 Roller, auch gemessen an der UVP, im Test eine gute Leistung ab. Er ist eine passende Lösung für viele Haushalte, die für einen Saug- und Wischroboter keine Unsummen ausgeben wollen, aber dennoch ein gutes Gerät suchen.
Sehr anspruchsvolle Käufer könnten aber ein paar Dinge vermissen, beispielsweise eine automatische Reinigungsmitteldosierung und eine ausgewiesene Kletterfähigkeit. Wer das wünscht, muss mehr Geld ausgeben und zur vorherigen Generation Mova Z60 Ultra Roller Complete greifen oder auf den Mova S70 Ultra Roller warten.
Pro
Contra
Preis und Verfügbarkeit
Die unverbindliche Preisempfehlung für den Mova S70 Roller beträgt 699 Euro. Zum Launch bietet der Hersteller bis 23. März 2026 120 Euro Rabatt im eigenen Onlineshop sowie bei Amazon und MediaMarkt.
Inhaltsverzeichnis
- Mova S70 Roller Testfazit: Gute Leistung, überschaubarer Preis
- Ausstattung: Wischwalze und 28.000 Pa im ultraflachen Saugroboter
- Einrichten und App: Reinigung individuell anpassbar
- Navigation und Hinderniserkennung: Sehschlitz-dToF statt 360-Grad-LiDAR
- Reinigungsleistung: Guter Mittelklasse-Saugroboter mit Wischwalze
- Akkulaufzeit und Stromverbrauch: Reinigt rund 100 Quadratmeter
- FAQ zum Mova S70 Roller Test
Mit dem S70 Roller bietet Mova seit kurzem einen Mittelklasse-Saugroboter an, der trotz nur knapp 700 Euro UVP eine Wischwalze an Bord hat. Wie gut der Saug- und Wischroboter damit in der Praxis reinigt, was er sonst noch zu bieten hat und was dem Preis geschuldet fehlt, schildern wir in diesem Test des Mova S70 Roller.
Datenblatt Mova S70 Roller
| Eigenschaft/Modell | Mova S70 Roller |
|---|---|
| Navigation | CoverSense |
| Hinderniserk. | CoverSense |
| Saugleistung | 28.000 Pa |
| Anti-Haarverhedderung | nein |
| Seitenbürste ausfahr-/anhebbar | ja/nein |
| Wisch-Technologie | HydroForce-Wischwalze |
| ausfahr-/anheb-/ablegbar | ja/ja (12 mm)/nein |
| Akku | 5.200 mAh |
| Höhe des Roboters | 90 mm |
| Kletterfunktion | nein |
| Absaugstation | ja |
| Wasser-/Schmutzwassertank | 5 l / 4 l |
| Moppwäsche | 80°C |
| Mopp-Trocknung | 70°C |
| Reinigungsmittel | nein |
| Sprachassistent | nein |
| Live-Video | nein |
| Matter | nein |
| Farbe | Weiß / Schwarz |
| UVP | 699 Euro |
| erhältlich bei | Amazon |
Ausstattung: Wischwalze und 28.000 Pa im ultraflachen Saugroboter
Der Mova S70 Roller ist ein Mittelklasse-Saugroboter mit Wischfunktion, bei dem der Hersteller den Fokus auf die Reinigungsleistung gelegt hat. 28.000 Pa, was kaum weniger ist als aktuelle Flaggschiffe im vierstelligen Preisbereich, sowie die ausfahrbare , aber nicht anhebbare Seitenbürste versprechen eine gründliche Reinigungsleistung bis in Ecken hinein.
