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Darum zahlt Google 10 Millionen für 100 Millionen E-Mails einer Airline

Laut Google könnte das aus dem Unternehmensdatenbestand von Spirit erworbene Material dazu beitragen, die eigenen Produkte und KI-Systeme zu verbessern
ⓘ Pawel Czerwinski on Unsplash
Laut Google könnte das aus dem Unternehmensdatenbestand von Spirit erworbene Material dazu beitragen, die eigenen Produkte und KI-Systeme zu verbessern
Google hat 10 Millionen Dollar für die Unternehmensdaten der Fluggesellschaft Spirit geboten. Das Paket umfasst 100 Millionen E-Mails, 500 Millionen Teams-Nachrichten und Personalakten, die bis ins Jahr 1986 zurückreichen. Passagier- und Treueprogrammdaten sind davon ausgenommen. Ein Richter soll am 19. August über das Gebot entscheiden.

Als die amerikanische Fluggesellschaft Spirit Airlines im Mai den Betrieb eingestellt hat, hinterließ das Unternehmen rund 17.000 ehemalige Beschäftigte und Schulden in Höhe von etwa 7 Milliarden Euro. Zurückgeblieben sind außerdem jahrzehntelang gesammelte, gewöhnliche Bürodokumente. Google sind diese Daten umgerechnet offenbar rund 8,6 Millionen Euro wert.

Aus einem am 14. August beim US-Insolvenzgericht für den südlichen Bezirk von New York eingereichten Dokument geht hervor, dass Google bei der Versteigerung der Unternehmensdaten und des Softwarecodes der insolventen Fluggesellschaft den Zuschlag erhalten hat. Der Umfang ist beträchtlich: rund 100 Millionen E-Mails, 500 Millionen Nachrichten und Kollaborationsdaten aus Microsoft Teams sowie Unterlagen zum Erlösmanagement, Flugbetrieb, zu Audits und Betrugsermittlungen. Hinzu kommen mehr als 175.000 Personalakten, die bis ins Jahr 1986 zurückreichen. Google hat damit den KI-Personalvermittler Mercor.io überboten, der umgerechnet 6,5 Millionen Euro geboten hat und als Ersatzkäufer vorgesehen ist, falls das Geschäft scheitert.

Laut Google könnten die Daten zur Verbesserung der eigenen Produkte und KI-Systeme beitragen. Personenbezogene Informationen sollen vor der Übergabe von einem Drittanbieter entfernt werden. Verbraucherdaten sind grundsätzlich von dem Verkauf ausgeschlossen. Dazu zählen die Profile von 97,5 Millionen Spirit-Passagieren, die Datensätze von 52,4 Millionen Mitgliedern des Treueprogramms und Informationen zu 740.000 Inhabern gemeinsam vermarkteter Kreditkarten.

Die Deidentifizierung von 100 Millionen E-Mails stellt eine erhebliche Herausforderung dar, denn die Verfasser haben kaum damit gerechnet, dass ihr Arbeitgeber einmal liquidiert und ihre Postfächer verkauft werden könnten. Das Paket enthält außerdem eine kaum überschaubare Zahl an Gehalts- und Personalakten. Ob sich personenbezogene Informationen bei einer Datenmenge dieser Größenordnung tatsächlich zuverlässig entfernen lassen, ist unklar. Der Verkauf ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Richter Sean Lane soll am 19. August über die Genehmigung entscheiden. Bis dahin liegt die Zukunft des digitalen Nachlasses von Spirit allein in den Händen des Gerichts.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-08 > Darum zahlt Google 10 Millionen für 100 Millionen E-Mails einer Airline
Autor: Anubhav Sharma, 18.08.2026 (Update: 18.08.2026)