China will Markt mit humanoiden Robotern fluten, die zu dumm sind Arbeitskräfte zu ersetzen

China baut seine Industrie für humanoide Roboter rasant aus, mittlerweile entwickeln mehr als 150 Unternehmen entsprechende Maschinen. Trotz hoher staatlicher Investitionen und beeindruckender öffentlicher Vorführungen ist die Technik jedoch noch weit davon entfernt, menschliche Arbeitskräfte in den meisten praktischen Einsatzbereichen zu ersetzen.
In einem Robotik-Trainingszentrum im Süden Chinas hat Reuters mehr als 100 humanoide Roboter beobachtet, die einfache Aufgaben wie das Sortieren von Kisten, das Verpacken von Lebensmitteln und die Zubereitung von Kaffee erlernen. Die Maschinen arbeiten weiterhin langsam und unzuverlässig. Ein unerfahrener Trainer benötigt mitunter rund 300 Versuche, bis eine einzige brauchbare Bewegung entsteht, erfahrene Trainer schaffen dies nach etwa 50 Versuchen. Ein weiterer Mitarbeiter hat angegeben, dass einige Roboter einfache Aufgaben nur mit rund 20 Prozent der Geschwindigkeit oder Leistung eines Menschen erledigen können.
Humanoide Roboter haben weiterhin Schwierigkeiten, sich an Veränderungen anzupassen. Probleme entstehen beispielsweise, wenn ein Gegenstand in einem anderen Winkel liegt oder Ausstattung und Beleuchtung von den Bedingungen beim Training abweichen. Herkömmliche Industrieroboter sind bei Fabrikarbeiten häufig schneller, günstiger und zuverlässiger.
Das Problem liegt nicht allein in der Hardware. Als größte Hürde könnte sich die KI der Roboter erweisen. Die Vision-Language-Action-Modelle zur Steuerung humanoider Roboter sind wesentlich schwieriger zu trainieren als die großen Sprachmodelle von Chatbots. Zudem benötigen sie enorme Mengen an Trainingsdaten aus der realen Welt. Der Branche stehen Berichten zufolge bislang nur rund 500.000 Stunden zur Verfügung, während für eine wirklich leistungsfähige KI in der physischen Welt schätzungsweise 100 Millionen Stunden erforderlich wären.
Laut einer Untersuchung von Reuters haben chinesische staatliche Stellen in der ersten Hälfte des Jahres 2026 mindestens 198 Millionen Euro für humanoide Roboter und zugehörige Ausrüstung ausgegeben. Ein Jahr zuvor waren es noch 53 Millionen Euro. Chinesische Hersteller haben außerdem rund 95 Prozent der etwa 20.000 humanoiden Roboter geliefert, die im vergangenen Jahr weltweit ausgeliefert worden sind.
Die Strategie ähnelt Chinas früherem Vorgehen bei Elektroautos und Solarmodulen. Produktionskapazitäten werden frühzeitig aufgebaut, die Branche wird subventioniert und der intensive Wettbewerb soll die Kosten senken. Humanoide Roboter sind technologisch allerdings deutlich weniger ausgereift. Analysten warnen daher vor einer schmerzhaften Konsolidierung, sobald die Subventionen zurückgehen.
Erste vielversprechende Einsatzmöglichkeiten gibt es bereits. Das chinesische Unternehmen Galbot setzt humanoide Roboter beispielsweise in Apotheken ein, wo sie Produkte mit einer Erfolgsquote von mehr als 95 Prozent aus den Regalen holen. Ein vielseitiger Einsatz in Fabriken stellt jedoch eine wesentlich größere Herausforderung dar.
Beim Tanzen oder bei Kung-Fu-Vorführungen können Chinas humanoide Roboter bereits beeindrucken. Ihr produktiver Arbeitseinsatz erweist sich jedoch als deutlich schwieriger.







