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Die DJI Avata 360 auf ihrem Helipad

DJI Avata 360 im Test: Diese 360°-Drohne verändert, wie man Videos dreht

Osmo 360 hebt ab.

Pünktlich zum Marktstart am 26. März haben wir die Goggles N3 umgeschnallt und uns mit der 360-Grad-Drohne in die 8K-Wolken gestürzt. Wie wir den "Creative Director in the Sky" mit Rundumblick erlebt haben, darum geht es in diesem ersten Test.
Christian Hintze Veröffentlicht am 🇺🇸

Fazit - Für wen sich die 360-Drohne lohnt

Die DJI Avata 360 richtet sich hauptsächlich an Content Creator und Urlaubsfilmer, die coole Bilder einfangen und die maximale Freiheit beim Editing haben wollen. Das Fliegen macht insbesondere mit den Goggles einen Heidenspaß. Und ein Urlaubsvideo zu haben, bei dem man nicht nur einen Ausschnitt sondern den kompletten Erinnerungs-Rundumblick hat, ist schon großartig.

Diese Freiheit hat allerdings Grenzen: Die Bildqualität leidet am meist nötigen Zoom, den Verzerrungen der 360-Grad-Kamera und der Auflösungsverminderung durch den gewählten Bildausschnitt. Zu beachten gilt zudem, dass die Avata 360 mit ihren 455 g nicht unter die C0-Klasse fällt.

Pro

+ wahlweise 360° oder 4K Single Lens
+ tolles Flugverhalten
+ gute, stabile Verarbeitung

Contra

- Verzerrungen im Bildmaterial
- Auflösung sinkt schnell durchs Editing

Preise, Verfügbarkeit und Marktstart

Die DJI Avata 360 ist ab dem 26. März über store.dji.com und autorisierte Handelspartner in verschiedenen Kits bestellbar. Die Drohne alleine kostet 459 Euro. Der Versand beginnt im April.

Die Ankündigung der Antigravity A1 hat damals für Furore gesorgt: Eine Drohne mit 360-Grad-Blick, ähnlich wie bei einer Insta360 oder der DJI Osmo 360, fühlt sich beim Fliegen, so suggerieren es die Videos, vor allem mit dem Headset, als fliege man selbst - man kann überall hinschauen, es gibt keine Grenzen im Blickfeld. Von den Vorteilen beim Editing mal ganz zu schweigen.

Das können wir noch besser, dachte sich wohl der Marktführer DJI und bringt jetzt mit der Avata 360 ihre erste 360-Grad-Drohne heraus. Wir durften sie zum Marktstart testen und berichten darüber wie sich das Fliegen damit anfühlt.

Specifications - 8K und 360 Grad

Ein großer Unterschied zur Antigravity vorweg: Die DJI Avata 360 wiegt mit eingesetztem Akku ca. 455 g und fällt daher in eine ganz andere Drohnenklasse als die 249 g leichte Konkurrentin.

Beim Sensor spricht DJI von einem quadratischen 1/1,1 Zoll-Sensor mit einer Blende von 1,9. Damit wird die Kamera der Antigravity zumindest auf dem Papier überholt. Der interne Speicher ist mit 42 GB geringer als bei der Antigravity, reicht jedoch für 30 Minuten 8K-Aufnahmen.

Besonders praktisch sind die zwei Aufnahmemodi. Wer keine Lust auf 360 Grad hat, kann den Single-Lens-Mode wählen. Eine der Kameras rotiert dann nach vorne und ermöglicht klassische 4K-Aufnahmen.

Single Lens Mode - Kamera frontal ausgerichtet
Single Lens Mode - Kamera frontal ausgerichtet
360° Mode - Kameras oben und unten ausgerichtet
360° Mode - Kameras oben und unten ausgerichtet

Design & Verarbeitung - Typisch DJI, aber größer

Optisch erinnert die Avata 360 an eine Mischung aus DJI Avata 2 und Neo 2, sie ist allerdings größer und gleichzeitig flacher als Erstere. Die Verarbeitung ist gewohnt stabil.

Der größte Unterschied dürfte in der bzw. den beiden Kameras liegen. Diese sind beim Flug typischerweise nach oben und unten gerichtet. Dadurch können bei Objekten, die sich nahe frontal befinden Verzerrungen auftreten.

Zubehör

Als Testsample haben wir erhalten:

  • Die Drohne DJI Avata 360 im Fly More Combo, also inklusive dem Controller DJI RC 2, 3 Akkus, 3er-Ladegereät, Tasche und Enhanced Transmission 
  • DJI Goggles N3
  • DJI RC Motion 3
  • Replacement Lens Kit with Tools (Ersatzobjektiv-Kit mit Werkzeug)

Die letzten drei Pakete sind nicht Teil des Fly More Combo, man muss sie sich separat kaufen.

