Alte Technologie wiederzuverwenden und als neu zu verkaufen, ist in der Technologiebranche üblich. Sowohl Intel als auch AMD machen das häufig mit ihren Prozessoren, insbesondere im Budget-Segment. Zumindest Intel hat dieses Jahr allerdings eine neue Option veröffentlicht: Wildcat Lake, das weder ältere Architekturen noch Fertigungsprozesse wiederverwendet, sondern stattdessen eine deutlich abgespeckte Version von Panther Lake bietet.
Der andere große Akteur im Laptop-Segment (neben dem neuen Mitspieler Nvidia) ist Qualcomm. Und anders als Intel und AMD hat Qualcomm bislang keine älteren Chips unter neuem Namen vermarktet. Die aktuelle Budget-Option ist, zumindest abgesehen von der Snapdragon-C-Serie, weiterhin der Qualcomm Snapdragon X X1-26-100 – Anfang 2025 eingeführt und Teil der ersten Generation der Snapdragon-X-Chips. Obwohl die CPUs der Serien Qualcomm Snapdragon X2 Plus und X2 Elite bereits verfügbar sind, wird der Snapdragon X weiterhin in neue Laptops eingebaut, etwa in das HP OmniBook 3 16, das wir kürzlich getestet haben.
In unserem ausführlichen Test haben wir den Grund gefunden, warum Qualcomm vermutlich noch keine neue Basisvariante des Snapdragon X2 veröffentlicht hat. Einfach gesagt: Der alte Snapdragon X ist noch immer konkurrenzfähig. Im Vergleich zum Lenovo IdeaPad Slim 3 mit Intel Wildcat Lake war das OmniBook in vielen Disziplinen klar überlegen. Bei der Multicore-Leistung war es rund 20 Prozent schneller, bot eine deutlich längere Akkulaufzeit (allerdings auch mit einem größeren Akku) und lief leiser. Auf der anderen Seite bot das IdeaPad eine bessere Singlecore-Leistung (plus 23 Prozent) und blieb etwas kühler.
Dennoch: Wer einen günstigen Laptop kauft, trifft mit einem Modell mit Qualcomm Snapdragon X keine schlechte Wahl. Die möglichen Kompatibilitätsprobleme der Windows-on-ARM-Plattform fallen in diesem Marktsegment weniger ins Gewicht, und das gesamte Nutzererlebnis, das die CPU bot, war hervorragend.


