Der nächste Evolutionsschritt für Mini-PCs? YouTuber packt einen kompletten PC in eine Maus

Der YouTuber und Hobbybastler Gadget Industry, der „spannende DIY-Projekte, innovative Gadgets und leistungsstarke Konstruktionen entwickelt, die den Alltag smarter und unterhaltsamer machen“, hat eine Computermaus in einen funktionsfähigen PC verwandelt. Dafür verwendete er die internen Komponenten eines defekten Samsung-Smartphones. Der Mini-PC in Mausform nutzt Samsung DeX, womit kompatible Smartphones beim Anschluss an einen externen Bildschirm eine Desktop-ähnliche Benutzeroberfläche bereitstellen können.
Anstatt zu versuchen, das komplette Smartphone in der Maus unterzubringen, baute der YouTuber lediglich das Mainboard, die USB-C-Tochterplatine und den Einschaltknopf aus. Der Einbau dieser Komponenten in die Maus brachte zwei offensichtliche technische Probleme mit sich: Platz und Wärmeentwicklung. Ursprünglich hatte der Metallrahmen des Smartphones zur Kühlung des Prozessors beigetragen, wodurch das freiliegende Mainboard nun überhitzen konnte. Um dieses Problem zu lösen, fertigte der Bastler aus einem Stück Messingblech einen neuen Kühlkörper an. Er formte daraus einen L-förmigen Winkel, der in das Mausgehäuse passte und die Wärme vom Mainboard ableiten konnte. Das beengte Gehäuse erforderte außerdem einige Modifikationen an der Maus, darunter das Entfernen des Batteriehalters, das Verlegen von Anschlüssen und den Einbau eines physischen Schalters.
Da der Ersatzakku des Smartphones mit einer deutlich höheren Spannung arbeitet als die ursprünglich in der Maus verwendete AA-Batterie, wurde ein Spannungswandler eingebaut, der die Ausgangsspannung auf 1,5 Volt reduziert. Die höhere Spannung hätte die ursprüngliche Elektronik der Maus ansonsten zerstört. Der Bastler musste außerdem zwei separate Probleme bei der Zugänglichkeit lösen. Zum einen war der ursprüngliche Einschaltknopf des Smartphones zu klein und zu kurz, um ihn noch erreichen zu können, nachdem er im Mausgehäuse untergebracht worden war. Daher wurde er über einen separaten, von außen verkabelten Drucktaster verlängert.
Zum anderen ließ sich die Tochterplatine, auf der sich der USB-C-Anschluss des Smartphones befindet und die sowohl zum Aufladen des Geräts als auch zur Übertragung des Bildsignals an den Monitor benötigt wird, nicht günstig positionieren. Um dieses Problem zu umgehen, verband der Bastler sie über ein USB-3.2-Verlängerungskabel, das neben Strom auch Videodaten übertragen kann. Das Kabel wurde zu einer ausgeschnittenen Öffnung an der Vorderseite der Maus geführt, wo der Anschluss leicht zugänglich ist.
Nach dem Zusammenbau ist zu sehen, wie sich das Gerät erfolgreich mit einem Monitor verbindet, im DeX-Modus startet, 4K-Videos wiedergibt und Minecraft ausführt – während die normale Funktion der Maus vollständig erhalten bleibt. Nach längerer Nutzung erwärmt sich das Messingstück, was der Bastler als Beleg dafür wertet, dass die Kühllösung funktioniert. Das Ergebnis ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie viel Computerhardware sich wiederverwenden und in einem extrem kleinen Gehäuse unterbringen lässt. Auch wenn die Leistung weit von der eines herkömmlichen Mini-PCs entfernt ist, demonstriert das Projekt dennoch, welches Potenzial von der Community vorangetriebene Innovationen haben, um möglicherweise die technologische Entwicklung im Mainstream mitzugestalten.