Neben der hohen Saugleistung setzt Mova im S70 Roller auf die aktuell beste Wischtechnologie. Mit der HydroForce-Wischfunktion verbaut der Hersteller eine Wischwalze, die mit 27 cm sehr breit ausfällt und zudem mit der MaxiReach-Technologie um maximal 4,4 cm ausfahren kann. Die Wischwalze wird bei jeder Umdrehung mit frischem Wasser umspült und vom Schmutzwasser befreit. Hierfür sind 150 ml große Wassertanks im Roboter verbaut. Auf eine Abdeckung der Rolle zum Schutz von Teppichen - wie beispielsweise im Mova Z60 Ultra Roller Complete (ca. 850 Euro bei Amazon) oder im Dreame Aqua10 Ultra Roller (ca. 900 Euro bei Amazon) zu finden - verzichtet Mova der Preisklasse geschuldet.
Bei der Navigation setzt Mova ebenfalls auf eine Besonderheit. Mova setzt im S70 Roller nicht auf den klassischen Laserturm. Stattdessen versetzt der Hersteller einen dToF-Sensor (Direct-Time-of-Flight) in den Roboter und verschafft ihm nach vorne einen breiten Sehschlitz. Dies sorgt für nur 90 mm Höhe ganz ohne Einfahren des Laserturms, was für einen Saugroboter mit Wischwalze ein sehr geringer Wert ist. Der Mova S70 Roller fällt somit nur um einen Zentimeter höher aus als beispielsweise Roborocks aktuelles Flaggschiff Saros 20 (ca. 1.290 Euro bei Amazon), der aber auf zwei rotierende Wischmopps setzt.
Geliefert wird der Mova S70 Roller ohne Zubehör, aber mit einer schlicht gestalteten Reinigungsstation. Neben der üblichen Absaugung in einen 3,2 l fassenden Staubbeutel wäscht diese die Wischrolle mit 80°C heißem Wasser und trocknet sie anschließend mit 70°C heißer Luft. Eine Selbstreinigung der Station gibt es ebenso wenig wie eine automatische Dosierung von Reinigungsmittel. Der dafür vorgesehene Platz in der Station ist leer.
Wie in der Preisklasse um 700 Euro zu erwarten ist, gibt es noch einige weitere Features aus teureren Modellen, die beim S70 Roller nicht an Bord sind. Dazu zählen beispielsweise eine Kletterfunktion.
Einrichten und App: Reinigung individuell anpassbar
Der Einrichtungsvorgang des Mova S70 Roller, sprich die Verbindung zwischen Roboter, App und WLAN, hat im Test problemlos funktioniert. Anschließend folgt eine kurze Kartierungsfahrt, um die virtuelle Karte der Umgebung anzulegen. Diese war hinsichtlich der automatischen Raumerkennung nicht so genau wie bei manchem Flaggschiff, aber mit wenigen Fingertipps über die übersichtliche Kartenverwaltung angepasst. Nach wenigen Minuten ist der Mova S70 Roller einsatzbereit.
In der Übersicht des Geräteeintrags zeigt die App in üblicher Manier den Livefortschritt auf der virtuellen Karte an, wenn der Saugroboter bei der Arbeit ist. Für diese stehen die vier klassischen Modi "Saugen", "Mopp", "Staubsaugen und Wischen" sowie "Wischen nach dem Saugen" bereit. Über "Anpassen" lässt sich zudem die Saug- und Wischleistung für individuelle Bereiche festlegen. Die Saugstärke ist hierbei in vier (Leise, Standard, Intensiv, Max), die Wischfeuchtigkeit in 32 Stufen anpassbar. Zudem gibt es vier Routenoptionen (Schnell, Standard, Intensives Wischen sowie Tiefenreinigung).
Auch geschuldet der abgespeckten Ausstattung bietet die Mova App für den S70 Roller nicht so viele Optionen, wie wir es schon bei anderen Modellen gesehen haben. Anpassen lässt sich unter anderem das Verhalten bei der Teppichreinigung (Mopp auf Teppich, zuerst Teppiche reinigen, Teppich-Boost, Intensive Teppichreinigung, Seitenbürste), der MopExtend-Funktion sowie der Reinigungsstation. Praktisch: Die Teppicheinstellungen sind auch für einzelne Teppiche individuell festlegen. Eine Live-Videoübertragung bietet der S70 Roller nicht, eine deutsche Sprachausgabe (nicht Sprachsteuerung) ist an Bord.
