DJI: Offizieller Drohnen-Fallschirm schaltet Rotoren in 600 Millisekunden ab

DJI steigt mit dem AP100 in den Markt für Sicherheits-Hardware für industrielle Drohnen ein. Es handelt sich um das erste eigenständige Fallschirmsystem des Herstellers, das speziell für die Matrice 400 entwickelt worden ist. Der AP100 wird inzwischen über autorisierte Händler verkauft, derzeit allerdings nur über DJI-Distributoren und nicht im direkten Einzelhandel.
Mit weniger als einem Kilogramm Gewicht ist das AP100-Fallschirmsystem ein vergleichsweise kompaktes Zusatzmodul, das die volle Nutzlast weiterhin ermöglichen soll. DJI hat zudem mehrere Redundanzfunktionen integriert. Das Gehäuse ist nach IP55 gegen Wasser geschützt, außerdem lässt sich das System in einem breiten Temperaturbereich betreiben.
DJI AP100: Preis und technische Daten des Drohnen-Fallschirms
Laut DJI kann das System die Rotoren stoppen und den Fallschirm innerhalb von nur 600 Millisekunden vollständig entfalten. Dadurch soll die Sinkgeschwindigkeit der Drohne vor dem Aufsetzen auf weniger als 5 Meter pro Sekunde reduziert werden, womit DJI Lösungen von Drittanbietern übertreffen will. Eine derart kurze Reaktionszeit ist gerade bei einer schweren kommerziellen Plattform wie der Matrice 400 wichtig, da ein freier Fall ein erhebliches Risiko für Personen und Sachwerte am Boden darstellen würde.
Für die Redundanz besitzt das DJI AP100 ein eigenes Flugsteuerungssystem und eine eigene IMU, die unabhängig von den Hauptsystemen der Drohne arbeiten. Zwei Kondensatoren halten das Fallschirmsystem zudem rund eine Stunde lang einsatzbereit, selbst wenn die Drohne vollständig die Stromversorgung verliert. Nach der Auslösung trennt eine unabhängige Flugabbruchverbindung die Motorleistung, damit sich die Fallschirmleinen nicht in den Propellern verfangen. Anschließend gibt das System rund eine Stunde lang akustische und optische Signale aus, damit Einsatzkräfte am Boden die Drohne leichter finden können.
Durch das geringe Gewicht reduziert der neue DJI-Drohnenfallschirm die Flugzeit selbst bei voller Nutzlast der Matrice 400 nur um etwa sechs Minuten, was bei einer kommerziellen Drohne ein wichtiger Wert ist. Laut DJI erfüllt die Kombination aus AP100 und Matrice 400 die Anforderungen nach EASA C5/C6 sowie UK CAA UK5/UK6. Damit werden auch Einsätze über bewohnten Gebieten und außerhalb der Sichtweite im streng regulierten europäischen Luftraum möglich.
Da die Matrice-400-Plattform umgerechnet schon um die 10.000 Euro kostet, während DJI den AP100 mit umgerechnet rund 1.000 Euro ansetzt, ist der Fallschirm eine vergleichsweise naheliegende Absicherung gegen Notfälle, die sonst in einer teuren Bruchlandung enden könnten.







