Casios neuestes Produkt ist keine G-Shock – es ist die LK-550, und sie zielt auf dein Gehirn

Zum 30. Jubiläum seiner Keyboards mit beleuchteten Tasten bringt Casio am 4. September die Modelle LK-550WE und LK-550BK auf den Markt. Es handelt sich um die ersten Instrumente, die aus einer gemeinsamen Forschungsarbeit mit dem Forschungszentrum für fortgeschrittene Wissenschaft und Technologie der Universität Tokio hervorgehen.
Im Mittelpunkt stehen zwei neue Funktionen. Brain-activity BGM ordnet die integrierten Musikstücke nach ihrem Tempo. Schnellere Titel namens Hakadoru sollen die Konzentration fördern, während langsamere Stücke namens Totonou der Entspannung dienen. Casio hatte zuvor untersucht, wie sich das Tempo von Musik auf den Zustand des Gehirns auswirkt. „Brain-activity Karaoke“ funktioniert ähnlich wie eine herkömmliche Karaoke-Anlage: Das Keyboard spielt die Begleitung ab, während Nutzer mit dem mitgelieferten Mikrofon und anhand des beiliegenden Texthefts mitsingen können.
Die Karaoke-Funktion wurde zwischen Februar und März 2026 in Kunitachi mit 25 gesunden älteren Erwachsenen getestet. Die Teilnehmer absolvierten 20-minütige Sitzungen mit dem Vorgängermodell LK-530. Mithilfe der Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) stellten die Forscher fest, dass die Durchblutung des rechten präfrontalen Kortex nach dem Karaoke-Singen bei einer Aufgabe zum räumlichen Gedächtnis durchschnittlich 2,9 Sekunden früher einsetzte. Auch die Wiederholungsgeschwindigkeit des „ka“-Lauts im Pa-ta-ka-Artikulationstest verbesserte sich deutlich. Casio präsentierte die Ergebnisse Ende Juli auf der Neuro2026. Die Preise für die neuen Modelle wurden bislang nicht bekannt gegeben. Das günstigere LK-350 wird parallel angeboten, verzichtet jedoch auf die beiden neuen Funktionen.
Für Leser, die Casio hauptsächlich durch seine Uhren kennen: Das Uhrengeschäft, insbesondere die G-Shock-Sparte, ist nach wie vor der wichtigste Geschäftsbereich des Unternehmens. Im Geschäftsjahr bis zum 31. März 2026 entfielen rund zwei Drittel des Umsatzes auf Uhren. Der Bereich erzielte einen operativen Gewinn von ca. 145,9 Millionen Euro, während das gesamte Consumer-Segment, zu dem unter anderem das Audiogeschäft gehört, auf umgerechnet 18,3 Millionen Euro kam. Damit versucht Casio offenbar, wissenschaftlich gestützte Funktionen zu nutzen, um seiner schwächelnden Instrumentensparte neue Impulse zu geben.