Navigation und Hinderniserkennung: Sehschlitz-dToF statt 360-Grad-LiDAR
Der Mova S70 Roller hat keinen Laserturm. Stattdessen steckt die CoverSense-Navigation hinter einem breiten Sehschlitz in der Front, womit dem Saugroboter die 360-Grad-Sicht genommen wird. Die Folge ist, dass der Roboter sich bei der Navigation gelegentlich um die eigene Achse dreht, um sich zu orientieren. Ähnliches haben wir beispielsweise auch bei Roborocks StarSight-Technologie in den Flaggschiff-Modellen Saros 10R und Saros 20 beobachtet.
Dieses Vorgehen geht natürlich etwas zu Lasten der Reinigungsdauer, die wir mit rund 40 Minuten für 25 Quadratmeter gemessen haben. Damit ist der Mova S70 Roller im Test nicht der schnellste, hat aber alle erreichbaren Bereiche der Testumgebung erfolgreich abgefahren. Dank der geringen Bauhöhe von nur 90 mm, was für einen Saugroboter mit Wischwalze sehr flach ist, kommt der Mova S70 Roller auch unter mehr Möbel als beispielsweise der Roborock Qrevo Curv 2 Flow (ca. 750 Euro bei Amazon) mit vergleichbarer Wischtechnologie.
Die zweite wichtige Voraussetzung für eine zuverlässige Reinigung ist neben einer flächendeckenden Navigation auch die Erkennung von Hindernissen. Hier sortiert sich der Mova S70 Roller, auch passend zu seiner Preisklasse, im Mittelfeld ein. Größere Hindernisse wie Stuhlbeine und Co hat er zuverlässig erkannt - gelegentlich aber beim Drehen mit seiner ausgefahrenen Wischfunktion touchiert. Um kleinere Objekte wie ca. 3 x 3 cm messende Klemmbausteine oder einen auf dem Boden liegenden Schnürsenkel hat der Roboter hingegen keinen Bogen gemacht.
Reinigungsleistung: Guter Mittelklasse-Saugroboter mit Wischwalze
Das wichtigste Kriterium bei einem Saugroboter-Test ist die Reinigungsleistung. Und hier hat der Mova S70 Roller für ein Mittelklasse-Modell überzeugt.
Saugleistung auf Teppich überzeugend
Mit seinen 28.000 Pa hat er den meisten Dreck aus einem mittelhohem Teppich herausgesaugt. Ein paar Sandkörner sind im Flor zurückgeblieben, was aber auch vielen anderen (und teils deutlich teureren Saugrobotern) passiert.
Die Wischwalze lässt sich um 12 mm anheben und hat keine Abdeckung wie im Mova S60 Ultra Roller Complete. Wer nicht nur kurzflorigen Teppich besitzt, der sollte definitiv in der App die Option "Teppiche zuerst" aktivieren.
Wischleistung gut für den Alltag
Alltäglichen Schmutz hat die Wischeinheit im Test größtenteils zuverlässig beseitigt. Bei hartnäckigen wie beispielsweise angetrockneten Flecken kommt sie aber an ihre Grenzen. Es bedarf zumindest mehrere Reinigungsdurchgänge, um ein passables Ergebnis zu erzielen. Hier wäre eine Reinigungsmitteldosierung hilfreich. Ebenfalls schade, aber in der Preisklasse verständlich ist, dass es keine KI-Fleckenerkennung gibt, mit welcher der Saugroboter Bereiche mit zurückgebliebenem Schmutz automatisch mehrfach reinigen würde. Beides dürfen wir wohl für den Mova S70 Ultra Roller erwarten.