Die Tasche ist Teil des Fly More Combo, der Motion Controller hingegen nicht
Die Tasche ist Teil des Fly More Combo, der Motion Controller hingegen nicht
Ein stilvolles, zusammenklappbares Helipad liegt bei
Ein stilvolles, zusammenklappbares Helipad liegt bei

Inbetriebnahme - Viel Koppeln und diverse Upgrades

Die Drohne wird mit der mobilen App oder einer Fernsteuerung und/oder den Goggles gekoppelt. Dafür ist ein DJI-Account notwendig. Das Koppeln und Updaten der diversen Geräte (Drohne, RC 2, Smartphone-App, Motion Controller, Goggles) kann aber schon nervig sein.

Einmal konnten wir nicht abheben, weil wir ein Update ignoriert hatten. Obwohl das Fliegen vorher funktionierte, war nun der Start wegen "veralteter Firmware" geblockt. Gerade unterwegs kann das nerven.

Drohne geblockt, Start unmöglich
Drohne geblockt, Start unmöglich

Praxistest - Flugerlebnis mit Goggles und Motion Controller

Über die RC 2 Fernbedienung steuert sich die Avata 360 DJI-typisch eingänglich und wie fast jede andere Drohne. Die drei Modi (Cinema, Standard, Sport) lassen das Flugverhalten an die Situation anpassen, die Hinderniserkennung kann z.B. in engen Räumen deaktiviert werden.

Aber vor allem hat es uns die Steuerung via Goggles und Motion Controller angetan, nochmals mehr bei Verwendung des Head Trackings, denn dann kann man sich wirklich während des Fluges überall hin umschauen. Es macht einfach tierisch Laune mit der einhändig gesteuerten Drone über flache Felder oder spiegelnde Wasserflächen hinweg zu sausen, das fühlt sich schon nach sehr viel Freiheit an.

Bildqualität - Stärken bei Sonne, Schwächen bei wenig Licht

Die 360-Grad-Sicht ist natürlich toll. Im Schnittprogramm arbeitet man dann bei der Dateigröße eher mit weniger hoch auflösenden Proxies. Die reine Videoqualität exportierter Projekte ist vor allem bei gutem Wetter eine Augenweide.

Aber trotz des relativ großen Sensors kommt dieser mit schwächerem Licht weniger gut zurecht. In schwächer ausgeleuchteten Räumen flimmert und rauscht das Bild. Selbst im Single-Lens-Mode rauscht das Bild bei bewölktem Himmel recht schnell, auch im Single-Lens-Modus. Vermutlich auch, weil der Sensor eine besonders hohe Auflösung bewältigen muss.

Die Avata 360 ist also vor allem eine Videodrone für schöneres Sonnenwetter. In unserem Fall war es ein bewölkter Tag, siehe Video. 

Nachteile und Probleme

Bildausschnitt aus dem 8K-Ausgangsmaterial festlegen, Zoomen und Co. verringern die Bildqualität beim Editing. Zudem treten bei 360-Grad-Videos naturgemäß Verzerrungen aus, einerseits durch das "Fischauge", andererseits auch dadurch, dass die 2 Bilder der beiden Kameras zusammengerechnet werden müssen. 

Es taucht aber auch an Stellen auf, wo man nicht damit rechnet. Ich habe die Drohne z.B. an meiner Zimmerwand hochfliegen lassen. Beim Steigen werden die Objekte an der Wand (Bilderrahmen, Gitarren) plötzlich in die Länge gezogen. Auch "wobbelt" das Bild des öfteren, siehe Video unten.

Das 8K-Material ist trotz H.265-Codierung natürlich extrem groß und kann auch nur von den wenigsten Schnittprogrammen verarbeitet werden. Die DJI Studio App ist etwas weniger intuitiv und featurereich als wir es uns wünschen. Zumal man einen potenten Schnitt-PC benötigt.

Transparenz

Die Auswahl der zu testenden Geräte erfolgt innerhalb der Redaktion. Das vorliegende Testmuster wurde dem Autor vom Hersteller unentgeltlich zu Testzwecken überlassen. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht, der Hersteller erhielt keine Version des Reviews vor der Veröffentlichung. Es bestand keine Verpflichtung zur Publikation. Als eigenständiges, unabhängiges Unternehmen unterliegt Notebookcheck keiner Diktion von Herstellern, Shops und Verlagen.

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Autor: Christian Hintze, 27.03.2026 (Update: 27.03.2026)