Eckenreinigung und Anti-Haarverhedderung
Insgesamt zeigt der Mova S70 Roller im Test eine gute Saug- und Wischperformance, vor allem für ein Mittelklasse-Modell. Dank ausfahrbarer Seitenbürste und Rollenmopp ist eine nahezu randlose Reinigung sichergestellt. Kleiner Wermutstropfen: Es gibt im Lieferumfang nur eine Gummi-Hauptbürste ohne Anti-Haarverwicklungstechnologie. Lange Haare verheddern sich so im Testzeitraum gerne mal, konnten aber problemlos entfernt werden. In Haushalten mit langhaarigen Bewohnern oder Haustieren empfiehlt sich die Tricut-Bürste, die Mova als optionales Zubehör für knapp 60 Euro verkauft.
Akkulaufzeit und Stromverbrauch: Reinigt rund 100 Quadratmeter
In gewohnter Manier musste der Mova S70 Roller im Rahmen unseres Tests 50 Quadratmeter Wohnumgebung mit überwiegend glatten Böden und wenig Teppich mit Standardeinstellungen (Standard-Saugstärke, Wischfeuchtigkeit 16, Standard-Route) reinigen. Hierbei hat der Saugroboter mit WIschwalze ca. 45 Prozent seines 5.200-mAh-Akkus verbraucht. Somit lassen sich mit einer Akkuladung rund 100 Quadratmeter reinigen. Bei Standard-Saugleistung tönt er hierbei solide 60 dB (gemessen aus 1 m Entfernung) laut, die sich bei Maximalstärke auf gut 68 dB steigern.
Anschließend folgt die übliche Aufbereitung in der Station, also das gut 70 dB laute Absaugen des Staubbehälters, die ebenfalls kurzzeitig recht laute Reinigung der Wischeinheit sowie das anschließende Trocknen. Hierbei rauscht die Station über mehrere Stunden mit knapp 40 dB - hörbar, aber nicht sonderlich laut.
Soll diese Reinigungsaufgabe einmal täglich erfolgen, ergeben sich samt Ladevorgang und Standby-Verbrauch insgesamt rund 10 kWh pro Monat. Damit ist der Mova S70 Roller im Test für einen Saugroboter mit Wischwalze sparsam, was auch in der abgespeckten Ausstattung (beispielsweise hinsichtlich der Reinigungstemperaturen der Station) begründet ist.
FAQ zum Mova S70 Roller Test
Nachfolgend beantworten wir kurz und knapp einige wichtige Fragen rund um unseren Mova S70 Roller Test.
Wie gut ist der Mova S70 Roller?
Der Saugroboter überzeugt im Test mit starker Saugleistung und guter Wischwalze.
Kann der Mova S70 Roller Teppiche reinigen?
Ja, der Roboter erkennt Teppiche und weist mit 28.000 Pa eine hohe Saugleistung auf. Allerdings kann er seine Wischwalze nur um 12 mm anheben und nicht verstecken, weshalb wir eine "Teppiche zuerst"-Reinigung empfehlen.
Wie breit ist die Wischwalze des Mova S70 Roller?
Die Walzenbürste des S70 Roller von Mova misst rund 26 cm. Zudem ist sie ausfahrbar. Dies ermöglicht eine effiziente Reinigung auch entlang von Fußleisten, Möbeln und Co.
Was ist im Lieferumfang des Mova S70 Roller enthalten?
Der Lieferumfang des Mova S70 Roller fällt sehr spartanisch aus. Neben dem Saugroboter und der Reinigungsstation ist abgesehen von einem Staubbeutel, einer Hauptbürste, einem Rollmopp, einer Seitenbürste sowie einem Staubbeutel (jeweils vorinstalliert) keinerlei Zubehör dabei.
Wann erscheint der Mova S70 Ultra Roller?
Der Mova S70 Ultra Roller wird sich hinsichtlich der Ausstattung über dem Mittelklasse-Modell S70 Roller einsortieren. Ein Termin für den Verkaufsstart ist noch nicht bekannt.
Transparenz
Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.


































